Panikschloss

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Ein Panikschloss (auch Antipanikschloss genannt) wird für ein- und zweiflügelige Türen meistens im Verlauf von Fluchtwegen eingesetzt. Mit einer einfachen Handbewegung über den Drücker (Türklinke) wird auch eine abgeschlossene Tür geöffnet.

Das Panikschloss hat je nach Funktion oft eine geteilte Drückernuss. Die Drückernuss ist das zentrale Bauteil des Schlosses, der die Vierkantstange (Drückerstift) aufnimmt, auf welchen die Türklinke montiert wird. Eine geteilte Nuss besteht aus zwei gegeneinander verdrehbaren Hälften, von denen jeweils eine über den ebenfalls geteilten Vierkant mit der zugehörigen Türklinke auf einer Seite des Türblatt verbunden ist. Die beiden Vierkantstifte enden also in der Mitte der Drückernuss, so dass jede Türklinke eine unterschiedliche Funktion auslösen kann.

Die zum Raum gerichtete Drückernuss heißt Zwingnuss, weil mit ihr Falle und Riegel zurückgezogen werden. Zur Entriegelung der Tür wird also kein Schlüssel benötigt, auch wenn dieser zuvor von außen verschlossen wurde. Die äußere Drückernuss betätigt nur die Falle, so dass hier ein Schlüssel benötigt wird, um den Riegel zu betätigen.

Abweichend davon gibt es auch Panikschlösser mit durchgehender Drückernuss. Diese werden eingesetzt, wenn die Tür von außen nur mit Schlüssel geöffnet werden soll. Die äußere Türklinke ist in diesem Fall verzichtbar und wird durch einen Knauf ersetzt, der nicht drehbar ist (z. B. an Haus- und Wohnungs-Außentüren). Auch in diesem Fall betätigt die innere Türklinke über die Drückernuss Falle und Riegel zugleich.

Je nach Öffnungsweise unterscheidet man:

  • Schließzwangfunktion: Der äußere Türdrücker wird durch Aufschließen von Leerlauf auf Betätigung umgeschaltet. Nach Abziehen des Schlüssels hat der äußere Türdrücker wieder Leerlauf.
  • Umschaltfunktion: Der äußere Türdrücker wird von Leerlauf auf Betätigung umgeschaltet. Dieser Zustand wird bis zur nächsten Schlüsselbetätigung beibehalten.
  • Wechselfunktion (außen ist der Beschlag immer mit einem festen Knauf ausgeführt, ein sogenannter Wechselbeschlag): Die Tür kann von außen nur mit einem Schlüssel geöffnet werden. Die Drückernuss ist einteilig.

Der innere Türbeschlag kann auch durch einen Stangenbeschlag vorzugsweise nach DIN EN 1125 ersetzt werden. Dabei handelt es sich um einen Beschlag mit einer Betätigungsstange quer über das gesamte Türblatt, der auch bei höchster Panik durch einen einfachen Druck gegen die Stange das Schloss öffnet. Dadurch ist auch z. B. bei einer nachdrängelnden Menschenmenge das Öffnen des Notausgangs gewährleistet.

Aufgrund der filigranen Mechanik können Panikschlösser unter Umständen blockieren, wenn der Schließbart sich nicht mitdrehen kann, bzw. bei eingestecktem Schlüssel oder bei einer Knaufzylinderausführung in den Riegelbereich hineinragt; schlimmstenfalls wird dadurch eine Flucht verhindert oder das Schloss beschädigt. Eine gleichzeitige Betätigung von Klinke und Schlüssel ist deshalb sorgfältig zu vermeiden.

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