Pandschschir

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پنجشیر
Pandschschir
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Afghanistan
Hauptstadt Bazarak
Fläche 3772 km²
Einwohner 169.926 (2020)
Dichte 45 Einwohner pro km²
Gründung 13. April 2004
ISO 3166-2 AF-PAN
Politik
Gouverneur Keramuddin Keram
Distrikte in Pandschschir (Stand 2005)
Koordinaten: 35° 30′ N, 70° 0′ O
Blick über das Pandschschir-Tal

Pandschschir (auch Pandschir oder Panjshir; persisch پنجشیر, DMG Panǧšīr, ‚fünf Löwen‘, paschtunisch پنجشېر Panjsher) ist eine der 34 Provinzen von Afghanistan. Die Fläche beträgt 3.772 Quadratkilometer und die Einwohnerzahl 169.926 (Stand: 2020).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz wurde am 13. April 2004 begründet. Die Provinz selber geht aber auf eine Jahrtausend lange Historie zurück. Die Bevölkerung zählt etwa 153.500[2] und die Provinz erstreckt sich über 3610 km². Verwaltungssitz ist Bazarak. In Pandschschir wird hauptsächlich Dari gesprochen, da die Bewohner überwiegend Tadschiken sind. Die Provinz liegt zirka 100 km nordöstlich von Kabul.

Ahmad Schah Massoud, bekannt als „der Löwe von Pandschschir“, war ein berühmter afghanischer Feldherr, der am 9. September 2001 durch Selbstmordattentäter ermordet wurde. Er organisierte die Verteidigung des Pandschschir-Tals während des Sowjetisch-Afghanischen Krieges bis zum Rückzug der Sowjetarmee. Auch im darauf folgenden Bürgerkrieg konnten die Taliban Pandschschir nie einnehmen.

Nach dem Vormarsch der Taliban in Afghanistan 2021 und der Einnahme Kabuls zählte Pandschschir zu den letzten nicht von den Taliban kontrollierten Regionen in Afghanistan.[3][4] Am 6. September 2021 behaupteten die Taliban, Pandschschir eingenommen zu haben.[5] Die Taliban veröffentlichten ein Video mit Kämpfern, die die Taliban-Flagge neben dem Gouverneurspalast in Bazarak hissen. In den Vortagen kam es zu schweren Kämpfen. Der Pandschschir-Widerstand behauptet, dass pakistanische Kampfflugzeuge und Drohnen im Pandschir-Tal eingesetzt worden seien.[6]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz wird durch den namensgebenden Fluss Pandschschir geprägt, der das enge Pandschschir-Tal in das es umgebende Gebirge des Hindukusch tief eingeschnitten hat. Die Provinz erstreckt sich über das Einzugsgebiet des Pandschschir oberhalb der Stadt Golbahar. Eine wichtige Fernstraße führt durch das Pandschschir-Tal. Sie verbindet die Hauptstadt Kabul mit der nordöstlich gelegenen Provinz Badachschan.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Pandschschir ist in 7 Distrikte gegliedert:

  • Bazarak – unteres Pandschschir-Tal zw. Khenj und Rukha
  • Dara – Einzugsgebiet eines linken Pandschschir-Nebenflusses im Südosten
  • Khenj – mittlerer Abschnitt des Pandschschir-Tals
  • Onaba – unteres Pandschschir-Tal zw. Shotol und Rukha
  • Pariyan – oberer Abschnitt des Pandschschir-Tals im Norden
  • Rukha – unteres Pandschschir-Tal zw. Onaba im Süden und Bazarak im Norden
  • Shotol – Flusstal des Shotol im Südwesten sowie unterster Abschnitt des Pandschschir-Tals

Eine Karte der Distrikte findet man auf der Webseite der Library of Congress.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pandschschir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. citypopulation.de: PANJSHĪR, Provinz in Afghanistan, abgerufen am 24. Februar 2022
  2. Afghanistan. In: citypopulation.de. Abgerufen am 8. Januar 2016.
  3. Taliban stellen Ultimatum für Evakuierungen. Tagesschau (ARD), 23. August 2021, abgerufen am 23. August 2021.
  4. As Taliban takes over, one Afghan province is still standing strong - Here's the story of Ahmad Shah Massoud and his bastion Panjshir (en) In: Free Press Journal. Abgerufen am 17. August 2021.
  5. tagesschau.de: Taliban verkünden Eroberung von Widerstandshochburg Pandschir. Abgerufen am 6. September 2021.
  6. faz.net: Half Pakistan den Taliban in Pandschir?