Papers, Please

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Papers, Please
Papers please logo.png
Mitwirkende (Auswahl) Lucas Pope
Erstveröffent-
lichung
Windows, OS X
8. August 2013
Linux
12. Februar 2014
Plattform Microsoft Windows, OS X, Linux
Genre Simulationsspiel
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Maus, Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
Medium Download

Papers, Please ist ein 2013 erschienenes Indie-Simulationsspiel für Microsoft Windows, Mac OS X und Linux.

Handlung[Bearbeiten]

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines namenlosen Bürgers des totalitären, fiktiven Ostblock-Staats Arstotzka. Zu Beginn wird dem Spieler durch den Staat der Beruf eines Kontrolleurs an einem Grenzübergang zugelost, an dem er von nun an jeden Tag entscheiden muss, ob Immigranten den Grenzübergang passieren dürfen oder nicht. Dabei ändern sich nicht nur die Einreisebedingungen nahezu täglich, auch versuchen sowohl die geheimnisvolle EZIC-Gesellschaft als auch der Geheimdienst Arstotzkas Einfluss auf den Spieler zu nehmen und ihn für die eigenen Zwecke einzuspannen.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Zu Beginn jedes Tages erhält der Spieler aktuelle Anweisungen, welche Einwanderer unter welchen Bedingungen den Grenzübergang passieren dürfen. Der Spieler muss anschließend die benötigten Dokumente jedes Einwanderers überprüfen und gefälschte Dokumente entdecken. Dem Spieler stehen dafür ein Regelbuch sowie die Tagesanweisungen zur Verfügung, im weiteren Verlauf des Spieles kommen weitere Optionen wie ein rudimentärer Körperscanner hinzu sowie Waffen, um auf Attentäter und Grenzflüchtlinge zu schießen. Am Ende der Schicht wird der Spieler für jeden korrekt zugelassenen Immigranten entlohnt, für unrechtmäßig abgewiesene oder zugelassene Immigranten werden dem Spieler Strafzahlungen auferlegt. Mit dem verdienten Geld müssen Miete, Heizung und Essen bezahlt werden, im weiteren Spielverlauf stehen zudem kleinere Verbesserungen der Kontrollstelle zum Kauf zur Verfügung.

Je nachdem, wie sich der Spieler verhält, wird eines von 20 möglichen Spielenden erreicht.

Technik[Bearbeiten]

Papers, Please verwendet eine 8-Bit-2D-Grafikengine sowie eine minimalistische Soundkulisse. Als Basis dient die Programmiersprache Haxe sowie das Open Source-Framework NME.[1]

Entwicklung[Bearbeiten]

Papers, Please wurde ab November 2012 von Lucas Pope entwickelt. In die Entwicklung flossen Popes eigene Erfahrungen als Einwanderer in Japan ein.[2] Pope gab Papers, Please am 11. April 2013 bei Steam Greenlight zur Abstimmung frei. Bis zum 1. Mai waren genug Stimmen zusammengekommen, sodass der Titel vom Plattformbetreiber die Freigabe für den Verkauf über Steam erhielt. Er wurde am 8. August 2013 veröffentlicht.

Rezeption[Bearbeiten]

Wertungsspiegel
Aggregierte Wertungen
Publikation Wertung
Metacritic
85/100[3]
GameRankings
82,81 %[4]
Einzelwertungen
Publikation Wertung
4Players
89 %[5]
PC Games
85 %[6]
Gamestar
80 %[7]

In der Fachpresse erhielt Papers, Please durchweg gute bis sehr gute Kritiken. Gelobt wurde das außergewöhnliche Spielprinzip, das einen vor schwierige moralische Entscheidungen stellt. Grafik und Sound wurden überwiegend als veraltet, wenngleich stimmig bezeichnet. Auch reguläre Presse sowie Rundfunk und Fernsehen nahmen sich des Spiels an:

„Für Menschlichkeit fehlt die Zeit. Jeder kleine Fehler wird bemerkt. Ich werde überwacht und immer nervöser. Und verstehe immer mehr, wie Menschen gegen ihre eigene Menschlichkeit handeln können. Wie sie sich selbst verraten und auch andere. Wie sie keine Alternative sehen können. Und wie sie gleichzeitig an so etwas einfachem wie dem Vergleichen von Pässen Spaß haben können.“

Carsten Görig, Spiegel Online[8]

„Darum ist «Papers, Please» ein grossartiges Werk. Es wagt, uns nicht das zu geben, was wir gewöhnlich suchen: Belohnung und das Gefühl, der Grösste zu sein. Sondern es konfrontiert uns mit einem perfiden Willkürregime und hält uns den Spiegel vor. Das ist unangenehm, aber wichtig.“

Guido Berger, Schweizer Radio und Fernsehen[9]

„Spaß im klassischen Sinne hat man beim Stempeln nicht, aber langweilig wird es erst recht nicht – so ähnlich wie bei einer guten Fernsehdokumentation zu einem ernsten Thema. ‚Papers, Please‘ ist eine faszinierende Erfahrung und richtig kluge Unterhaltung.“

Christian Schiffer, PULS[10]

Im März 2014, in einem Interview für die BBC im Rahmen der BAFTA Video Games Awards, gab Pope bekannt, dass sich das Spiel über eine halbe Million Mal verkauft habe.[11] Bei den BAFTA Games Awards wurde Pope mit seinem Spiel in der Kategorie „Strategie und Simulation“ als bestes Spiel 2014 ausgezeichnet. Daneben war das Spiel noch in den Kategorien „Spiel des Jahres“, „Game Design“ und „Spieleinnovation“ nominiert.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Papers, Please Greenlight. 14. November 2012, abgerufen am 24. September 2013 (englisch).
  2. Glory To Arstotzka: Papers, Please And An Interview With Its Creator. 14. April 2013, abgerufen am 24. September 2013 (englisch).
  3. Papers, Please. CBS Interactive, abgerufen am 24. September 2013 (englisch).
  4. Papers, Please for PC. GameRankings, abgerufen am 24. September 2013 (englisch).
  5. Papers, Please. 4Players, abgerufen am 24. September 2013 (deutsch).
  6. Papers, Please (PC). PC Games, abgerufen am 24. September 2013 (deutsch).
  7. Papers, Please – PC. Gamestar, abgerufen am 24. September 2013 (deutsch).
  8. "Papers, Please" angespielt: Pässe stempeln, Menschen quälen, überleben. Spiegel Online, 2. September 2013, abgerufen am 24. September 2013 (deutsch).
  9. «Papers, Please» ist unangenehm. Darum ist es toll. Schweizer Radio und Fernsehen, 11. September 2013, abgerufen am 24. September 2013 (deutsch).
  10. Papers, Please – Stempeln gehen. PULS, 19. August 2013, abgerufen am 24. September 2013 (deutsch).
  11. Dave Lee: Papers, Please: The 'boring' game that became a smash hit. BBC, 12. März 2014, abgerufen am 14. März 2014 (englisch).
  12. Luke Karmali: BAFTA Games Awards 2014 Winners Announced. IGN Entertainment, 13. Februar 2014, abgerufen am 14. März 2014 (englisch).