Paragraphenzeichen

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Paragraphenzeichen §
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Tilde ~
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siehe auch Diakritische Zeichen

Das Paragrafenzeichen oder Paragraphenzeichen wird in Gesetzestexten einer Zahl vorangestellt und zeigt somit den Beginn eines neuen Paragrafen an, der durch die Zahl bezeichnet wird, zum Beispiel § 433. Ausgesprochen wird es in dem Zusammenhang als „Paragraf vierhundertdreiunddreißig“. Möchte man in einem Text auf mehrere Paragrafen verweisen, so wird das Zeichen doppelt verwendet, zum Beispiel §§ 433 ff. Ausgesprochen wird dies als „Paragrafen vierhundertdreiunddreißig folgende“ (oft fälschlich „fortfolgende“ gelesen).

Herkunft[Bearbeiten]

Die Herkunft des Zeichens ist umstritten.

  • Die paragraphos (griech. παράγραφος sc. γραμμή „daneben Geschriebenes“) war ursprünglich ein waagrechter Strich mit einem senkrechten Haken vorne, der am Anfang einer Zeile gesetzt wurde, in der ein Abschnitt endete. In römischer Zeit wurde daraus ein „T“ oder „Γ“, im Mittelalter verstand man letzteres als „C“ (bzw. „K“) für caput („Abschnittsbeginn“). Die Paragraphenzeichen „¶“ und „§“ haben sich aus einem gotischen „C“ (ℭ) entwickelt.
  • Der deutsche Paläograf Paul Lehmann vertrat die Meinung, dass das Paragrafenzeichen von dem Buchstaben „C“ für capitulum stamme.
  • Nach einer Ansicht handelt es sich um ein Doppel-S, das für die Abkürzung signum sectionis (lat. „Zeichen des Abschnitts") steht. Da Papier früher sehr teuer war, sparten sich die Schreiber das Einfügen einer neuen Zeile und malten das Paragrafenzeichen als Trennungszeichen (auch lat. signum separandi) an den Rand. Dieses wurde als ineinandergeschlungenes „SS“ geschrieben. Daraus soll sich dann das geläufige Paragraphenzeichen entwickelt haben. Dafür spricht auch, dass in älterem Sprachgebrauch der Paragraph auch als „Trennstrich“ gelesen und in vielen älteren Beurkundungen z. B. „/3/“ statt „§ 3“ geschrieben wurde. Auch die Abkürzung des Begriffes Senatus Sententia (lat. „Satz des Senates“) ist als Quelle des Doppel-S im Gespräch.
  • Als weitere Erklärung wird auch die Möglichkeit genannt, es könnte sich um eine Verschreibung des Digestenzeichens D handeln, oder eine Verbindung des Absatzzeichens der Römer, das dem griechischen Buchstaben Rho glich, mit dem Buchstaben C, für Caput (lat. „Haupt, Hauptabschnitt“), das am Beginn eines neuen Kapitels verwendet wurde.

Darstellung in Computersystemen und Ersetzung[Bearbeiten]

Kodierung[Bearbeiten]

Im internationalen Zeichenkodierungssystem Unicode liegt „§“ auf Position

  • U+00A7 „Section sign“ (Paragrafenzeichen).

Im ASCII-Zeichensatz ist das Zeichen nicht enthalten, weshalb viele ältere Computersysteme es nicht ohne weiteres darstellen konnten. Für die Datenverarbeitung wurde das Zeichen auf breiter Basis mit dem Zeichensatz ISO 8859-1 (Latin 1) eingeführt, wo es ebenfalls auf der Position 167 bzw. 0xA7 liegt. Auch in ISO 6937 liegt es auf dieser Position.

In HTML wird das Zeichen folgendermaßen kodiert:

  • § (hexadezimal),
  • § (dezimal) und
  • § (benanntes Zeichen).

Der Keysym-Name für die Verwendung mit xmodmap im X-Window-System lautet section.

Textsatz[Bearbeiten]

In LaTeX wird das Paragraphenzeichen als \S geschrieben.

Ersetzung[Bearbeiten]

Kann das Zeichen nicht dargestellt werden, weil es in der verwendeten Schriftart oder dem Zeichensatz fehlt, so sollte es durch das Wort „Paragraph“ bzw. „Paragraf“ ersetzt werden.

Da das Zeichen mit modernen Computersystemen verarbeitet, übertragen und archiviert werden kann, ist eine Ersetzung aus technischen Gründen nicht nötig. Auch wenn die verwendete Tastatur das Zeichen nicht aufweist, kann es praktisch immer über eine entsprechende Funktion des Betriebssystems oder des jeweiligen Texteditors eingefügt werden.

Trivia[Bearbeiten]

Logo des Österreichischen Bundesministeriums für Justiz

Das Paragraphenzeichen ersetzt im Logo des Österreichischen Bundesministerium für Justiz den Buchstaben „s“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paragraphenzeichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rainer Hannig: Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch : (2800–950 v. Chr.). von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-1771-9, S. 973
  2. http://www.unicode.org/charts/PDF/U13000.pdf