Papierholländer

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Alter Holländer

Der Papierholländer (historische Papiermacherei)[1] – auch als holländisches Geschirr bezeichnet – ist eine Einrichtung zur Papierherstellung aus Rohzellstoff.

Er ersetzte in der vorindustriellen Papiermacherei in Deutschland ab dem 18. Jahrhundert[2] das Stampfwerk oder Pochwerk, das deutsche Geschirr. Der Holländer zerkleinerte den historisch ausschließlich eingesetzten Rohstoff Lumpen oder Hadern. Dazu wurden die Leinen- und Baumwollgewebe zunächst in einer Faulgrube von Farbstoffen befreit und dann mechanisch in kurze Faserstücke zerlegt, bis ein zur Papiererzeugung geeigneter, feiner Faserbrei entstand. Im Holländer wurde dazu eine mit Wasserkraft angetriebene und mit Schneidmessern besetzte Walze verwendet. Die Endlosschleife ermöglichte diese mechanische Behandlung unter besser kontrollierbaren Bedingungen als das zuvor übliche Stampfwerk. Bis zu einem Fasergehalt von etwa 3 bis 4 % (im Wasser) ist der entstehende Faserbrei mit der Walze umwälzbar. Im 19. Jahrhundert führte die wachsende Papierproduktion zu größeren Konstruktionen, die ursprünglich hölzernen Bottiche machten gemauerten Behältnissen Platz, in denen auch Zellstoff mit Chlorkalk gebleicht wurde. Dazu wurde ab 1880 der Antrieb zur Umwälzung des Faserbreis auf Propeller umgestellt, die eine höhere Konsistenz von 5 bis 7 % ermöglichten, wodurch weniger Dampf zum Aufheizen der Faser/Wasser-Mischung auf die Bleichtemperatur von ca. 40°C erforderlich wurde[3].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Papierlexikon. Deutscher Betriebswirte-Verlag, 1999, Bd.2, 92; ISBN 3-88640-080-8
  2. W. Wölfel: Das Wasserrad. Pfriemer, Berlin, 1987, ISBN 3-7625-2602-8, S. 94
  3. Ernst Völker: Die grosse Bleiche. Gebr. Bellmer, Niefern, 1992, S. 67