Panzerkampfwagen II

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Panzerkampfwagen II (Ausf. A-C)
PzkpfWg II Ausf. C

Panzer II Ausf. C im Canadian War Museum in Ottawa, Ontario.

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3
Länge 4,81 m
Breite 2,22 m
Höhe 1,99 m
Masse 8,9 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 5–15 mm
Hauptbewaffnung 2-cm-KwK 30
Sekundärbewaffnung 7,92-mm-MG 34
Beweglichkeit
Antrieb Maybach-Sechszylinder-Ottomotor
140 PS (103 kW)
Federung Blattfeder
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h
Leistung/Gewicht 15 PS/t
Reichweite 200/130 km (Straße/Gelände)

Der Panzerkampfwagen II (auch PzKpfw II oder Panzer II) war ein leichter Panzer der Wehrmacht. Das Mitte der 1930er-Jahre von MAN entwickelte und nur als Übergangslösung konzipierte Fahrzeug stellte zu Beginn des Zweiten Weltkrieges aufgrund der ungenügenden Leistung der deutschen Rüstungsindustrie das Rückgrat der Panzerdivisionen des Heeres dar. Als Kampffahrzeug nur eingeschränkt verwendbar, wurde der Typ bis 1943 nach und nach ausgemustert, jedoch war sein Chassis als Grundlage für zahlreiche Selbstfahrlafetten bis zum Kriegsende in Gebrauch. Von 1935 bis Ende 1942 wurden rund 1.900 Panzer II hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung[Bearbeiten]

Als erkannt wurde, dass die Produktion der für die Ausstattung der Panzerdivisionen vorgesehenen zwei Haupttypen Panzer III und Panzer IV länger als angenommen dauern würde, entschloss sich das Heereswaffenamt im Juli 1934, als Zwischenlösung ein schnell zu fertigendes Kampffahrzeug in der 10-Tonnen-Klasse in Auftrag zu geben, welches die Lücke bis zum Erscheinen der Panzer III und IV schließen sollte. Daraufhin wurden an folgende Unternehmen Entwicklungsaufträge vergeben:

Das von Krupp vorgestellte Fahrzeug basierte auf dem „LKA 1“ genannten Prototyp für den Panzerkampfwagen I und erhielt die Bezeichnung „LKA 2“. Die von den anderen zwei Firmen eingereichten Vorschläge unterschieden sich mit Ausnahme des Laufwerkes kaum von dem Krupp-Prototyp. Nach der Erprobung in der Versuchsstelle für Kraftfahrt in Kummersdorf wurde MAN für den Bau des Fahrgestelles bestimmt; wie schon beim Panzer I war für den Turm und den Aufbau Daimler-Benz zuständig. Das Fahrzeug erhielt aufgrund des noch als Reichsgesetz geltenden Versailler Vertrages die Tarnbezeichnung „Landwirtschaftlicher Schlepper 100“ (LaS 100). Für den Nachbau wurden hauptsächlich Famo in Breslau, Wegmann in Kassel und MIAG in Braunschweig bestimmt.

Vorserie[Bearbeiten]

Nicht zu verwechseln mit der späteren Ausführung A war die 1935 hergestellte Ausf. a1 das erste Produktionsfahrzeug, das unter dem Namen „Panzerkampfwagen II (2cm) (Sd.Kfz. 121)“ an die Truppe ausgeliefert wurde. Es wog 7,2 Tonnen, besaß einen Sechszylinder-Ottomotor von Maybach mit 130 PS und hatte noch ein Vorgelegegetriebe ohne Untersetzung. Bei den im selben Jahr produzierten 25 Stück der Ausführung a2 wurden Verbesserungen im Motorraum und an der Kühlanlage vorgenommen. Die letzte Variante der Vorserie waren 25 Stück der Ausf. a3, bei denen Änderungen im Bereich der Kühlung, Ketten und Aufhängung vorgenommen wurden. Die Versionen wurden von Mai 1936 bis Februar 1937 von MAN und Daimler-Benz gefertigt.

Da die Motorleistung als nicht ausreichend erachtet wurde, kam bei der Ausf. b ein 140-PS-Maybach-Motor zum Einbau. Die 100 Fahrzeuge dieser Serie hatten ein neues Untersetzungsgetriebe und die endgültigen Gleisketten der Panzer-II-Baureihe. Das Gewicht erhöhte sich auf 7,9 Tonnen.

Die 1937 erschienene Ausführung c hatte mit fünf an Viertelfedern aufgehängten Laufrollen das endgültige Panzer-II-Laufwerk. Mit den 75 Fahrzeugen dieser Ausführung endete die Entwicklung und die Serienproduktion wurde aufgenommen.

Serienproduktion[Bearbeiten]

Den Auftakt der Serienproduktion bildete 1937 die von MAN hergestellte Ausf. A, darauf folgten die nur minimal veränderten Ausführungen B und C. Insgesamt wurden bis 1939 210 Ausf. A, 384 Ausf. B und 364 Ausf. C gebaut, wobei neben den bereits genannten fünf Herstellern noch Alkett und Henschel beteiligt waren.

Verwendung[Bearbeiten]

Die kampfschwachen Pz II trugen die Hauptlast der Gefechte in Frankreich und Polen

Der als zuverlässig geltende Panzerkampfwagen II stellte 1939/40 sollmäßig mit 160 Fahrzeugen den Großteil einer rund 300 Kampffahrzeuge umfassenden Panzerdivision. Bei der Umstrukturierung im Jahre 1940/41 wurde das Fahrzeug nicht mehr als Kampfpanzer, sondern als Aufklärungspanzer geführt. Aufgrund der gleichzeitigen Reduzierung waren bei einem Sollbestand von nunmehr noch 200 Panzern pro Division 65 Stück vom Typ II. Im Jahre 1942 waren bei einem Soll-Bestand von insgesamt 164 Panzern nur noch 28 Panzer II vorgesehen. Im Jahr darauf wurde der Typ endgültig ausgemustert.

Da es der deutschen Rüstungsindustrie nicht gelang, der Wehrmacht die eigentlich vorgesehenen Standardpanzer der Typen Panzer III und Panzer IV in nennenswerter Stückzahl zur Verfügung zu stellen, bildete in den ersten beiden Jahren des Zweiten Weltkriegs der Panzer II mit knapp 1.100 einsatzfähigen Fahrzeugen das Rückgrat der deutschen Panzerwaffe. Zu Beginn des Westfeldzuges standen den dort eingesetzten Divisionen 955 Panzer II zur Verfügung. Der Bestand zu Beginn des Rußlandfeldzuges im Juni 1941 betrug knapp 1.200 Fahrzeuge; im Mai des darauffolgenden Jahres sank diese Zahl auf 860 Fahrzeuge.[1] Der Panzer II trug die Hauptlast der Gefechte in Polen und Frankreich und es zeigte sich relativ rasch, dass er wie sein Vorgänger zu schwach bewaffnet und gepanzert war und eigentlich nur als Behelfspanzer angesehen werden konnte. Lediglich im Straßenkampf bot er wegen seiner geringen Größe noch Vorteile. Des Weiteren wurden Panzer II in der Partisanenbekämpfung verwendet. Die Totalverluste können wie folgt beziffert werden:

  • 1939: 83 Stück
  • 1940: 240 Stück
  • 1941: 460 Stück

Bis zum April 1942 waren insgesamt 921 Panzer II als Totalverluste zu verzeichnen.[2]

Versionen[Bearbeiten]

Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Ausführung D/E (8./LaS 138)

1938 erhielt Daimler-Benz den Auftrag, den Panzerkampfwagen II mit dem Ziel höherer Geschwindigkeit und Beweglichkeit zu überarbeiten. Das Ergebnis war der „Panzer II Ausf. D/E“, der als Schnellkampfwagen den Leichten Divisionen zugeteilt wurde und dort zum Straßentransport meistens auf Tiefladeanhänger verlastet wurde. Die größte Änderung betraf das Laufwerk, das jetzt aus einer Drehstabfederung und vier großen doppelrädrigen Laufrollen bestand. Das Chassis wurde minimal in den Abmessungen verändert und die Panzerung betrug an der Turm- und Wannenfront jetzt 30 statt 15 mm. Trotz der Erhöhung des Gewichts auf 10 Tonnen betrug die Höchstgeschwindigkeit aufgrund des verbesserten Laufwerks 55 km/h. Als Kampffahrzeuge wurden sie schon nach dem Polenfeldzug ausgemustert, da ihre Geländegängigkeit aufgrund des mehr für Straßen geeigneten Laufwerks unbefriedigend war. Im Jahr 1939 wurden 43 Ausf. D und 7 Fahrgestelle der Ausf. F hergestellt, nach dem Polenfeldzug wurden diese zu Flammpanzern umgebaut und ab 1942 zu Marder II.

Ausführung F (9./LaS 100)
Eine „Ausf. F“ mit verstärkter Panzerung und Blindvisier

Aufgrund der Kampferfahrungen wurde es als notwendig erachtet, eine Verstärkung der Panzerung vorzunehmen. Diese Überlegungen mündeten in der „Ausführung F“, bei welcher die Frontpanzerung der Wanne auf 35 mm, die Frontpanzerung des Turmes auf 30 mm und die Seitenpanzerung auf 20 mm verstärkt wurde. Die weiteren Änderungen bestanden in einem neuen kegelförmigen Leitrad und einem neben der Fahrersichtklappe angebrachten Blindvisier, welches wahrscheinlich dazu gedacht war, das Fahrervisier weniger unter Feindbeschuss geraten zu lassen. Von März 1941 bis Juli 1942 wurden bei FAMO in Breslau und Warschau 509 Fahrzeuge hergestellt, welche auch den Abschluss der regulären Serienfertigung darstellten. Die Kosten für den Bau des Panzers beliefen sich ohne Bewaffnung und Funkgeräte auf 50.000 Reichsmark.[3]

Sonstige Ausführungen[Bearbeiten]

Ausführung G

Bereits im Juni 1938 erging ein Auftrag an MAN und Daimler-Benz, aus dem Panzer II einen Aufklärungspanzer mit hoher Geschwindigkeit zu entwickeln. Das Ergebnis war der mit einem Schachtellaufwerk versehene VK 901, der mit einem 145-PS-Motor und einem Gesamtgewicht von 9,2 t eine Geschwindigkeit von 50 km/h erreichte. Die angestrebte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h wurde mit einem späteren 200-PS-Motor erlangt. Es ist unwahrscheinlich, dass die ab Oktober 1940 ausgelieferte Null-Serie von 75 Stück an die kämpfende Truppe abgegeben wurde.

Ausführung H

Eine Art Nachfolger stellte der VK 903 dar, von dem lediglich ein Prototyp gebaut wurde. Noch im Jahre 1941 wurde vom Allgemeinen Heeresamt ein Panzerkampfwagen in der 10-t-Klasse gefordert, der eine erhöhte Geschwindigkeit und verbesserte Panzerung aufweisen sollte. Ein Entwicklungsfahrgestell wurde im September 1941 von MAN ausgeliefert. Das 10,5 t schwere Fahrzeug erreichte mit einem 200 PS starken Sechszylinder-Maybach-Ottomotor eine Geschwindigkeit von 65 km/h. Das Fahrzeug war vorne 30 mm stark und seitlich und am Heck 20 mm stark gepanzert. Ansonsten unterschied sich das „Ausführung H“ genannte Fahrzeug äußerlich nicht von der Ausführung G. Die Bewaffnung bestand aus einer 2-cm-KwK 38 und einem MG 34. Da das Fahrzeug zum voraussichtlichen Produktionsbeginn Mitte 1942 bereits überholt war, wurde das Projekt eingestellt.

Ausführung J

Ende 1939 erfolgte ein weiterer Entwicklungsauftrag mit dem „Schwerpunkt stärkste Panzerung“, aus dem der VK 1601 entstand. Die 80 mm starke Frontpanzerung und 50 mm starke Seitenpanzerung erhöhten das Gesamtgewicht auf knapp 18 Tonnen. Mit einem 150 PS starken Motor wurde eine Spitzengeschwindigkeit von 30 km/h erreicht. Wie auch die „Ausführung G“ hatte der Panzer ein Schachtellaufwerk und war mit der 2-cm-KwK 38 und einem MG 34 bewaffnet. Die Nullserie von 30 Stück wurde ab Dezember 1940 ausgeliefert, wobei nur eine geringe Anzahl im Kampf eingesetzt wurde. Der Produktionsauftrag von 100 Stück wurde storniert. Einzelne Exemplare wurden zu Bergepanzern umgebaut.

Ausführung L „Luchs“
Der „Luchs“ war ein reiner Aufklärungspanzer

Da die Geländebeschaffenheit besonders an der Ostfront den Einsatz von Rad-Spähpanzern erschwerte, besann man sich auf eine schon im September 1939 vom Heereswaffenamt erstmals erhobene Forderung, einen Aufklärungspanzer als Vollkettenfahrzeug zu schaffen. Auf der Grundlage der Ausführung G und J entstand daraufhin der VK 1301, von dem als „Ausführung M“ vier Prototypen hergestellt wurden. Nach geringen Änderungen ging das nun VK 1303 genannte Fahrzeug in Serienproduktion. Die Frontpanzerung betrug 30 mm, während die Seitenpanzerung 20 mm stark war. Die Besatzung bestand aus vier Mann. Das zwölf Tonnen schwere Fahrzeug erreichte mit einem 180 PS starken Benzinmotor eine für einen Spähpanzer vorteilhafte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Aufgrund der ausschließlichen Verwendung als Aufklärungsfahrzeug lautete die offizielle Bezeichnung „Panzer-Spähwagen II (2-cm-KwK 38) (Sd.Kfz. 123) Luchs“. Der Großserienauftrag umfasste 800 Stück, jedoch wurde die Produktion im Mai 1943 eingestellt. Bis dahin wurden 100 Fahrzeuge mit einer 2-cm-MK und 31 Fahrzeuge mit einer 5-cm-Kanone gefertigt und an die Aufklärungseinheiten der Panzerdivisionen übergeben.

Leopard

Trotz der schwachen Kampfkraft war die Entwicklung der Baureihe immer noch nicht abgeschlossen, denn das Heereswaffenamt vergab an MIAG (Fahrgestell) und Daimler-Benz (Aufbau und Turm) den Auftrag, ein schweres Vollketten-Aufklärungsfahrzeug zu schaffen. Daraufhin wurde der offiziell als „Gefechtsfeldaufklärer VK 1602“ bezeichnete Leopard entwickelt, der eine Turmpanzerung von 50 bis 80 mm und eine Wannenpanzerung von 20 bis 60 mm besaß. Bei einem Gewicht von etwa 26 Tonnen sollte ein 550 PS starker Ottomotor dem Panzer eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h verleihen. Zur Produktion des Fahrzeuges kam es nicht, jedoch wurde der fertig konstruierte Turm für den Spähpanzer Puma verwendet.

Abarten[Bearbeiten]

Panzerjäger Marder II
Hauptartikel: Marder II
Der Marder II war eine erfolgreiche Übergangslösung

Da die Schwachpunkte der Baureihe sehr schnell zu Tage traten, wurde ein Teil der Chassis für verschiedene Selbstfahrlafetten verwendet, die sich in ihrem Aufgabengebiet größtenteils besser bewährten als der eigentliche Panzerkampfwagen. So erging Ende 1941 in Anbetracht der erkannten Defizite einer motorisierten Panzerabwehr der Auftrag, durch Umbau der Panzer-II-Fahrgestelle einen Panzerjäger zu schaffen, der mit der massenhaft erbeuteten 7,62-cm-Pak der Roten Armee ausgerüstet werden sollte. Von den Marder II genannten Fahrzeugen wurden bis Mai 1942 150 Stück ausgeliefert; 51 weitere Sd.Kfz. 132 sollten folgen, sobald wieder reparierte Fahrgestelle zur Verfügung standen. Die Bezeichnung Sd.Kfz. 131 erhielten die ab Juni 1942 ausgelieferten Fahrzeuge, die mit der deutschen PaK 40 ausgerüstet waren. Von diesem Typ wurden 576 neu gebaut und weitere 75 aus Panzer II umgebaut. Versuche mit der 5-cm-PaK 38, mit der zwei umgebaute Fahrzeuge im Januar 1942 an die Front gelangten, wurden wegen der zu geringen Durchschlagsleistung gegenüber dem T-34 nicht fortgeführt. Obwohl der Panzerjäger durch die 15 mm starken Schutzschilde nur schwach gepanzert war und einen oben offenen Kampfraum besaß, leistete er eine wertvolle Hilfe bei der Panzerabwehr auf dem östlichen Kriegsschauplatz.

Geschützwagen II

Eine weitere Selbstfahrlafette stellte das nur in wenigen Exemplaren gebaute Sd.Kfz. 121 dar, das auch Geschützwagen II genannt wurde. Das Fahrzeug war mit dem schweren Infanteriegeschütz 33 bewaffnet und wog zwölf Tonnen. Trotz des im Gegensatz zum Geschützwagen I relativ niedrigen Aufzuges war das Fahrgestell überlastet und bewährte sich nicht. Alle gebauten Fahrzeuge wurden dem Afrikakorps zugewiesen.

Panzerhaubitze Wespe
Hauptartikel: Panzerhaubitze Wespe

Die bekannteste Selbstfahrlafette auf dem Panzer-II-Fahrgestell war die Panzerhaubitze Wespe, die ihren ersten Einsatz bei der Schlacht von Kursk erlebte. Das Fahrzeug war mit der leichten Feldhaubitze 10,5 cm bestückt, für die 32 Schuss Munition mitgeführt wurde. Der oben offene Kampfraum war rundherum durch 10 mm starke Schilde gepanzert. Das Kampfgewicht lag bei 11,5 t und die Besatzung bestand aus fünf Mann. Zusätzlich zu den 683 Exemplaren gab es noch 158 Munitionstransporter, die im Aufbau der Wespe dahingehend glichen, dass bei ihnen nur das Geschütz entfernt wurde. Bestückt mit 90 Schuss Munition konnten sie den Panzerhaubitzen ins Gefecht folgen. Außerdem war es möglich, den Munitionstransporter in eine Panzerhaubitze umzubauen, indem man das Geschütz aus einer beschädigten Wespe einbaute. Dieser Umbau konnte sogar im Feld vorgenommen werden.[4]

Flammpanzer II „Flamingo“

Im Januar 1939 wurde an MAN und Wegmann ein Entwicklungsauftrag für einen leichten Flammenwerferpanzer erteilt. Im April 1942 befanden sich insgesamt 95 Stück des offiziell bezeichneten „PzKpfw II (Fl) (Sd.Kfz. 122)“ in den Panzer-Sonderformationen, wobei ein Teil aus der „Ausf. D/E“ umgebaut wurde. Der Flammpanzer II trug als Bewaffnung ein MG 34 in einem weitaus kleineren Turm sowie zwei leicht gepanzerte Flammenwerfer, die sich jeweils am vorderen Ende der Kettenabdeckbleche befanden. Die in einem Mini-Turm untergebrachten Flammenwerfer waren um 180° drehbar und bis 20° höhenverstellbar. Gespeist wurden sie durch einen jeweils dahinterliegenden und gepanzerten außenliegenden Treibstofftank mit je 160 Litern Fassungsvermögen. Damit konnten rund 80 Feuerstöße von zwei bis drei Sekunden Dauer bei einer Reichweite von 35 Meter abgegeben werden. Das meist als Flammmittel verwendete Petroleum wurde durch komprimierten Stickstoff ausgestoßen und mit einer Acetylenflamme entzündet. Gesteuert wurden die Flammenwerfer vom Kommandanten mithilfe von zwei Kurbeln am Armaturenbrett im Turm, die über Ketten die Spritzköpfe einzeln ausrichtete. Zur Errichtung einer Nebelbank befand sich im hinteren Bereich der Kettenabdeckung je eine Gruppe von drei Nebeltöpfen. Wegen seiner leichten Panzerung war das Fahrzeug zwar bei Beschuss anfällig, jedoch war das Flammenwerfer-System einfach und zuverlässig, so dass sich der Panzerkampfwagen II als Flammpanzer gut bewährt hat.

Technik[Bearbeiten]

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Die Standardausführung hatte fünf an Viertelfedern aufgehängte Laufrollen und eine gerade Bugplatte

Die Standardausführung hatte ein Gewicht von 8,9 Tonnen und eine Panzerung von rundherum 15 mm. Der 140 PS starke wassergekühlte Ottomotor befand sich rechts versetzt im Heck und wirkte über eine Kardanwelle und eine Scheibenkupplung auf das ebenfalls nach rechts versetzte und im Fahrerraum befindliche nichtsynchronisierte Sechsgang-Schubgetriebe von ZF. Von dort verlief der Kraftfluss über ein Kupplungslenkgetriebe an die vorne liegenden Kettenantriebsräder. Das Laufwerk bestand aus fünf an Viertelfedern aufgehängten Laufrollen und vier Stützrollen.

Die dreiköpfige Besatzung bestand aus dem Kommandanten, einem Fahrer und einem Funker. Der Fahrer saß vorne links und konnte durch eine vor ihm befindliche Sichtklappe herausschauen, die durch einen herausnehmbaren Glasblock geschützt war. Zusätzlich gab es noch links und rechts jeweils einen mittels Schutzklappe zu verschließenden Sehschlitz. Dem Funker, der auf dem Rumpfboden im rückwärtigen Teil des Innenraumes saß, stand ein Sehschlitz am Heckaufbau zur Verfügung. Seine Einstiegsluke befand sich hinter dem Turm neben dem Motor. Der Kommandant saß im bodenlosen Turm auf einem abgehängten und der Turmbewegung folgenden Sitz. Ihm standen zwei Sehschlitze links, einer rechts und einer hinten zur Verfügung. Die zweiteilige Einstiegsluke wurde ab 1940 durch eine Kommandantenkuppel mit acht Winkelspiegeln und einer einteiligen Klappe ersetzt. Der geschweißte Turm wurde manuell mittels einer Klauenkupplung geschwenkt. Die links befindliche 2-cm-KwK 30 wurde durch einen Abzug am Höhenrichtrad (links) und das MG 34 durch einen Abzug am Schwenkrad (rechts) bedient. Für die 63 kg wiegende Maschinenkanone wurden 18 Magazine mitgeführt, die jeweils zehn Geschosse fassten.[5] Das 11,6 kg schwere Maschinengewehr wurde mit einem 150 Schuss fassenden Metallpatronengurt geladen, von denen sich 17 an Bord befanden. Für das Zielen stand ein TZF-4-Zielfernrohr mit 2,5-facher Vergrößerung zur Verfügung, wobei die Waffen unter Umständen auch mittels einer Aussparung in der Geschützblende behelfsmäßig gerichtet werden konnten. Zur Erzeugung einer Nebelwand befanden sich fünf Nebelkerzen an der Rückseite des Panzers, die mittels einer gespannten Feder herauskatapultiert wurden. Die entstörte Funkanlage bestand aus zwei Empfängern, einem Sender und einer sich links hinten am Aufbau befindlichen und von innen einziehbaren 2 Meter langen Stabantenne. Alle drei Besatzungsmitglieder verfügten über Mikrofon und Kopfhörer. Die Anlage konnte aber nicht zur internen Kommunikation genutzt werden, so dass die Verständigung zwischen Fahrer und Kommandant über ein Hörrohr erfolgen musste.

Technische Daten[Bearbeiten]

Technische Daten der Versionen des Panzerkampfwagen II
Ausf. a1/a2/a3 Ausf. A, B, C Ausf. D/E Ausf. F Luchs
0Allgemeine Eigenschaften
Gewicht 7,6 t 8,9 t 10 t 9,5 t 11,8 t
Länge 4,38 m 4,81 m 4,63 m 4,81 m 4,63 m
Breite 2,14 m 2,22 m 2,30 m 2,28 m 2,49 m
Höhe 1,95 m 1,99 m 2,02 m 2,02 m 2,13 m
Besatzung 3 3 3 3 4
Baujahr 1935–1937 1937–1940 1938–1939 1941–1942 1942–1943
Stückzahl 100 1113 50 525 131
Bewaffnung 1 × MG 34 (7,92 mm)
1 × KwK 30 (2 cm)
= = = 1 × MG 34 (7,92 mm)
1 × KwK 38 (2 cm)
Schuss / Min (KwK) 600/280 = = = 680/480
V 0 m / sec (KwK) 800–900 = = = =
Munitionsvorrat MG = 2550 Schuss
KwK = 180 Schuss
= MG = 1425 Schuss
KwK = 180 Schuss
MG = 2550 Schuss
KwK = 180 Schuss
MG = 2550 Schuss
KwK = 330 Schuss
Panzerung
Wanne Front 13 mm / gewölbt 14,5 mm / 58 bzw. 90° 30 mm / 58 bzw. 90° 35 bzw. 30 mm
77 bzw. 80°
30 bzw. 20 mm
65 bzw. 80°
Wanne Seite 13 mm / 90° 14,5 mm / 90° = 20 mm / 90° 20 mm / 90°
Wanne Heck 13 mm / 90° 14,5 mm / 90° = = 20 mm / 60°
Wanne Decke 10 mm 14,5 mm = = 13 mm
Wanne Boden 5 mm = = = 10 mm
Turmfront 15 mm / gewölbt 15 mm / gewölbt 30 mm / gewölbt 30 mm / gewölbt 30 mm / 80°
Turmseite 13 mm / 67° 14,5 mm / 67° 14,5 mm / 67° 15 mm / 68° 15 mm / 70°
Turm - Heck 13 mm / 70° 14,5 mm / 70° = = 20 mm / 70°
Turm - Decke 8 mm 10 mm = = 13 mm
Beweglichkeit
Motor Maybach HL 57 TR
Sechszylinder-Ottomotor
wassergekühlt
Maybach HL 62 TRM
Sechszylinder-Ottomotor
wassergekühlt
= = Maybach HL 66 P
Sechszylinder-Ottomotor
wassergekühlt
Leistung 130 PS (96 kW) bei 2600/min 140 PS (103 kW) bei 2600/min = = 180 PS (132 kW) bei 3200/min
Hubraum 5698 cm³ 6191 cm³ = = 6750 cm³
Gänge (V / R) 6 / 1 = = = =
Gewichtsbezogene Leistung 17,1 PS/t 15,7 PS/t 14,0 PS/t 14,7 PS/t 15,2 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h 40 km/h 55 km/h 40 km/h 60 km/h
Kraftstoffvorrat 170 l 170 l 200 l 170 l 236 l
Fahrbereich 200 km (Straße)
130 (Gelände)
= = 200 km (Straße)
100 (Gelände)
150 km (Straße)
150 (Gelände)
Kettenbreite 30 cm = = = 36 cm

Verweise[Bearbeiten]

Panzerkampfwagen II Ausf. c

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Panzerkampfwagen II – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Panzer II auf AchtungPanzer.com (englisch); mit Bildern der „Ausf. J“ (VK 1601) und Luchs mit 5-cm-Turm
  • PDF-Datei mit Bildern von heute noch existierenden Museumsfahrzeugen des Typs Panzerkampfwagen II (2,91 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen zu Kriegsbeginn → MGFA: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 5/1, ISBN 3-421-06232-3, Interpolation der Tabellen S.554 u. S.636
    Zahlen Westfeldzug und 1941/42 → F.M. von Senger und Etterlin: Die deutschen Panzer. ISBN 3-7637-5988-3, S. 25 und 346
  2. MGFA: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 5/1, Deutsche Verlags-Anstalt 1988, ISBN 3-421-06232-3, S. 636
  3. George Forty: Die deutsche Panzerwaffe im Zweiten Weltkrieg. ISBN 3-8289-5327-1, S. 40
  4. S. Hart & R. Hart: Deutsche Panzer im Zweiten Weltkrieg; Gondolino (1998), ISBN 3811216678
  5. Forty, Die deutsche Panzerwaffe, spricht auf S. 36 von 10 Magazinen mit je 18 Schuss, jedoch ist bei Anmerkung Nr. 18 die Rede von einem verkleinerten 10-Schuss-Magazin für den KwK-Einsatz im Panzer. Auch die Datentabelle bei Sänger und Etterlin, Die deutschen Panzer, nennt ein 10-Schuss-Magazin.