Palisander

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Palisander ist der Handelsname für diverse Holzarten von Bäumen der Gattung der Dalbergien (Dalbergia) aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Palisander ist seit Jahrhunderten ein hoch bewertetes Edelholz.

Wortherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Palisander stammt wohl vom spanischen Ausdruck "palo santo", was wörtlich übersetzt so viel wie "heiliger Pfahl" bedeutet.[1] Im Französischen ist palissandre, im Englischen rosewood und im Portugiesischen jacarandá gebräuchlich.

Anstelle des Handelsnamens Palisander wird auch oft Rosenholz als direkte deutsche Übersetzung der englischen Bezeichnung rosewood für Dalbergia-Arten verwendet. Hierunter fallen aber auch Hölzer anderer Gattungen, zum Beispiel Aniba rosaeodora. Auch die Gattung Jacaranda, in der es überdies einen so genannten Palisanderholzbaum (blaublühender Jacaranda) gibt, ist von der Gattung Dalbergia verschieden und hat darum mit Palisander nichts zu tun.

einige Palisander-Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rio-Palisander (Dalbergia nigra) kommt ausschließlich in Brasilien vor und wird daher im englischen Sprachraum auch Brazilian rosewood genannt.[2] In Brasilien besteht seit 1968 ein Ausfuhrverbot für Rundholz dieser Art. 1992 wurde Rio-Palisander im Washingtoner Artenschutzabkommen gelistet und unterliegt dort der höchsten Schutzstufe (Anhang I).[3]
  • Ostindischer Palisander (Dalbergia latifolia) ist ein auf Ceylon und in Indien weit verbreitet und wegen seiner guten Eigenschaften bekanntes und sehr geschätztes hartes Holz. Unter dem Namen Sonokeling wird ein biologisch identisches, auf Basis von Samen der Ursprungsart Dalbergia latifolia durch Kaufleute der Niederländischen Ostindien-Kompanie im 17. Jahrhundert in Indonesien angepflanztes Holz bezeichnet. Aufgrund der sehr guten Wetterbedingungen wuchs diese Art dort sehr schnell, so dass diese Hölzer recht große Jahresringe aufweisen und farblich bunter als im Ursprungshabitat gewachsene Bäume ausfallen.
  • Grenadill Dalbergia melanoxylon wächst im südlichen Ostafrika, die größten Vorkommen sind in Mosambik und Tansania zu finden. Das Holz ist sehr dunkelbraun bis fast schwarz, sehr hart und schwer und wird aufgrund seiner Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit vorwiegend für Holzblasinstrumente verwendet.
  • Sheesham (Dalbergia sissoo) ist eine ursprünglich in Indien heimische Art, die dort auch Sissoo oder Thali genannt wird. Heute wird dieses Holz besonders in Pakistan und Bangladesh auf riesigen Plantagen angebaut, da die große Nachfrage nach dem Holz nur noch durch Plantagen dieses schnellwüchsigen Baumes befriedigt werden kann. Diese gepflanzten Bäume werden selten älter als 20-30 Jahre, weshalb die aus diesem Plantagenholz gebauten und nach Europa exportierten Möbel meist nur zu etwa 30 % aus dem Kernholz dieses Holzes bestehen. Der größte Teil solcher Möbel besteht aus minderwertigem fahlgelbem Splintholz um einen kleinen Kernholzanteil, welchem nur durch Auftrag von stark pigmentierten Farbbeizen der Anschein von wertvollerem dunklem Kernholz verliehen wird.
  • Bahia-Rosenholz (Dalbergia decipularis) ist eine Palisanderart, die im Süden Brasiliens heimisch ist und eine intensiv rötliche Farbe hat. Der Name Rosenholz ist wohl auf die rote Farbe und den rosenartig süßen Duft frisch aufgeschnittenen Holzes zurückzuführen.
  • Santos-Palisander (Machaerium scleroxylon) kommt im tropischen Südamerika vor.[4] Da er nicht zur Gattung Dalbergia gehört, ist der Santos-Palisander kein echter Palisander, wird jedoch unter diesem Handelsnamen verkauft und gehört ebenfalls zur Familie der Hülsenfrüchtler.
  • Honduras-Palisander (Dalbergia stevensonii) wächst in Mittelamerika zu Bäumen großer Durchmesser heran und hat eine eher untypisch helle rosarote Farbe.
Holz des Rio-Palisanders
eingefärbte Tischplatte aus Sheeshamholz

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palisanderholz hat – je nach Sorte – meist eine hellbraun-schwarze bis fast ganz schwarze (Rio-Palisander) oder dunkel violettbraune (Ostindischer Palisander) Färbung. Daher wird es vorzugsweise für Furniere, Messerhefte und bei der Drechslerei verwendet.

Eine große Bedeutung hat Palisander im Musikinstrumentenbau. Es wird wegen seiner Dichte, Härte und Klangeigenschaften für Marimbaphone und Xylophone verwendet. Im Gitarrenbau nutzt man diese Eigenschaften für Griffbretter, Zargen und Böden. Auch Blockflöten werden häufig aus Palisander gedreht. Zur Gestaltung von Spieltischen großer Pfeifenorgeln kommt es seit dem frühen 20. Jahrhundert ebenfalls zum Einsatz.

Schutzstatus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Januar 2017 unterliegen alle Dalbergia-Arten dem Washingtoner Artenschutzabkommen und sind mit Ausnahme des in Anhang I gelisteten Rio-Palisanders im Anhang II aufgeführt.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Palisander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Palisander – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden. Wortherkunft Palisander auf duden.de Abgerufen am: 13. Mai 2017
  2. Dalbergia nigra im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. a b Bundesamt für Naturschutz. Liste der in CITES geschützten Holzarten (Stand: 02.01.2017). Abgerufen am: 13. Mai 2017
  4. Machaerium scleroxylon im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.