Paperboy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paperboy
StudioAtari Games
PublisherAtari Games
Leitende EntwicklerJohn Salwitz, Dave Ralston, Russel Dawe
Erstveröffent-
lichung
1984
GenreGeschicklichkeitsspiel
Spielmodus2 Spieler abwechselnd
SteuerungFahrradlenker; 2-Knöpfe
GehäuseStandard
Arcade-SystemAtari System 2 = Haupt-CPU: T11 (@ 10 MHz)
Sound-CPU:
6502 (@ 1,789772 MHz)
Sound-Chips: YM2151, POKEY, TMS5220
MonitorRaster Auflösung 512 × 384 (4:3 Horizontal) Farbpalette: 256
Paperboy auf dem Schneider CPC 464

Paperboy (englisch für Zeitungsjunge) ist ein Computerspiel, das erstmals 1984 in Form eines Spielautomaten erschien. Paperboy war eines der ersten Computerspiele mit einer isometrischen Perspektive. Die Spielfigur bewegte sich dabei diagonal im Spielgeschehen, anstelle der herkömmlichen links-rechts/oben-unten Bewegungen. Der Paperboy-Spielautomat war mit einem Fahrradlenker anstatt einem Joystick ausgestattet und war das erste Spielhallengerät, das ein Fahrrad simulierte.

Spielhandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel handelt vom Alltag eines amerikanischen Zeitungsjungen. Der Spieler muss die Spielfigur auf einem BMX-Fahrrad im Wettlauf gegen die Zeit durch einen Ort steuern und Zeitungen verteilen. Dabei wird er von Passanten und beißwütigen Hunden daran gehindert, möglichst viele Zeitungen in möglichst kurzer Zeit in den Briefkästen lediglich der Abonnenten zu werfen, die sich auf der linken Straßenseite befinden. Erhält ein Kunde keine Zeitung oder wird ihm sogar eine Scheibe eingeworfen, gibt es einen Bonus-Abzug und es kommt zu einer Kündigung des Abos. Erhalten alle Kunden die Zeitung, ergibt das eine Perfect Delivery.

Am Ende der Straße befindet sich eine hügelige Bonus-Strecke mit Wasserfallen. Bei einem Sturz auf der Bonus-Strecke bekommt man keines der zwei Extraleben abgezogen. Das erste Level beginnt mit dem Montag. Mit jedem Wochentag erhöht sich die Anzahl der Hindernisse. Der siebte und letzte Level ist demnach der Sonntag. Wenn der Spieler es durch die sieben Wochentage schafft, erhält er zur Belohnung eine Schlagzeile.

Portierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel wurde im Lauf der Jahre auf einige andere Systeme übertragen, dabei war die Grafik technisch bedingt deutlich grobpixeliger als die Spielhallenversion. Mit Ausnahme der Spiele für den Game Boy (Mindscape) wurden alle erschienenen Spiele von Atari Games oder deren Konsolenspielabteilung Tengen produziert. Den überwiegenden Teil der Portierungen nahm Elite Systems vor, die auch Herausgeber der Version für den C64 waren.

1991 erschien Paperboy 2 für mehrere gängige Heimcomputer.

Plattform Portierung durch Herausgeber
1986 Apple II
Commodore 64 Elite Systems Elite Systems/Mindscape Inc.
Commodore 16 Kingsoft Elite Systems
1987 ZX Spectrum Elite Systems Elite Systems
1988 DOS Magpie Mindscape
NES Elite Systems Elite Systems
Apple IIgs Atari Games Mindscape
1989 Commodore Amiga Elite Systems Elite Systems
Atari ST Elite Systems Elite Systems
1990 Game Boy Mindscape
Sega Master System US Gold
Atari Lynx Atari Corporation, Tengen
1991 Game Gear Tiertex Design Studios Tengen
Genesis MotiveTime Tengen
1999 Game Boy Color GameBrains
Nintendo 64 High Voltage Software Midway
2007 Xbox Live Arcade Digital Eclipse
2009 Apple iOS Glu Games Inc.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen
PublikationWertung
AmigaCommodore 64
Amiga Joker80 %[1]k. A.
Happy Computerk. A.53/100[2]
Commodore 64

In einer von zwei Redakteuren verfassten Rezension in der Happy Computer fand Gregor Neumann Lob für das originelle Spielprinzip, während Heinrich Lenhardt es als „ausgesprochen mittelmäßig“ bezeichnete. Beide Redakteure kritisierten die Grafik des Spiels, Neumann darüber hinaus die Steuerung.[2]

Commodore Amiga

Der Amiga Joker monierte eine zwar detaillierte, aber qualitativ eher mittelmäßige Grafik, lobte den hohen Spielspaß und wertete Paperboy in Summe als „gelungene Arcade-Umsetzung“.[1]

Paperboy in der Popkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl dem Original-Kanon der Paperboy-Reihe seit einer Dekade keine neue Veröffentlichung hinzugefügt wurde, geriet weder das Spielprinzip noch der Paperboy selbst in Vergessenheit. So erschienen in jüngerer Zeit mehrere Spiele, die bewusst Elemente des klassischen Arcade-Games aufgegriffen haben (z. B. die iOS-App Warren Buffett's Paper Wizard oder das Online-Game Stickerboy) und auch in anderen Medien fanden sich popkulturelle Referenzen wieder.

Als prominentestes Beispiel lässt sich dabei der Disney-Film "Ralph reichts" anführen, in dem der Paperboy einen kurzen Cameo-Auftritt hat, der auch im offiziellen Trailer zu sehen ist. Zudem veröffentlichten die Parodie-Musiker von Random Encounters im Jahre 2015 ein "Paperboy-Musical" auf iTunes, dessen Musikvideo über 2 Millionen Mal aufgerufen wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Michael Labiner: Paperboy. In: Amiga Joker. Dezember 1989, S. 57.
  2. a b Gregor Neumann, Heinrich Lenhardt: Paperboy. In: Happy Computer. Sonderheft 17, 1987, S. 42.