Palmer-Archipel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f

Palmer-Archipel
Gewässer Südlicher Ozean
Geographische Lage 64° 15′ S, 62° 50′ WKoordinaten: 64° 15′ S, 62° 50′ W
Palmer-Archipel (Antarktische Halbinsel)
Palmer-Archipel
Anzahl der Inseln
Hauptinsel Anvers-Insel
Gesamte Landfläche
Einwohner 20

Der Palmer-Archipel (auch bekannt als Antarctic Archipelago, Archipiélago Palmer, Antarktiske Arkipel und Palmer-Inseln) ist ein Archipel aus in der Mehrzahl unzugänglichen Inseln vor der Davis- und der Danco-Küste der Antarktischen Halbinsel. Er erstreckt sich von Tower Island im Nordosten bis zur Brabant-, Anvers- und Wiencke-Insel im Südwesten. Die Gerlache-Straße und die Orléans-Straße trennen ihn von der Antarktischen Halbinsel, die Bismarck-Straße liegt zwischen ihm und dem Wilhelm-Archipel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der US-amerikanische Robbenjäger Nathaniel Palmer sichtete am 17. November 1820 den nördlichen Teil des Archipels und die Nordküste der Trinity-Halbinsel. Der britische Seefahrer Henry Foster benannte 1829 diesen Teil des Archipels und die den nördlichen Abschnitt der Danco-Küste als Prince William’s Land nach dem englischen Thronfolger William, Duke of Clarence and St. Andrews. Sowohl Palmer als auch Foster war die Natur des Objekts nicht bewusst. Erst der deutsche Polarforscher Eduard Dallmann identifizierte die von Palmer und Foster gesichteten Landmassen während seiner Antarktisfahrt (1873–1874) als Archipel. Der belgische Polarforscher Adrien de Gerlache de Gomery erkundete ihn während der Belgica-Expedition (1897–1899) und benannte ihn nach Palmer.[1]

Forschungsstation im Palmer-Archipel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Palmer-Station ist eine dauerhafte Antarktis-Station der USA auf der Anvers-Insel. Die chilenische Yelcho-Station befindet sich auf der Doumer-Insel südlich der Anvers-Insel. Auf der kleinen Goudier-Insel vor der Küste der Wiencke-Insel und auf der Wiencke-Insel am Jougla Point betrieb das Vereinigte Königreich von 1944 bis 1962 die Forschungsstation Port Lockroy, deren inzwischen als Museum umfunktionierten Gebäude heute von Kreuzfahrtschiffen angelaufen werden und im antarktischen Sommer ein vom British Antarctic Heritage Trust betriebenes Postamt beherbergen. Die Mitarbeiter der Stiftung leisten nebenbei Forschungsarbeiten, indem sie beispielsweise die Pinguine in jeder Brutsaison mehrfach zählen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John Stewart: Antarctica – An Encyclopedia. Bd. 2, McFarland & Co., Jefferson und London 2011, ISBN 978-0-7864-3590-6, S. 1172–1173 (englisch).