Pappa ante portas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Pappa ante Portas)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
OriginaltitelPappa ante portas
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1991
Länge84 Minuten
AltersfreigabeFSK 0
Stab
RegieLoriot
DrehbuchLoriot
ProduktionWilly Egger
Günter Rohrbach
Horst Wendlandt
MusikRolf Wilhelm
KameraGérard Vandenberg
SchnittAnnette Dorn
Besetzung

Pappa ante portas ist eine deutsche Filmkomödie von 1991 und der zweite Spielfilm mit Loriot in der Hauptrolle und als Regisseur.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Lohse, 59 Jahre alt, Einkaufsdirektor bei der Deutsche Röhren AG, wird nach einer übertriebenen Sparmaßnahme in den Vorruhestand versetzt. Die neue Leere in seinem Leben füllt er durch Mitarbeit im Haushalt, obwohl er dafür keinerlei Geschick besitzt. Zudem agiert er im Haushalt nach wie vor wie ein Betriebswirt, was zahlreiche Konflikte mit seiner Frau Renate erzeugt.

Um Abstand zu gewinnen, erwägt Renate eine Nebentätigkeit beim Schokoriegelhersteller Ernst Drögel, sieht davon jedoch ab, als sich herausstellt, dass dieser an einer Liebesaffäre mit ihr interessiert ist.

Um Renate aufzuheitern und die Ehe zu retten, organisiert Heinrich für sie mithilfe eines Freundes aus der Werbebranche eine Überraschung, die jedoch schiefgeht: Der Schlussteil der Fernsehserie „Die Schnakenburgs“ wird in seinem Haus gedreht. Renate sollte eigentlich von den Dreharbeiten nichts mitbekommen, kommt jedoch früher als geplant nach Hause und findet ein totales Chaos vor – das Filmteam hat das ganze Haus auf den Kopf gestellt. Dies provoziert einen erneuten heftigen Streit mit Renate, die beiden kommunizieren nur noch über ihren Sohn Dieter miteinander.

Auf der Geburtstagsfeier von Renates Mutter kommt es dann doch noch zur Versöhnung, und beide nehmen sich vor, in Zukunft gemeinsam „etwas Sinnvolles“ zu unternehmen. Zum Schluss spielen sie im Wohnzimmer vor dem Sohn und der Haushälterin gemeinsam dilettantisch Blockflöte.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seebrücke Ahlbeck

Der Film Pappa ante portas wurde 1990 in den DEFA-Studios in Potsdam-Babelsberg gedreht, unter anderem in der Marlene-Dietrich-Halle des heutigen Studio Babelsberg.[1] Drehort für die Außenaufnahmen der Villa der Lohses war ein Haus in der Ahrenshooper Zeile in Berlin-Zehlendorf.[2] Die Geburtstagsfeier von Renates Mutter wurde auf der Seebrücke in Ahlbeck gedreht.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Filmtitel spielt an auf das geflügelte Wort „Hannibal ante portas!“ („Hannibal vor den Toren!“).

Neben der Hauptrolle Heinrich Lohse spielt Loriot in verschiedenen Masken auch einen Geigenspieler auf der Straße, den Dichter Lothar Frohwein bei der Lesung und Großvater Hoppenstedt (aus Loriot VI) bei Mutters 80. Geburtstag. In seiner Rolle als Lothar Frohwein deklamiert Loriot das folgende über den Film hinaus bekannt gewordene Gedicht Melusine:

Kraweel, Kraweel!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
Trübtauber Hain am Musenginst!
Kraweel, Kraweel!

Beim Auftritt als Geigenspieler ist ein Ausschnitt (Lento Allegro assai) der 19. Capriccio (Op. 1) von Niccolò Paganini zu hören.

Das Auto, von dem Herr Lohse zu Beginn abgeholt wird, trägt – als Anspielung auf Loriot – das Kennzeichen LO-RI 280.[3]

Als Frau Lohse gemeinsam mit Ernst Drögel die Klotz-Fabrik verlässt, sieht man im Hintergrund, dass die Beleuchtung des L im Firmennamen defekt ist, weshalb auch „Kotz“ gelesen werden kann.

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Soundtrack sind als Anspielung auf Loriots Vorfahren immer wieder ironische Zitate aus Werken Richard Wagners eingeflochten, z. B. das Hauptmotiv des Siegfried-Trauermarsches aus der Götterdämmerung (während der Szene, in der Herr Lohse als verletzter Hauslehrer der Familie Schnakenburg auf einer Trage aus dem Haus getragen wird).

Kommerzieller Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 3,5 Millionen Besucher haben den Film in den deutschen Kinos gesehen. Der Film wurde dafür 1991 mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet. Pappa ante portas war der siebterfolgreichste Kinofilm des Jahres sowie der erfolgreichste in Deutschland produzierte Film des Jahres 1991.[4]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das aus Sketchen zusammengesetzte Vergnügen glossiert mit witzig-treffenden Ausführungen die Schwierigkeiten und Schrullen im Alltagsleben von Vorruheständlern und Rentnern. Zugleich eine Gelegenheit für Loriot, seine geistvollen Witze in einer Paraderolle zu demonstrieren.“

„Skurril überspitzte alltägliche Missgeschicke, ausgefeilter Dialogwitz und ein exzellentes Gespür für Situationskomik – ein Sehgenuss erster Güte mit Loriot und Evelyn Hamann in Paraderollen.“

Prisma-Online-Filmdatenbank[6]

„Zehn Monate lang hat der Maitre am "Pappa"-Opus geschrieben […] Doch nichts ist ihm dabei entsprungen als ein Rudel zahnloser Witzchen, ein Rinnsal seniler Sketche in einer ungelenken Story. Dieser realitätsferne, altdeutsche Spießer Lohse ist nicht komisch, er ist bloß dumm und lächerlich.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Loriot: Pappa Ante portas. (Vollständiges Drehbuch mit Fotos aus dem Film und Szenen der Dreharbeiten.) Diogenes, Zürich 1991, ISBN 3-257-01886-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DEFA-Stiftung, Filmdatenbank in www.defa.de, abgerufen am 23. April 2018
  2. http://berlin.bahninfo.de/film.htm
  3. ciao.de: Papa Ante Portas
  4. Filmförderungsanstalt: Filmhitliste: Jahresliste (international) 1991, abgerufen am 12. Januar 2014
  5. Pappa ante portas. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 9. Juni 2017.
  6. Pappa ante portas bei prisma-online.de; abgerufen am 4. November 2009
  7. Spiegel-Artikel vom 18.02.1991