Parabolani

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Die Parabolani bzw. Parabalani (παράβολοι oder παραβολᾶνοι) waren eine christliche Laienbruderschaft zur Zeit der Alten Kirche. Sie werden im Zeitraum vom 3. bis zum 6. Jahrhundert erwähnt und agierten in den größeren Städten des Ostens des Römischen Imperiums, sicher in Karthago, Ephesus, Alexandrien und Konstantinopel.

Ursprünglich kümmerten sich die Parabolani im 3. Jahrhundert, zur Zeit des Dionysius von Alexandria, Bischof von Alexandria, um die Pflege von Pestkranken, mit deren Bestattung sie auch betraut waren. Daher rührt wohl nicht ihr Name „παραβάλλεσθαι τὴν ζωήν“ („parabállesthai tēn zōēn“, „sein Leben einsetzen“). Aus Alexandria und Ephesus ist überliefert, dass sie im 5. Jahrhundert eine Schutztruppe für den örtlichen Bischof bildeten, die äußerst aggressiv gegen Andersgläubige vorging.

Die Parabolani spielten eine wichtige Rolle im Konflikt zwischen Kyrill von Alexandria und dem Stadtpräfekten von Alexandrien, Orestes. In diesem Konflikt ereignet sich auch die Ermordung der neuplatonischen Philosophin Hypatia, bei der die Parabolani mutmaßlich beteiligt waren.[1]

Ein Jahr nach diesem Ereignis sandten die Bürger der Stadt eine Abordnung zu Kaiser Theodosius II., um die Macht der Parabolani einzuschränken. Daraus resultierte 416 ein Gesetz, eine Überarbeitung erfolgte 418:[2]

  • Die Zahl der Parabolani war auf 500 Männer zu beschränken (ab 418: 600). Ebenso reduzierte Theodosius II. ihre Anzahl in Konstantinopel auf 950 Mann[3]
  • Sie durften nicht als Gruppe vor Gericht, im Stadtrat oder im Theater erscheinen.
  • Sie waren aus Armen und Handwerkern rekrutierbar, honoratori und curiales waren ausgenommen.
  • Der Praefectus Augustatis wählt die Leute aus, ab 418 wurde diese Aufgabe dem Bischof übertragen. Ihre Namen wurden in ein öffentliches Verzeichnis eingetragen.

Die Paraboloni spielten ebenfalls eine Rolle während der „Räubersynode“ in Ephesus im Jahr 449. Dort wurde Bischof Basilius von Seleucia von einer Gruppe von Mönchen und Parabolani bedroht, die unter ihrem Leiter Barsauma von Nisibis zum Konzil kam.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sokrates Scholastikos, Historia ecclesiastica 7,15.
  2. Codex Theodosianus XVI,2,43.
  3. Codex Iustinianus I,2,4.