Papierfabrik Pfleiderer Spezialpapiere Teisnach

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Pfleiderer Teisnach GmbH & Co. KG
Firmenlogo Pfleiderer.jpg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1881
Sitz Teisnach im Bayerischen Wald, Deutschland
Leitung Manfred Brückl, Geschäftsführer
Mitarbeiter ca. 200 (2007)
Umsatz 43,6 Mio. Euro (2008)
Branche Papierherstellung
Website www.pfleiderer-spezialpapiere.de
Ein Güterwaggon der Papierfabrik Pfleiderer um 1900
Die Papierfabrik zu Anfang des 20. Jahrhunderts
Die beiden hohen Schornsteine der Papierfabrik

Die Papierfabrik Pfleiderer Spezialpapiere Teisnach ist eine Papierfabrik in Teisnach im Bayerischen Wald.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1881 legte der preußische Industriepionier Gustav Werner in Teisnach den Grundstein für den Bau einer Holzschleiferei. Der Holzreichtum der Region und die Nutzbarkeit des Schwarzen Regens als Triftfluss und Energiequelle waren entscheidend für die Auswahl des Fabrikstandortes.

Teisnach selbst war zur damaligen Zeit nur über unbefestigte Wege zu erreichen. Die nächste Bahnstation war 11 km vom Bauort entfernt. Der Transport von Anlagenteilen, Kesseln und Generatoren erfolgte geradezu abenteuerlich mit Pferdefuhrwerken.

Zwischen 1883 und 1885 wurden in Teisnach die ersten beiden Papiermaschinen aufgestellt. Nach sehr schwierigen Anfangsjahren etablierte sich das Teisnacher Braunholzpapier erfolgreich auf dem deutschen Markt und wurde zu einem geläufigen Qualitätsbegriff.

Das junge Unternehmen entwickelte sich zügig und beschäftigte im Jahre 1906 zum Anlauf der vierten Papiermaschine bereits 300 Mitarbeiter. Die Entwicklung des Ortes Teisnach ist eng mit der Geschichte der Papierfabrik verknüpft.

1890 wurde die Bahnstrecke Gotteszell–Blaibach eröffnet. Im Zuge dessen wurde vom neuen Teisnacher Bahnhof ein Zubringergleis zur Papierfabrik gebaut, um Güter besser transportieren zu können.

1923 übernahm der Holzkaufmann Adolf Pfleiderer (1877–1957) aus Heilbronn die Aktienmehrheit der mittlerweile als Aktiengesellschaft geführten Teisnacher Papierfabrik. Unter seiner Leitung wurde eine Zellstofffabrik errichtet und die Produktion von Pergamentersatzpapier und farbigen Seidenpapieren aufgenommen. 1936 wurde die Aktiengesellschaft in die Personengesellschaft Pfleiderer & Co. umgewandelt.

Im weiteren Verlauf durchlebte Pfleiderer in Teisnach viele Höhen und Tiefen. Um dem großen Problem der Wasserverschmutzung zu begegnen, wurde nach knapp zwei Jahren Bauzeit und einer Investition von 8,5 Millionen DM 1978 eine Ablaugenverbrennung im Wirbelschichtofen in Betrieb genommen, wodurch 95 % der Abwässer vernichtet werden konnten. 1979 beschäftigte die Fabrik 350 Arbeiter und Angestellte. Seit dem Jahr 1996 halten Hans und Rainer Koder aus Regensburg 100 % der Kommanditanteile des Traditionsunternehmens.

Pfleiderer Teisnach heute[Bearbeiten]

Auf drei Papiermaschinen produziert Pfleiderer Teisnach jährlich 35.000 Tonnen Spezialpapier. Das Unternehmen beschäftigt 200 Mitarbeiter. Mit Spezialpapieren für technische Anwendungen, hochfettdichten und wasserdichten Barrierepapieren für Lebensmittelverpackungen und gefärbten oder flammhemmenden Papieren für Dekorations- und Verpackungszwecke bietet Pfleiderer weltweit anspruchsvolle und auf den jeweiligen Kundenbedarf abgestimmte Papier-Lösungen an.

2014

Schornsteine[Bearbeiten]

Die beiden hohen Schornsteine sind eine schon von weitem erkennbare Landmarke. Ein dritter, weit kleinerer Schornstein wurde schon vor einiger Zeit stillgelegt.

Weblinks[Bearbeiten]

49.04216612.999523Koordinaten: 49° 2′ 32″ N, 12° 59′ 58″ O