Palmbach

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Dieser Artikel behandelt den Stadtteil von Karlsruhe. Für den Nebenfluss der Aar, siehe Palmbach (Fluss).
Wappen der Stadt Karlsruhe
Wappen des Stadtteils Palmbach
Palmbach

Stadtteil der Stadt Karlsruhe
Lage von Palmbach in Karlsruhe
Basisdaten
Geograph. Lage   48° 57′ N, 8° 29′ OKoordinaten: 48° 57′ N, 8° 29′ O
Höhe   264 m ü. NN
Fläche   1,3750 km²
Einwohner   2.020 (Stand 31. März 2017)
Bevölkerungsdichte   1.469 Einwohner je km²
Eingemeindet   1. Januar 1975
Postleitzahlen   76228
Vorwahl   0721
Verkehrsanbindung
Autobahn   A8
Buslinien   27 47 118
Nachtverkehr   NL6

Palmbach ist ein Stadtteil der baden-württembergischen Stadt Karlsruhe. Palmbach liegt am südöstlichen Rand des Stadtgebietes und wurde am 1. Januar 1975 zur Stadt Karlsruhe eingemeindet.

Palmbach gehört naturräumlich zum nördlichen Schwarzwald. Es liegt direkt an der Autobahnausfahrt Karlsbad der A8 und zählt zu den Karlsruher Höhenstadtteilen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palmbach wurde im Jahre 1701 von 28 Waldenser-Flüchtlingsfamilien auf 360 Morgen der Gemarkung von Grünwettersbach gegründet und erhielt anfangs den Namen La Balme, so wie der frühere Heimatort der Waldenser. 1725 erscheint der Ortsname „Palmbach“ zum ersten Mal im Trauregister. Im gleichen Jahr wurde die erste kleine Kirche im Ort errichtet. Zur gleichen Zeit zogen 12 Familien nach Preußen weiter und hinterließen 96 Einwohner.[1]

Die Waldenser isolierten sich größtenteils von den Grünwettersbachern, unterhielten jedoch engen Kontakt zu den Waldenser-Siedlungen in Untermutschelbach und Schöneberg bei Mühlacker. Durch den Tausch- und Epurationsvertrag von 1806 wurde der Ort badisch. In Schule und Kirche wurde Deutsch als Amtssprache eingeführt.[1]

Im 19. Jahrhundert nutzten viele der Bauern die industrialisierten Betriebe in der Umgebung zur Unterhaltssicherung. Zwischen 1830 und 1870 wanderten 84 der 300 Einwohner nach Nordamerika aus.[1]

Am 1. Januar 1972 schloss sich Palmbach mit Grünwettersbach zur Gemeinde Wettersbach zusammen, um gemeinsam die Eingemeindung nach Karlsruhe zu verhindern, was aber nur bis zum 1. Januar 1975 gelang.[2] Der Ort bekam bei der Eingemeindung nach Karlsruhe seinen früheren Ortsnamen zurück und hat heute rund 1850 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2014 ist das Badische Schulmuseum Karlsruhe in die ehemalige Waldenserschule eingezogen. Der Waldenserweg mit dem Waldenserdenkmal "Tor des Ankommens" wurden 2015 eingeweiht. Es wurde von den Künstlern Barbara Jäger und OMI Riesterer entworfen und fand seinen Platz am neuen Waldenserplatz. Entlang des Waldenserweges erzählen 24 Schautafeln an 12 Plätzen die Geschichte rund um die historischen Stätten und Gebäude von Palmbach sowie die Geschichte der Waldenser.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palmbach ist an das Netz des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) angeschlossen. Zur Hauptverkehrszeit besteht mit der Linie 47 eine Busverbindung im 10-Minuten-Takt zum Zündhütle (Straßenbahnhaltestelle) oder zum Hauptbahnhof. Außerdem gibt es Verbindungen nach Durlach sowie nach Waldbronn und Langensteinbach.

Bauplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbegebäude in Palmbach, Gewerbegebiet An der Ochsenstraße

Palmbach wächst durch neue Gewerbe- und Wohngebiete. Am Ortseingang Palmbach entsteht im Gewann Winterrot ein neues Gewerbegebiet mit der Rudolf-Link-Straße. Dieses ist seit März 2008 bebaubar. Es liegt neben dem bestehenden Gewerbegebiet An der Ochsenstraße.

Auch am südlichen Rand von Palmbach entstehen neue Wohngebiete. Als erster Bauabschnitt wird seit Mitte Mai 2009 das Baugebiet Ob den Gärten bebaut. Auf dem rund 5,5 Hektar großen Planungsgebiet entstehen 85 Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser mit rund 120 Wohneinheiten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theo Kiefner: Die Waldenser auf ihrem Weg aus dem Val Cluson durch die Schweiz nach Deutschland. Teil Bd. 5: Die Ortssippenbücher der deutschen Waldenserkolonien / Teil 1,1, 1,2 und 5,9., Walldorf und Palmbach, Untermutschelbach, Kleinsteinbach aus LaBalme, Roure und Méan im Val Pragela; Hugenottenkolonie Neukelsterbach. Stuttgart: Scheufele 2001 (= Badische Ortssippenbücher 92)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Heinz-Theo Krahl: Orts-Chronik vom Waldenserort Palmbach in: Festbuch der Freiwilligen Feuerwehr Palmbach "zum 40jährigen Gründungsfest vom 1. bis 3. September 1979"
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 476 und 481.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Palmbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien