Paphos

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Paphos (Begriffsklärung) aufgeführt.
Paphos
Πάφος
Baf
Paphos (Zypern)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Zypern RepublikZypern Zypern
Region Zypern RepublikZypern Paphos
Geographische Koordinaten: 34° 47′ N, 32° 25′ OKoordinaten: 34° 47′ N, 32° 25′ O
Höhe ü. d. M.: 72 m
Einwohner: 32892 (2011)
Postleitzahl: 8000–8999
Bürgermeister: Savvas G. Vergas
Website: www.pafos.org.cy

Paphos, griechisch Πάφος (Pafos), türkisch Baf oder auch Gazibaf, ist eine Hafenstadt im Südwesten der Republik Zypern und Verwaltungssitz des nach ihr benannten Bezirkes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung von Palaia Paphos („Alt-Paphos“), wie man den Ort seit der Gründung von Nea Paphos nannte, liegt im Dunkeln. Mythische Quellen führen die Stadtgründung auf den König Kinyras zurück, nach dem sich Generationen von Priesterkönigen in Paphos als Kinyraden bezeichneten. Nach Pausanias hat Agapenor von Tegea, auf dem Heimweg von Troja, der Aphrodite in Paphos einen Tempel errichtet.

Das Odeon, im Hintergrund der Leuchtturm
Bodenmosaik (Apollon)

Archäologisch lässt sich die Vorgeschichte von Palaia Paphos bis in die späte Bronzezeit belegen. Seit dem 15. Jahrhundert v. Chr. muss eine Siedlung bestanden haben. Die Migration der Achäer tangiert Palaia Paphos im späten 13. Jahrhundert v. Chr. Reiche Grabfunde bezeugen jetzt den Wohlstand der Stadt. Von den Zerstörungen gegen Ende der Bronzezeit blieb Palaia Paphos verschont.

Seine erste historische Erwähnung erfährt Paphos durch eine Inschrift auf der Kition-Stele aus der Zeit des Assyrerkönigs Asarhaddon (680–669 v. Chr.), die den paphischen König Ituandar (Eteandros) als tributpflichtig aufführt.

Als sich die zyprischen Stadtkönige unter Führung von Onesilos aus Salamis 499 v. Chr. gegen die Perser auflehnten, wurde auch Paphos unterworfen. Der Bericht Herodots wird durch die Ausgrabung einer Belagerungsrampe nordöstlich von Kouklia bestätigt. Der König von Paphos steuerte 480 v. Chr. zwölf Schiffe zur Flotte des Xerxes bei. Nikokles, der letzte König von Paphos, machte 321 v. Chr. Nea Paphos zur neuen Hauptstadt und befestigte auch Palaia Paphos, das nur noch als Heiligtum der Aphrodite Bedeutung hatte. Nach der Eroberung der Insel durch Ptolemaios oblag den Königen von Paphos nur noch das Amt des Hohenpriesters der Aphrodite, eine immer noch ehrenvolle Funktion, die auch dem letzten Ptolemäer nach dem Einzug der Römer im Jahre 58 v. Chr. als Entschädigung angeboten wurde. Das Aphrodite-Heiligtum stand unter dem Patronat der römischen Kaiser und blieb trotz starker Beeinträchtigungen durch Erdbeben bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. erhalten.

In byzantinischer Zeit verfiel die Stadt. Nach der Übernahme der Insel durch das Haus Lusignan erhielt Palaia Paphos im 13. Jahrhundert ein Kastron zur Überwachung der Zuckerrohrplantagen in der Küstenregion. Das Kastron Manoir de la Covocle, auch unter der Bezeichnung Chateau de Covocle oder Conuclia bekannt, dürfte dem heutigen Ort Kouklia seinen Namen gegeben haben. 1426 wurde es von den Mamluken zerstört, anschließend wieder aufgebaut und diente unter türkischer Herrschaft als Sitz des türkischen Chiftlik von Kouklia. Heute beherbergt es das Museum.

Im Aphrodite-Tempel von Paphos wurden Statuen des römischen Kaisers Augustus und seiner Frau Livia, von Julia und Tiberius, Marcus Vipsanius Agrippa und seiner Frau Julia, Marcia und seinem Enkel Gaius, später auch eine Statue des Tiberius als Autokrator errichtet. Tiberius bestätigte den Kult der örtlichen Aphrodite.

Der spätrömische Palast in Paphos hat einen apsidialen Thronraum, der durch einen Hof mit Peristylen zugänglich ist. Im 5. Jahrhundert wurde er mit Fußbodenmosaiken ausgestattet. Unter Justinian I. wurde er aufgelassen, vielleicht, weil die Stadt Samais (Constantia) Sitz des neuernannten Statthalters wurde.

Mitte des 7. Jahrhunderts wurde die Stadt von den Arabern geplündert. In der Kathedrale Panagia Limeniotissa fanden sich arabische Inschriften.[1]

Die Burg Saranta Kolones wurde vielleicht unter Basileios I. errichtet. 1191 ergab sie sich den Kreuzfahrern unter dem englischen König Richard Löwenherz; sie wurde im Erdbeben von 1222 zerstört.

König Erik I. von Dänemark starb 1103 in Paphos auf dem Weg nach Jerusalem anlässlich einer Pilgerreise. Er wurde in Paphos beigesetzt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Nikosia, Limassol und Larnaka bildet Paphos die viertgrößte Stadtregion Zyperns mit 51.300 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2004). Die Stadt selbst hat ca. 27.500 Einwohner.

Die Hafenstadt Paphos liegt an der Südwestküste im griechischsprachigen Teil der Insel. Zur Unterscheidung vom etwa 15 km südöstlich gelegenen antiken Paláia Páfos („Alt-Paphos“) wurde die Stadt früher auch Nea Páfos („Neu-Paphos“) genannt. Der etwas oberhalb gelegene Ort Ktima wird auch Pano Paphos („Ober-Paphos“) genannt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paphos hat tropisch-submediterranes Klima. Niederschlag gibt es nur zwischen Mitte November bis März, Schneefall etwa alle 10 Jahre. Im Sommer gibt es praktisch keinen Niederschlag (0,1 %).

Flughafen Paphos
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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31
 
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12
 
 
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19
9
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Cyprus Meteorological Service; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Flughafen Paphos
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 16,8 16,8 18,0 21,3 24,2 27,4 29,6 30,2 28,8 26,2 22,0 18,5 Ø 23,3
Min. Temperatur (°C) 7,7 7,4 8,1 10,8 14,2 17,5 20,1 20,5 18,5 15,9 12,2 9,4 Ø 13,6
Niederschlag (mm) 94,0 69,0 49,0 24,0 10,0 0,7 0,2 0,2 1,7 31,0 52,0 98,0 Σ 429,8
Sonnenstunden (h/d) 6 7 8 9 11 12 13 12 11 9 8 6 Ø 9,3
Regentage (d) 11,3 9,1 7,7 4,0 1,9 0,3 0,3 0,0 0,3 4,3 7,3 10,4 Σ 56,9
Wassertemperatur (°C) 17 17 18 20 21 24 26 27 26 24 21 19 Ø 21,7
Luftfeuchtigkeit (%) 78 76 69 64 57 52 54 56 56 61 71 74 Ø 63,9
T
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16,8
7,7
16,8
7,4
18,0
8,1
21,3
10,8
24,2
14,2
27,4
17,5
29,6
20,1
30,2
20,5
28,8
18,5
26,2
15,9
22,0
12,2
18,5
9,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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24,0
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0,7
0,2
0,2
1,7
31,0
52,0
98,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hafen: Paphos verfügt über einen bedeutenden Hafen, der heute hauptsächlich touristischen Charakter hat.
  • Flughafen: Der internationale Flughafen Paphos hat an Verkehr gewonnen, seit Nikosia nicht mehr angeflogen wird und der Tourismus im Südwesten Zyperns zunahm.
  • Straße: Landseitig existiert Anschluss an die zyprische Autobahn A6 Paphos–Erimi. Paphos ist damit westlichster Punkt der Südküstenautobahn.

Zur Nordküste hin führt eine Nationalstraße nach Polis Chrysochous.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Königsgräber“
Das mittelalterliche Kastell am Hafen von Paphos

Königsgräber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die so genannten Königsgräber von Nea Paphos aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., als Zypern unter der Herrschaft der Ptolemäer stand, wurden bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. für Bestattungen benutzt. Allerdings wurden dort keine Könige bestattet, sondern Angehörige der zypriotischen Oberschicht. In der späten Eisenzeit bis zur Zeit der Diadochen war Paphos ein Kleinkönigreich. Der letzte Herrscher, Nikokles, nahm sich und seiner gesamten Familie 310 v. Chr. das Leben, nachdem er in Konflikt mit Ptolemaios I. geraten war.

1980 wurden die Ruinen von Paphos von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Archäologischer Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Archäologischen Park sind die Villen aus römischer Zeit (2./3. Jahrhundert n. Chr.) mit ihren wertvollen Bodenmosaiken zu besichtigen.

Kastell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigstes Wahrzeichen ist das mittelalterliche Kastell direkt am Hafen, das Osmanen 1592 wieder aufbauten, nachdem es zuvor von den Venezianern aufgegeben und teilweise zerstört worden war.

Ruinengelände mit Paulussäule und Agia Kyriaki[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem tagsüber frei zugänglichen Gelände um die spätbyzantinische Kreuzkuppelkirche Agia Kyriaki steht ein Säulenstumpf an dem der Legende nach der Apostel Paulus gefesselt und gegeißelt worden sein soll. Weitere Reste einer Franziskanerkirche aus dem Spätmittelalter und einer Basilika aus frühchristlicher Zeit sind erhalten.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologisches Bezirksmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum zeigt unter anderem Goldschmuck aus dem 15. Jahrhundert vor Christus bis zum dritten Jahrhundert nach Christus, römisches Glas und eine Reihe aus Ton gefertigter römischer Wärmflaschen.

Byzantinisches Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben liturgischen Geräten und Gewändern sind in diesem Museum Ikonen vom 12. bis 18. Jahrhundert zu sehen.

Folklore-Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Villa aus dem Jahr 1894 werden in dem privaten Museum zypriotische Alltagsgegenstände der vergangenen Jahrhunderte gezeigt.

Paphos in Mythologie, Literatur und Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sage nach ging Aphrodite nach ihrer Geburt auf Zypern an Land. Das ca. 15 km südöstlich von Paphos gelegene, ältere Paláia Páfos war ein bedeutendes Zentrum ihrer Verehrung. Aphrodite trug daher auch den Beinamen „Paphia“. Paphos besaß einen berühmten Tempel der Aphrodite Urania.

In der Fortsetzung von Mozarts „Zauberflöte“, dem „Zweiten Teil der Zauberflöte, Das Labyrinth“ von Emanuel Schikaneder und Peter von Winter, Wien 1798, erscheint ein König von Paphos, dem die Königin der Nacht im Kampf gegen Sarastro die Hand ihrer Tochter Pamina verspricht.

In der Bibel wird Paphos in der Apostelgeschichte erwähnt (Apg 13,6–12 EU). Hier treffen die Apostel Barnabas und Paulus auf den Statthalter Sergius Paullus, der von ihnen das Wort Gottes hören möchte. Der Magier Bar-Jesus, der im Dienst des Statthalters steht, wird von Gott mit Blindheit geschlagen, da er versucht, gegen die beiden Apostel zu intrigieren. Überwältigt von diesem Zeichen bekehrt sich Sergius Paulus zum christlichen Glauben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Bötig Zypern. Mit Kartenatlas im Buch und Extra-Karte zum Herausnehmen: Néa Páphos, Girne, Karpass-Halbinsel. Travel House Media, München 2011. ISBN 978-3-8342-1022-7
  • Alfred Janssen: Zypern: Reisen mit Insider-Tips. 6. Auflage. Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 1996. ISBN 3-89525-427-4
  • Franz Georg Maier: Paphos. In: Eric M. Myers u.a. (Hrsg.): The Oxford Encyclopedia of Archaeology in the Ancient Near East 4. New York, Oxford 1997, S. 245–246.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. H. S. Megaw, Byzantine architecture and decoration in Cyprus: Metropolitan or provincial?. In: Dumbarton Oaks Papers 28, 1974, S. 71.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paphos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Paphos – Reiseführer