Pangani (Schiff)

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Die Pangani war eine Viermastbark der deutschen Reederei F. Laeisz (Hamburg) und gehörte zu den bekannten Schiffen der Reederei, den sogenannten Flying P-Linern. Im Januar 1913 sank sie im Ärmelkanal nach einem Zusammenstoß mit dem französischen Dampfer Phryné, wobei 30 der 34 Mann Besatzung ums Leben kamen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pangani wurde auf der Werft Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde als dritte Viermastbark für die Reederei Laeisz als Dreiinselschiff mit 3.054 BRT aus Stahl gebaut und lief im Januar 1903 vom Stapel. Ihre Jungfernfahrt trat sie unter Kapitän T. Schmidt an. Am 14. April passierte sie den vor der englischen Grafschaft Kent gelegenen Leuchtturm von Dungeness und erreichte am 15. Juni 1903 Valparaíso (Chile) nach 61 Tagen. Wie die meisten Schiffe der Laeisz-Flotte wurde sie auf der Salpeterfahrt nach Chile eingesetzt, die sie ausschließlich befuhr. Nach vier Rundreisen - Kanal-Chile und zurück - unter Kapitän Schmidt übernahm Kapitän F. Junge 1907 die Schiffsführung. Nach weiteren acht Rundreisen stieß die Pangani, beladen mit holländischem Tongeschirr, Glasware und Kornhandmühlen, auf ihrer 13. Reise von Antwerpen nach Chile am 27. Januar 1913 (Bruzelius nennt den 18. Januar) im Ärmelkanal nördlich von Kap La Hague eine Stunde vor Mitternacht mit dem französischen 2.817-BRT-Dampfer Phryné aus Bordeaux zusammen und sank binnen weniger als fünf Minuten. Der Dampfer hatte den Großsegler auf Höhe des Fockmasts gerammt. Viele der Seglerbesatzung wurden in die See geschleudert. Obwohl Kapitän Briend Rettungsboote aussetzen ließ und die Matrosen Rettungsringe warfen, wurden nur vier Mann der Pangani-Besatzung gerettet, der 2. Offizier, zwei Matrosen und der Schiffsjunge. Die Seegerichtsverhandlung ergab, dass laut Aussage von Kapitän Briend und der Bestätigung durch den überlebenden 2. Offizier der Pangani die Positionslampen des Seglers durch Segel verdeckt waren, infolge eines Segelmanövers trotz des entgegenkommenden Dampfers bei Nacht. Somit war die große Bark für die Phryné in der Dunkelheit nicht früh genug zu erkennen. Der Dampfer setzte mit eingedrücktem Bug seine Fahrt nach Le Havre fort, um dort mehrere Monate lang im Trockendock instand gesetzt zu werden. Das Wrack der Pangani liegt in 70 m Tiefe auf Position 50° 1′ 18″ N, 1° 47′ 38″ WKoordinaten: 50° 1′ 18″ N, 1° 47′ 38″ W und ist hinter dem Bug in zwei Teile zerbrochen. Durch Auffinden der Schiffsglocke konnte es im September 2007 identifiziert werden. Die Pangani war neben den Verlusten der großen Preußen 1910, der Pitlochry 1913 und der Petschili 1919 der einzige Verlust unter den Vier- und Fünfmastern der Reederei Laeisz.

Die Padua wurde auf der gleichen Bauwerft Joh. C. Tecklenborg wie die Pangani in Anlehnung an ihren Schiffsriss gebaut (kein Schwesterschiff).[1]

Schiffsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Jörg Furrer: Die Vier- und Fünfmast-Rahsegler der Welt. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1984; S. 161; ISBN 3-7822-0341-0
  • Peter Klingbeil: Flying P-Liner - Die Segelschiffe der Reederei F. Laeisz. Verlag "Die Hanse" GmbH, Hamburg 2000; S. 142 u. 143; ISBN 3-434-52562-9
  • Andreas Gondesen: Die letzten Flying P-Liner. Pamir, Passat, ihre Schwestern und Halbschwestern der Baujahre 1902-1926. Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Bremerhaven Nr. 69. Oceanum Verlag, Wiefelstede 2010. ISBN 978-3-86927-069-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Technische Daten der Padua (Memento vom 20. Oktober 2006 im Internet Archive) Abgerufen am 3. Januar 2009