Parageusie

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Klassifikation nach ICD-10
R43.2 Parageusie
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Parageusie (altgriech.: παρά para = neben, gegen; ἡ γεύσις he geusis, -εως -eos f. = der Geschmack) bezeichnet die Veränderung des Geschmackssinns oder der Geschmackswahrnehmung.[1] Parageusie ist eine Geschmacksstörung und wird im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde behandelt. Dabei werden Geschmacksreize anders wahrgenommen als mit normalem Geschmacksempfinden.[2] Im Gegensatz zur Anosmie ist nicht der Geruchssinn sondern sind die Geschmacksknospen im Mund betroffen, traditionell für die Geschmacksrichtungen bitter, süß, sauer und salzig verantwortlich. Das führt zu einem veränderten, schlechten, beispielsweise bitteren Geschmack im Mund. In der Homöopathie ist „schlechter Geschmack im Mund“ ein regelmäßig genanntes Symptom, unter anderem als Indikator für Pulsatilla.

Die möglichen Ursachen sind vielfältig, sie können als Nebenwirkung von Arzneimitteln,[3] bei Magen-Darm-Erkrankungen (insbesondere durch Medizin gegen Helicobacter-Bakterien), Sodbrennen oder verdorbene Lebensmittel, wie durch Nüsse oder Kerne hervorgerufen werden.

Die Lebensqualität ist merklich beeinträchtigt, wenn beispielsweise alles bitter schmeckt. Eine Geschmacksstörung kann sich innerhalb weniger Tage oder Wochen reduzieren und ganz verschwinden.

Literatur[Bearbeiten]

  •  J. M. Bouchet: Hypogueusie idiopathique, avec parageusie, hyposmie et parosmie. Un nouveau syndrome. In: Annales D’oto-Laryngologie Et De Chirurgie Cervico Faciale: Bulletin De La Société D’oto-Laryngologie Des Hôpitaux De Paris. 89, Nr. 1, 1. Februar 1972, ISSN 0003-438X, S. 83–85, PMID 5047639 (französisch).
  •  Carl von Noorden, Hugo Salomon: Handbuch der Ernährungslehre: Spezielle Diätetik der Krankheiten des Verdauungsapparates. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-34549-8, S. 5/6 (books.google.com).
  •  Thomas Hummel, Antje Welge-Lüssen: Riech- und Schmeckstörungen: Physiologie, Pathophysiologie und therapeutische Ansätze. Georg Thieme Verlag, 2008, ISBN 978-3-13-156571-6, S. 115 ff. (books.google.com).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Parageusie. DocCheck Flexikon, abgerufen am 23. August 2015.
  2. Geschmacksstörung (Dysgeusie): Definition – Parageusie. Onmeda.de, 2015, abgerufen am 23. August 2015.
  3.  Thomas Brandt: Erkrankungen der Hirnnerven. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-13-140111-7, S. 152 (online).
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