Paolo Maldini

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Paolo Maldini
Paolo Maldini (2018)
Personalia
Voller Name Paolo Cesare Maldini
Geburtstag 26. Juni 1968
Geburtsort MailandItalien
Größe 187 cm
Position Innenverteidigung
Außenverteidigung (links)
Junioren
Jahre Station
1978–1985 AC Mailand
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1985–2009 AC Mailand 647 (29)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1986–1988 Italien U-21 12 0(5)
1988–2002 Italien 126 0(7)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Paolo Cesare Maldini (* 26. Juni 1968 in Mailand) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger Fußballfunktionär. Der Abwehrspieler verbrachte von 1978 bis 2009 seine gesamte Jugend- und Profikarriere bei der AC Mailand, mit der er insgesamt 26 Titel gewann, unter anderem sieben Mal die italienische Meisterschaft und fünf Mal die UEFA Champions League.

Mit 902 Pflichtspieleinsätzen ist er Rekordspieler des Vereins und war von 1997 bis 2009 Mannschaftskapitän. Er gilt als einer der besten Abwehrspieler aller Zeiten und ist unter anderem Teil der Hall of Fame des Italienischen Fußballs, des Ballon d’Or Dream Team sowie der FIFA 100. Seine Rückennummer 3 wurde aufgrund der Verdienste und Treue zum Verein bis heute nicht mehr vergeben.

Er lief 126 Mal für die italienische Nationalmannschaft auf, mit der er 1994 Vize-Weltmeister und 2000 Vize-Europameister wurde.

2018 wurde er bei der AC Mailand als Direktor für strategische Entwicklung im Bereich Sport tätig, seit 2019 ist er Technischer Direktor.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paolo Maldini (2008)

Der Sohn des italienischen Fußballspielers und -trainers Cesare Maldini spielte ab seinem zehnten Lebensjahr für den italienischen Traditionsklub AC Mailand. In der Saison 1984/85 gab Maldini sein Serie-A-Debüt am 20. Januar 1985 beim Spiel gegen Udinese Calcio. Maldini wurde in diesem Spiel zur Halbzeit für den verletzten Sergio Battistini eingewechselt. Während der Saison 1984/85 absolvierte Maldini kein weiteres Spiel in der italienischen Liga.

In der Saison 1985/86 wurde Maldini zum Stammspieler im Verein. Er wurde seitdem zumeist als Innenverteidiger oder linker Außenverteidiger eingesetzt. Der Scudetto in der Saison 1987/88 war der erste Titel, den Maldini mit seinem Club gewann. Ab Ende der 1980er Jahre spielte Maldini an der Seite von Franco Baresi, Marco van Basten, Roberto Donadoni, Ruud Gullit und Frank Rijkaard. Ab dieser Zeit gewann Maldini mit der AC Mailand zahlreiche nationale und internationale Titel und erreichte siebenmal die nationale Meisterschaft, einmal den nationalen Pokal und fünfmal die Supercoppa Italiana. Darüber hinausgehend gewann Maldini mit seinem Klub zweimal den Europapokal der Landesmeister, dreimal die Champions League, fünfmal den UEFA Super Cup, zweimal den Weltpokal und einmal die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft.

Im Jahr 1994 wurde Maldini, der mit seinem Verein im selben Jahr den Scudetto und die Champions League gewonnen hatte, vom World-Soccer-Magazin zum Spieler des Jahres gewählt. Er ist der erste Abwehrspieler, dem diese Auszeichnung verliehen wurde. Nach dem Karriereende von Baresi zum Saisonende 1996/97 war Maldini Mannschaftskapitän. Am 11. März 2007 bestritt er im Stadtderby gegen Inter Mailand seinen 600. Ligaeinsatz. Er war mit 647 Liga-Einsätzen, bis ihn Gianluigi Buffon am 4. Juli 2020 übertraf, Rekordspieler der Serie A.[1] Sein letztes Spiel, zugleich das 902. im Trikot der Mailänder, bestritt er am 31. Mai 2009 auswärts gegen die AC Florenz (2:0-Sieg).

Am 16. Dezember 2007 gab Maldini im Rahmen der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft in Yokohama bekannt, 2008 seine Karriere beenden zu wollen,[2] revidierte seinen Entschluss aber zwei Tage nach dem Ausscheiden der AC Mailand im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Arsenal am 7. März 2008 und verlängerte seinen Vertrag bei Mailand bis zum 30. Juni 2009. Am 17. April 2009 gab Maldini schließlich bekannt, dass er seinen Vertrag bei der AC Mailand nicht erneut verlängern werde und beendete seine Karriere am Ende der Saison 2008/09. Er ließ außerdem verlauten, dass er weiterhin im Fußballgeschäft tätig sein wolle, jedoch nicht als Trainer.[3]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maldini gab am 31. März 1988 unter Azeglio Vicini beim 1:1-Unentschieden gegen Jugoslawien sein Debüt in der italienischen Nationalmannschaft. Bei der EM 1988 hatte er als jüngster Turnierteilnehmer vier Einsätze, schied aber mit den Azzurri im Halbfinale gegen die UdSSR aus. Er war von 1994 bis 2002 Kapitän seines Landes und mit 126 Länderspielen bis 2009, als ihn Fabio Cannavaro ablöste, Rekordnationalspieler Italiens.

Höhepunkte in Maldinis internationaler Karriere waren die Finalteilnahmen bei der WM 1994 (Niederlage gegen Brasilien) und der EM 2000 (Niederlage gegen Frankreich). Bei der WM 1990 im eigenen Land scheiterte Italien im Halbfinale an Argentinien und beendete das Turnier auf Rang drei. Insgesamt nahm Maldini mit Italien an vier Welt- (1990, 1994, 1998, 2002) und drei Europameisterschaften (1988, 1996, 2000) teil.

In den Jahren 1996 bis 1998 spielte Maldini unter seinem Vater Cesare Maldini in der italienischen Nationalmannschaft. Nach dem glücklosen Verlauf der WM 2002 für Italien (Italien scheiterte im Achtelfinale an Südkorea) trat Maldini aus dem Nationalteam zurück. Die Rückkehr in die italienische Nationalmannschaft zur EM 2004 und zur WM 2006 lehnte er jeweils ab.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paolo Maldini und die Mannschaft der AC Mailand bei der Siegerehrung nach dem Endspiel der UEFA Champions League 2002/03

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International
National

Italienische Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individuelle Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paolo Maldini stand achtmal (1989, 1990, 1993–1995, 2003, 2005, 2007) in den Finals des Europapokals der Landesmeister bzw. der UEFA Champions League. Er hält damit zusammen mit Francisco Gento den Rekord an Finalteilnahmen in diesem Europapokalwettbewerb. Gento bestritt insgesamt noch ein Europapokalfinale mehr, da er 1971 auch im Europapokal der Pokalsieger das Finale erreichte.
  • In der Champions-League-Saison 2002/03 stellte er mit 19 Spielen den Rekord für die meisten Einsätze in einer Spielzeit auf.
  • Maldini ist der Spieler mit der längsten Einsatzdauer bei Fußball-Weltmeisterschaften (2217 Minuten).
  • Nach seinem Ausscheiden als Fußballspieler bei der AC Mailand soll die Rückennummer von Maldini („3“) nicht mehr an einen anderen Spieler vergeben werden, es sei denn, einer seiner Söhne wird Profispieler bei der AC Mailand.

Nach der aktiven Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paolo Maldini (2013)

Paolo Maldini ist seit 2015 Miteigentümer des Miami FC aus Florida.[5]

Gelegentlich nimmt Maldini an Tennisturnieren teil, so erstmals mit 41 Jahren. Im Juni 2017 bekam er mit seinem Partner Stefano Landonio eine Wildcard für das Challengerturnier in Mailand. Die Teilnahme hatte die Paarung zuvor in einem Qualifikationsturnier erspielt.[6]

Zur Saison 2018/19 wurde er als Direktor für strategische Entwicklung im Bereich Sport bei der AC Mailand tätig,[7] seit 2019 ist er Technischer Direktor.[8]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maldini hat fünf Geschwister. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Sein 2001 geborener Sohn Daniel Maldini steht seit 2019 bei Mailand unter Vertrag und gab im Februar 2020 sein Debüt in der Serie A.[9]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zum 1000. Serie-A-Einsatz für die AC Mailand kam die Familie Maldini durch Einsätze von Paolo (647), seinem Vater Cesare (347) sowie seinem Sohn Daniel (6). Das Jubiläum erfolgte als aktueller Tabellenführer am 6. Januar 2021 im Heimspiel gegen Juventus Turin, in welchem Daniel in der 81. Minute eingewechselt wurde.[10]
  • Mit dem Gewinn der Meisterschaft 2021/22 wurden nun alle drei Generationen jeweils Meister mit der AC Mailand (Vater (4×) – Sohn (7×) – Enkel (1×)). Von den 19 „scudetti“ der AC Mailand gewann der Klub 12 mit einem Maldini im Kader.[11][12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Paolo Maldini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gianluigi Buffon ist neuer Rekordspieler der Serie A. In: Der Spiegel. 4. Juli 2020, abgerufen am 12. Juli 2020.
  2. Maldini macht Schluss. In: Kicker. 16. Dezember 2007, abgerufen am 12. Juli 2020.
  3. Milan-Star Maldini setzt den Karriere-Schlusspunkt. www.focus.de, 17. April 2009, abgerufen am 17. April 2009.
  4. Paolo Maldini / Frederic Massara Best Sporting Director of the Year. Abgerufen am 19. November 2022.
  5. Paolo Maldini - der Meister des Tacklings | europapokal.de. In: www.europapokal.de. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  6. Neue Herausforderung für Maldini. In: tennisnet.com. 23. Juni 2017, abgerufen am 26. Juni 2017.
  7. acmilan.com - PAOLO MALDINI RITORNA AL MILAN
  8. acmilan.com - PAOLO MALDINI BECOMES THE NEW TECHNICAL DIRECTOR OF AC MILAN
  9. Steckbrief Daniel Maldini. In: transfermarkt.de. Abgerufen am 15. Juni 2020.
  10. DER SPIEGEL: Jubiläum bei der AC Mailand: Tausendmal Maldini - DER SPIEGEL - Sport. Abgerufen am 8. Januar 2021.
  11. Tränen in Paris, Euphorie in Manchester, ein König in Mailand – das Beste des Wochenendes. Abgerufen am 23. Mai 2022.
  12. Andrew Cesare Richardson: Milan’s Daniel Maldini is third-generation title-winner with Rossoneri. In: Football Italia. 23. Mai 2022, abgerufen am 23. Mai 2022 (britisches Englisch).