Pampow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pampow (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pampow
Pampow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pampow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 34′ N, 11° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Stralendorf
Höhe: 54 m ü. NHN
Fläche: 10,91 km2
Einwohner: 2943 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 270 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19075
Vorwahl: 03865
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 107
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfstr. 30
19073 Stralendorf
Webpräsenz: www.amt-stralendorf.de
Bürgermeister: Hartwig Schulz (CDU)
Lage der Gemeinde Pampow im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Grabow (Elde) Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Kloster Tempzin Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
Über dieses Bild

Pampow ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Stralendorf mit Sitz in der Gemeinde Stralendorf verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der östlichen Gemeindegrenze liegt die Landeshauptstadt Schwerin. Vor allem nördlich des Dorfes befinden sich ausgedehnte Weideflächen. Nordöstlich in Richtung Schwerin liegt das Siebendörfer Moor.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Pampow und Bahnhof Holthusen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Pampow stammt aus dem Slawischen und bedeutet unter der Überlieferung als tu pampowe Ort des Papa. Der Chronist Hermann Wienke vermutet, dass an diesem Ort eine slawische Gottheit angebetet wurde. Aber auch die Übersetzung Schilfort könnte für Pampow gelten.[3]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1180 soll auf dem Standort der heutigen Kirche in Pampow eine Holzkapelle errichtet worden sein. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Pampow stammt von 1265 für den Prediger in Pampow; die Ortsgründung vollzog sich aber schon um 1222. Eine Kirche aus Feldsteinen wurde 1350 auf der Stelle der ehemaligen Holzkapelle errichtet. Im Winter 1712/1713 weilte Zar Peter I. von Russland während des Nordischen Krieges in Pampow und hielt dort einen Kriegsrat mit seinen Verbündeten ab.

ab dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1896 musste die alte Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Eine neue Kirche im neugotischen Stil wurde von 1896 bis 1898 errichtet. 1915 fielen einem Brand acht Bauern- und drei Büdnerhäuser, einige von ihnen typisch reetgedeckt, zum Opfer. Am Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 fuhren zunächst amerikanische Panzer in Pampow ein; im Juli besetzten sowjetische Soldaten das Dorf.

In der DDR-Zeit fanden mehrere Enteignungen von Privatbetrieben statt. In einem in der Presse stark rezipierten Prozess wurde 1957 der Pampower Propst Otto Maercker wegen des Vorwurfs der Boykotthetze verurteilt.[4] Nach 1990 stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde vor allem durch stadtflüchtige Schweriner und im Pampower Gewerbegebiet siedelte sich eine Vielzahl von Firmen an. 2001 erhielt Pampow ein Gemeindewappen. Einer Eingemeindung in die Landeshauptstadt Schwerin widersprachen 2008 die Bürger von Pampow und konnten so die Eigenständigkeit der Gemeinde sichern.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Juni 2004 gewählte Gemeindevertretung setzt sich wie folgt zusammen:

  • CDU: 8 Sitze
  • SPD: 3 Sitze
  • Einzelbewerber: 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. Juni 2001 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 245 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Rot ein silberner Stabbalken, begleitet: oben von drei goldenen Rohrkolben balkenweise, unten von einem goldenen Pferdekopf.“[2]

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Gemeinde Pampow

Die Flagge der Gemeinde ist quer zur Längsachse des Flaggentuches von Rot, Gelb und Rot gestreift. Die Roten Streifen nehmen jeweils ein Viertel, der gelbe Streifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des gelben Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe und ein Drittel der Länge des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5 zu 3.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Pampow

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Pampow

  • Neugotische, einschiffige Kirche von 1896 bis 1898 nach Plänen von Gotthilf Ludwig Möckel erbaut mit einem polygonen Chor, dem quadrischen, 42 Meter hohen Turm mit einem spitzen Turmhelm und dem südlichen Sakristeianbau. Das Kirchenschiff wird von einer hölzernen Deckenkonstruktion überspannt. Die Glocke von 1781 stammt noch von der früheren Kirche.
  • Das Siebendörfer Moor

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befindet sich ein etwa 18 Hektar großes Gewerbegebiet. Durch die günstige Lage vor den Toren Schwerins haben sich hier nach 1990 vor allem Einzelhandelsunternehmen niedergelassen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Fertigstellung der Umgehungsstraße im Oktober 2005 geht die Bundesstraße 321 südöstlich am Ort vorbei. Die etwa 17.000 durch den Ort fahrenden Fahrzeuge täglich waren für die Bewohner nicht mehr erträglich. Der nächste Anschluss zur Bundesautobahn 24 befindet sich bei Bandenitz in elf Kilometern Entfernung.

Am Rande des Gemeindegebietes liegen die Bahnhöfe Schwerin Süd und Holthusen an der Bahnstrecke Hagenow Land–Schwerin und der Bahnstrecke Ludwigslust–Wismar.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule
  • Gymnasium (bis 2010)

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wichtigste Sportverein ist der 1990 gegründete MSV Pampow. Er hat 400 Mitglieder und verfügt über eine Fußball-, Badminton- und Volleyballabteilung. Die 1. Männermannschaft der Fußballer spielt seit der Saison 2010/2011 in der höchsten Spielklasse des Landes, der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern. Die Volleyballerinnen spielen in der Saison 2013/14 in der höchsten Liga des Landes (Verbandsliga). Aus der erfolgreichen Jugend ragte in der Saison 2012/13 die weibliche U13 heraus, die bei der Norddeutschen Meisterschaft den 2. Platz erreichte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wienke, Hermann: Pampow: Geschichte und Geschichten. Ein mecklenburgisches Dorf im Landkreis Ludwigslust. 3 Bände. Pampow 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pampow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c § 1 der Hauptsatzung (PDF; 23 kB) der Gemeinde
  3. Wienke, Hermann: Pampow: Geschichte und Geschichten. Ein mecklenburgisches Dorf im Landkreis Ludwigslust. Pampow 2008. Bd. 1. S. 5.
  4. Christian Halbrock: Evangelische Pfarrer der Kirche Berlin-Brandenburg 1945–1961. Amtsautonomie im vormundschaftlichen Staat? Berlin 2004. S. 370f; Paasch-Beeck, Rainer: Eine Rede über Kirche und Tod. Uwe Johnsons Rede zum Bußtag. In: Johnson-Jahrbuch 6/1999. S. 163–182, hier S. 176–181.
  5. Wienke, Hermann: Pampow: Geschichte und Geschichten. Ein mecklenburgisches Dorf im Landkreis Ludwigslust. Pampow 2008. Bd. 3. S. 295–300.