Panzerschlacht vor Warschau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wolomin Battlefield.png

Die Panzerschlacht vor Warschau auch Panzerschlacht von Radzymin oder Wołomin genannt, war eine Schlacht im Zweiten Weltkrieg zwischen vier gepanzerten Divisionen der Heeresgruppe Mitte unter Generalfeldmarschall Model und der sowjetischen 2. Panzerarmee, die vom 1. bis zum 4. August 1944 nordöstlich von Warschau stattfand.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge der Operation Bagration war die Rote Armee nach einmonatigem Kampf aus Weißrussland bis zur Weichsel vorgestoßen. Am 27. Juli 1944 begann die sowjetische 2. Panzerarmee (Generalleutnant A. I. Radzijewski) aus dem Raum Puławy den Vorstoß auf die polnische Hauptstadt Warschau. Sie wurde dabei am linken Flügel durch die Infanterie der 8. Garde-Armee unter General W. I. Tschuikow und rechts durch die 47. Armee (Generalleutnant N. I. Gusjew) gedeckt. Die 8. Garde-Armee konnte südlich von Warschau bei Magnuszew einen Brückenkopf über die Weichsel bilden.

Die sowjetischen Truppen beabsichtigten den Warschauer Vorort Praga aus der Bewegung heraus zu nehmen und weiter im Norden die Narew-Brücken von Zegrze und Serock zu sichern. Das sowjetische 3. Panzerkorps, das über Mińsk Mazowiecki als Spitze der 2. Panzerarmee in nordwestlicher Richtung vorrückte, näherte sich auf 5 km Distanz der Brücke über den Fluss Narew bei Zegrze um den dortigen Übergang zu erobern. Der linke Flügel wurde vom 2. Garde-Kavalleriekorps begleitet und die rechte Flanke vom 125. Schützenkorps der 47. Armee gedeckt. Die deutsche Fallschirm-Panzer-Division 1 Hermann Göring und die Reste der 73. Infanterie-Division verteidigten am 28. und 29. Juli den Weichsel-Abschnitt im Raum der östlichen Vorstadt Praga. Unabhängig von den sowjetischen Operationen begann die polnische Heimatarmee (Armia Krajowa) am gleichen Tag den Warschauer Aufstand um die Hauptstadt selbst zu befreien.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sowjetische 3. Panzerkorps (Generalmajor N. D. Wedenejew), begleitet vom 125. Schützenkorps drang Anfang August 1944 bis nach Wołomin nordöstlich von Warschau vor. Dahinter folgten das 8. Garde-Panzerkorps (Generalmajor A. F. Popow) und das 16. Panzerkorps (Generalmajor I. W. Dubowoj), die sowjetischen Panzerkräfte zählten etwa 700 Panzer und Selbstfahrlafetten. General von Vormann, der Oberbefehlshaber der im Raum Warschau neu aufgestellten deutschen 9. Armee waren eiligst Verstärkungen zugeführt worden. Nach dem Plan des Generalfeldmarschall Model sollte das XXXIX. Panzerkorps (General der Panzertruppen Dietrich von Saucken) aus dem Raum Praga durch einen Gegenangriff in nordöstlicher Richtung die verlorene Verbindung mit dem IV. SS-Panzerkorps der 2. Armee im Raum Siedlce hergestellt werden und alle westlich durchgebrochene sowjetischen Kräfte abgeschnitten werden. Der SS-Obergruppenführer Gille befahl der 19. Panzer-Division (Generalleutnant Hans Källner) und der SS-Division "Wiking" einen Zangenangriff auf die Ortschaft Okuniew. Die 19. Panzerdivision griff aus der Richtung Wyskow gegen Radzymin an, während die SS-Division "Wiking" beiderseits der Strasse Wegrow-Okuniew und die SS-Division "Totenkopf" (SS-Brigadeführer Hellmuth Becker) aus den Raum Kałuszyn in allgemeiner Richtung Südwest auf Minsk-Mazowiecki vorgingen. Es gelang die Strasse Wyskow-Warschau freizukämpfen und dabei das sowjetische 3. Panzerkorps einzuschließen. Der Angriff wurde dann auf Wolomin fortgesetzt und Entlastungsangriffe des sowjetischen 16. Panzerkorps abschlagen. Nach dem vollständigen Eintreffen der deutschen 4. Panzer-Division (Generalleutnant Clemens Betzel) wurde auch das verlorene Radzymin zurückerobert. Das 8. Garde- und 16. Panzerkorps erlitten dabei erhebliche Verluste. Bis zum 4. August wurde das sowjetische 3. Panzerkorps von den deutschen Truppen aufgerieben.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Gegenangriff hatte die deutsche Abwehrfront nördlich Warschau wieder gefestigt. Die Truppen der 2. Weissrussischen Front unter Marschall Rokossowski waren infolge dieser Kämpfe nicht in der Lage, den polnischen Aufständischen in Warschau wirksam zu Hilfe zu kommen. Am 15. September, starteten drei Divisionen der bei der Roten Armee eingesetzten polnischen 1. Armee unter General Zygmunt Berling nördlich und südlich von Warschau den Versuch, die Weichsel zu überqueren. Sie konnten den deutschen Widerstand aber nicht brechen, infolgedessen musste die Armia Krajowa Anfang Oktober 1944 kapitulieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Hinze: Ostfrontdrama 1944 – Rückzugskämpfe der Heeresgruppe Mitte, Motorbuchverlag, Stuttgart 1988, S. 391–400, ISBN 3-613-01138-7.
  • Norman Davies: Rising '44. The Battle for Warsaw. ISBN 0-333-90568-7 (Aufstand der Verlorenen. Der Kampf um Warschau 1944. Droemer Verlag München 2004, ISBN 3-426-27243-1)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Bączyk: Sowiecki 16 Korpus Pancerny pod Warszawą (29 lipca–6 sierpnia 1944) (polnisch)