Paolo Gentiloni

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Paolo Gentiloni (2017)
Unterschrift von Paolo Gentiloni

Paolo Gentiloni Silveri (* 22. November 1954 in Rom) ist ein italienischer Politiker der Demokratischen Partei (italienisch Partito Democratico, kurz PD). Er ist seit dem 12. Dezember 2016 Ministerpräsident Italiens.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paolo Gentiloni entstammt dem italienischen Adelsgeschlecht Gentiloni Silveri, Herren von Filottrano, Cingoli und von Macerata aus Tolentino in der Provinz Macerata in den zentralitalienischen Marken. Der aus dem 13. Jahrhundert stammende Hauptsitz der Familie grenzt an die Basilika San Nicola, er wurde bei den Erdbeben von 2016 in Mitleidenschaft gezogen.[1] Einer seiner Vorfahren war Vincenzo Ottorino Gentiloni. 2015 wurde Paolo Gentiloni die Ehrenbürgerschaft von Tolentino verliehen.

Gentiloni ist seit 1988 mit der Architektin Emanuela Di Mauro verheiratet. Das Paar hat keine Kinder.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paolo Gentiloni zusammen mit dem amerikanischen Außenminister John Kerry in Rom, Juni 2016
Gentiloni bei der feierlichen Amtsübergabe zum Ministerpräsident durch seinen Vorgänger Matteo Renzi am 12. Dezember 2016 in Rom

Gentiloni besuchte eine Montessori-Schule und hatte eine katholische Erziehung bei der Katechetin Agnese Moro, der Tochter von Aldo Moro. Seinen Schulabschluss absolvierte er am Liceo Tasso in Rom und studierte Politikwissenschaften an der Universität La Sapienza.

Bereits als Student engagierte er sich unter anderen in der Studentenbewegung um Mario Capanna. In den Jahren danach war Gentiloni für verschiedene linksgerichtete Bewegungen und Parteien in der Lokalpolitik tätig und arbeitete seit 1990 als Journalist. Er war Sprecher von Francesco Rutelli im Wahlkampf 1993 für das Bürgermeisteramt in Rom, später Ratsherr für das Jubiläumsjahr 2000 und Tourismus.

Er war Direktor der La Nuova Ecologia (zu Deutsch: Der Neue Umweltschutz), der Monatszeitschrift der italienischen Umweltschutzorganisation Legambiente. 2002 war er Mitbegründer der Democrazia è Libertà – La Margherita.[2]

Seit der Parlamentswahl vom 13. Mai 2001 ist er Mitglied der Abgeordnetenkammer. Er war in den Ausschüssen für Kommunikation, Postwesen und Verkehr sowie für auswärtige Angelegenheiten und in anderen parlamentarischen Gremien tätig. Von 2006 bis 2008 war er Kommunikationsminister im Kabinett Prodi II und ab November 2014 Außenminister im Kabinett Renzi.

Am 11. Dezember 2016, sechs Tage nach dem Rücktritt von Matteo Renzi, beauftragte Staatspräsident Sergio Mattarella Gentiloni mit der Regierungsbildung.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paolo Gentiloni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paolo Gentiloni, un nobile a Palazzo Chigi. In: ANSA. 11. Dezember 2016, abgerufen am 13. Dezember 2016.
  2. Stephanie Kirchgaessner: Paolo Gentiloni to succeed Matteo Renzi as Italian prime minister. In: The Guardian. 11. Dezember 2016, abgerufen am 13. Dezember 2016.
  3. Gentiloni soll Regierungschef werden. In: tagesschau.de. 11. Dezember 2016, abgerufen am 11. Dezember 2016.
Vorgänger Amt Nachfolger
Matteo Renzi Präsident des Ministerrats von Italien
ab 12. Dezember 2016
...
Federica Mogherini Italienischer Außenminister
31. Oktober 2014–12. Dezember 2016
Angelino Alfano