ParaWorld

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ParaWorld ist ein Echtzeit-Strategiespiel des Berliner Entwicklungsstudios Spieleentwicklungskombinat (SEK-Ost); Publisher ist Sunflowers. Das Spiel beinhaltet auch Rollenspiel-Elemente. Das Entwicklungsbudget betrug ca. 2,8 Mio. Euro.

Seit dem 28. Juni 2006 gehört der Multiplayer-Modus von ParaWorld zum offiziellen Spielprogramm der Netzstatt Gaming League. Am 22. Januar 2007 beendete Sunflowers die Zusammenarbeit mit dem ParaWorld-Entwickler SEK-Ost. Am 20. April 2007 wurde neben der „Gold Edition“ das so genannte Booster Pack (ein kostenloses Mini-Add-on) veröffentlicht.

Spielwelt[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte eine Gruppe Elitewissenschaftler unter der Führung des Mathematikers Jarvis Babbit ein Tor in die „ParaWorld“. Dort verläuft die Zeit so langsam, so dass die Wissenschaftler kaum noch alterten und genug Zeit hatten diese Welt in aller Ruhe auszubeuten.

Etwa hundert Jahre später – in der Gegenwart – entdeckten drei junge Wissenschaftler – die Biologin Stina Holmlund, der Geologe Anthony Cole und der Physiker Béla András Benedek – unabhängig voneinander die ParaWorld. Um sie mundtot zu machen, wurden sie von Babbit und seinen Gefolgsleuten in diese verschleppt.

Die Welt[Bearbeiten]

Die ParaWorld ist eine Parallelwelt, in der Dinosaurier und andere Wesen der Urzeit überlebt haben. Aber auch drei menschliche Stämme haben sich in der rauen Umgebung entwickelt. Sie besteht zum Großteil aus verschiedenen Inseln und lässt sich grob in fünf Klimazonen einteilen:

Das Nordland: Das Nordland entspricht der typischen mitteleuropäischen Landschaft. Hier leben neben vielen Säugetieren auch einige Dinosaurierarten.

Die Savanne: Die Savanna ist eine Wüsten- und Steppenlandschaft, die von zahlreichen Canyons durchzogen ist. Hier leben große Dinosaurier wie etwa der Stegosaurus und der Brachiosaurus.

Der Dschungel: Der Dschungel ist ein gewaltiger, tropischer Regenwald, der von vielen Gewässern durchzogen ist. Dort leben Dinosaurier wie der Baryonyx und der Iguanodon.

Die Eiswüste: Die Eiswüste war einst ein Teil des Nordlands, nun ist sie ein gewaltiges, von gefrorenen Flüssen durchzogenes Gebiet, das das ganze Jahr hindurch unter einer dicken Schneedecke liegt. Hier leben ausschließlich Allosaurier, kleine Fleischfresser und Säugetiere.

Das Aschetal: Das Aschetal ist eine vulkanische Landschaft, die hauptsächlich aus Basalt besteht und von zahlreichen Lavaströmen durchzogen wird. Keines der Völker hat sich hier angesiedelt. Hier leben nur Dinosaurier wie der Carnotaurus und der Polacanthus, die sich speziell an diese Umgebung angepasst haben.

Die Völker[Bearbeiten]

Die menschliche Bevölkerung der Parallelwelt lässt sich in drei Stämme unterteilen. Sie befinden sich ungefähr auf dem technologischen Stand des Mittelalters.

Das Nordvolk[Bearbeiten]

Das Nordvolk ist an die Wikinger und Kelten angelehnt. Es hat sich im Nordland angesiedelt. Früher war es auch in der Eiswüste beheimatet, die aufgrund von Klimaveränderungen nun aber eine lebensfeindliche Zone darstellt. Man kann dort aber noch auf Überreste ihrer einstigen Städte stoßen, die gewaltigste unter ihnen war Walhalla, ihre ehemalige Hauptstadt.

Bis auf den Kentrosaurus, einigen menschlichen Kriegern und ihrem Titan, einem riesigen Triceratops, bestehen ihre Einheiten nur aus prähistorischen Säugetieren. Ihre Gebäude sind robuster als die der anderen Völker.

Die Wüstenreiter[Bearbeiten]

Das Volk der Wüstenreiter ist an die Ägypter und afrikanische Nomadenvölker angelehnt. Es lebt in der Savanne und verfügt nur über zeltähnliche Behausungen, abgesehen von der Heiligen Stadt, dem größten Siedlungszentrum in der ParaWorld. Diese Stadt ist der Hauptumschlagplatz für Waren aller Art. Auch leben dort Angehörige sämtlicher Völker friedlich zusammen.

Die Einheiten der Wüstenreiter bestehen zum Großteil aus riesigen Dinosauriern wie dem Brachiosaurus und dem Allosaurus. Ihr Titan ist der gigantische Tyrannosaurus Rex.

Die nomadische Natur des Volkes zeigt sich in zwei Dingen: Zum einen können alle Infanteristen Gebäude bauen und zum anderen kann jedes Gebäude wieder zu 100 % in die Ressourcen, aus denen es errichtet wurde, umgewandelt werden.

Der Drachenclan[Bearbeiten]

Der Drachen-Clan wurde an die ostasiatischen Kulturen angelehnt. Eine weitere Anspielung ist der Einsatz von Schwarzpulver, welches im Spiel von noch keinem anderen Volk entdeckt wurde. Dieses Volk lebt in den Dschungelregionen.

Es kann nur verhältnismäßig kleine Dinosaurier hervorbringen. Die einzigen Ausnahmestellen bilden der Saltasaurustransporter und ihr Titan, ein gewaltiger Seismosaurus. Dafür verfügen Sie über mehrere Maschineneinheiten und Spezialtechnologien. Ihre Gebäude können mit einem Sprengsatz ausgerüstet werden, der bei zerstören des Gebäudes alle feindlichen/neutralen schädigt.

Die SEAS[Bearbeiten]

Die Society for the Exact Alternative Sciences wurde von Jarvis Babbit, dem Entdecker der ParaWorld, gegründet.

Ihre Einheiten bestehen zum größten Teil aus dampfbetriebenen Robotern. Sie verfügen allerdings auch über verschiedene Infanteristen und Triceratops-Cyborgs. Ihre Truppen sind im Allgemeinen sehr stark.

Im Mehrspielermodus steht diese Fraktion normalerweise nicht zu Auswahl, die Fan-Community arbeitet allerdings daran, sie dort einzusetzen. Die Mod dazu ist als SEASMOD[1] bekannt und war am 3. Dezember 2009 in Version 3.3 verfügbar,[2] die schon alle für ein Mehrspielerspiel SEAS gegen SEAS nötigen Änderungen enthält.

Ressourcen[Bearbeiten]

Folgende Ressourcen sind im Spiel zu finden: Holz, Stein und Nahrung. Alle Ressourcen müssen von sogenannten Arbeitern abgebaut werden. Zusätzlich können einige Fraktionen die Ressourcen mit weiteren speziellen Sammlereinheiten erhalten.

Nahrung[Bearbeiten]

Die einfachste Ressource des Spiels. Sie steht von Anfang an in endlosen Mengen zum Abbau zur Verfügung. Nahrung wird für jede Einheit und einige Gebäude gebraucht.

Vorkommen: wilde Tiere, Fruchtbüsche, fraktionsspezifische Produktionsstätte

Holz[Bearbeiten]

Die wichtigste Ressource zum Bau von Gebäuden. Normalerweise wächst sie nicht nach, ist aber in ausreichenden Mengen vorhanden. Durch seine Bambusfarmen steht dem Drachen-Clan diese Ressource in endlosen Mengen zur Verfügung.

Vorkommen: Bäume, Bambusfarm (Drachen-Clan)

Stein[Bearbeiten]

Stein ist die wertvollste Ressource des Spiels, da sie nur in sehr begrenzten Mengen vorhanden ist und sich nicht nachbildet. Sie wird für alle Einheiten der Stufe 3 oder höher und für die meisten Gebäude gebraucht.

Vorkommen: Steinhaufen

Schädel[Bearbeiten]

Schädel werden durch das Töten von Gegnern bzw. Wildtieren und durch die Zerstörung von Tiernestern bzw. gegnerischen Gebäuden gewonnen. Man benötigt sie für das Aufleveln der Einheiten sowie für die Erforschung vieler Spezialfähigkeiten und die Ausbildung von Helden. Die Wüstenreiter benötigen sie in geringen Mengen für den Epochenaufstieg. Ebenfalls kann man sie im Marktplatz gegen die anderen Ressourcen im Verhältnis 2:1 tauschen.

Spielmechanik[Bearbeiten]

Eine Neuerung in der Benutzerführung ist der sogenannte Army Controller, in dem die eigenen Truppen hierarchisch aufgelistet werden, um die Auswahl und den Überblick zu erleichtern. Durch Vergeben von Schädeln können Einheiten verbessert werden, wobei die Kosten für höhere Stufen progressiv ansteigen. Ferner verjüngt sich der Army Controller nach oben hin, so dass man beispielsweise 15 Stufe-2-Einheiten haben kann, aber nur 1 Stufe-5-Einheit. Des Weiteren stehen diverse „Helden“ zur Verfügung, die besondere Einheiten im Spiel darstellen. In ParaWorld schalten außerdem bestimmte Helden für jedes Volk exklusive Einheiten oder Gebäude frei. Wenn ein Held stirbt kann er in der Taverne erneut angeheuert werden. Er beginnt nun aber wieder auf Stufe 1. Die Kosten, um einen Held anzuheuern (Nahrung,Schädel) steigen mit der Anzahl der momentan kontrollierten Helden.

Technik[Bearbeiten]

ParaWorld benutzt die PEST-Grafikengine, die vom SEK entwickelt wurde, und verwendet den Tagès-Kopierschutz. Als minimale Konfiguration wird ein PC mit Windows XP oder Windows 2000 als Betriebssystem, einer 1,6-GHz-CPU, 512 MB RAM und einer Grafikkarte mit 128 MB Speicher angegeben, 1 GB Hauptspeicher und eine CPU mit 3 GHz werden empfohlen. Außerdem wird DirectX 9.0c vorausgesetzt.

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

  • 20. Oktober 2006: Version 1.01
  • 20. April 2007: Version 1.05 (Booster Pack)

Die Fan-Community des Spieles hat weitere Patches erstellt und arbeitet an einem umfangreichen Add-on*.

ParaWorld und der E-Sport[Bearbeiten]

Die Hersteller hatten das Ziel ParaWorld zu einer E-Sport Disziplin zu machen. Daher konnte ParaWorld bereits vor dem offiziellen Release auf entsprechenden Veranstaltungen gespielt werden:

  • 28. Juni 2006: ParaWorld erlangt den Status eines NGL-Goldgames.
  • 15. August 2006: Einen Monat vor Release wird das Spiel in der ESL aufgenommen.

Wertungen von Fachzeitschriften[Bearbeiten]

Preise[Bearbeiten]

Die Musikproduktionsfirma Dynamedion aus Mainz erhielt den G.A.N.G. Award für das beste instrumentale Musikstück. Die Einspielung übernahm die Magdeburgische Philharmomie, das Orchester der Oper Magdeburg. www.theater-magdeburg.de

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. para-welt.com
  2. para-welt.com