Papua (Völkergruppe)

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Mann vom Volk der Yali im Baliem-Tal, West-Papua

Die Bezeichnung Papua geht auf den portugiesischen Seefahrer Jorge de Meneses zurück, der 1526 an Neuguinea vorbeisegelte und die Bewohner nach ihrem kraushaarigen Erscheinungsbild benannte. Er bezog sich auf das malaiische Wort Papu-wah (d. h. „krauses Haar“).

Vielfalt[Bearbeiten]

Heute wird die Bezeichnung für die nicht-austronesischen Einwohner des indonesisch besetzten West-Papua und teilweise für die Einwohner Papua-Neuguineas verwendet. In Papua-Neuguinea wird der Begriff Papua nur für die Einwohner der ehemals britisch-australischen Kolonie um die Hauptstadt Port Moresby herum verwendet, als Gegensatz zu den Hochländern und Bewohnern anderer Küsten- oder Inselprovinzen.

Die Bevölkerung der Insel ist sehr heterogen. Obwohl sie nur 0,1 % der Weltbevölkerung ausmacht, sind hier 15 % der gesamten Sprachen der Welt zu finden.

West-Papua[Bearbeiten]

Hauptartikel: Papua-Konflikt

West-Papua ist die westliche Hälfte von Neuguinea. Hier wird gelegentlich die Unterscheidung in im Tiefland und im Hochland lebende Gruppen getroffen. Beide Gruppen zerfallen jeweils in eine Vielzahl kleiner und kleinster Ethnien mit einst sehr unterschiedlichen Sprachen und Kulturen. Es wird angenommen, dass es circa 312 unterschiedliche indigene Gruppen gibt, viele von ihnen sind bisher noch unkontaktiert.[1] Eine gemeinsame Identität der indigenen West-Papuas bildet sich erst heute langsam heraus. In West-Papua hat die bisweilen repressive indonesische Herrschaft und die Einwanderung von Indonesiern (Transmigrasi-Politik) dazu beigetragen, dass sich die Papua als Einheit im Gegensatz zu anderen Bewohnern Indonesiens betrachten.

Papua-Neuguinea[Bearbeiten]

Die Urwaldgebiete Papua-Neuguineas gehören heute zu den letzten Regionen der Welt, in denen die indigenen Völker noch weitgehend unbeeinflusst von den Auswirkungen moderner Zivilisation leben. So existieren noch Völker der Papua, die ihre traditionelle Lebensform bis ins einundzwanzigste Jahrhundert bewahrt haben.

Bemerkenswerte Beispiele der traditionellen Lebensform sind die dokumentierten Fälle von Kannibalismus, die von Papuas noch in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts praktiziert wurden. Dies betraf beispielsweise die Volksgruppen der Korowai, Marind-anim und Sawi.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Indigene Völker Papuas, Survival International.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Harrer: Unter Papuas. Mensch und Kultur seit ihrer Steinzeit., Fischer, Frankfurt/Main 1982, ISBN 3-596-23508-1
  • Iago Corazza: Die letzten Papua. Kunst und Kultur der Ureinwohner Neuguineas. White Star Verlag, Vercelli (Italien) 2008, ISBN 978-3-86726-084-8

Weblinks[Bearbeiten]