Parc de Bagatelle

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Schloss Bagatelle mit Gartenparterre

Der Parc de Bagatelle ist ein Park mit einem kleinen Schloss im Bois de Boulogne genannten Pariser Stadtwald. (16. Arrdt.). Im 18. Jahrhundert von François-Joseph Bélanger und Thomas Blaikie angelegt, befindet er sich seit 1905 im Besitz der Stadt Paris, die seine Wiederherstellung Jean-Claude Nicolas Forestier übertrug. Heute ist die Anlage auch für ihren Rosengarten mit ungefähr 1200 Sorten und einen jährlich veranstalteten Rosenzüchter-Wettbewerb bekannt. Der Park ist einer der vier Botanischen Gärten der Stadt Paris.

Schloss und Park entstanden dank einer berühmten Wette zwischen dem 19-jährigen Graf von Artois (* 1757), dem jüngsten Bruder von Ludwig XVI. und späteren Karl X., der zu Ausschweifungen neigte und ständig verschuldet war, und seiner nur wenig älteren und ebenso vergnügungssüchtigen und verschwenderischen Schwägerin, der Königin Marie Antoinette. Der preußische Architekt Friedrich Gilly beschrieb die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte des Schlosses in einem seiner bekannten Aufsätze.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Felsen in La Bagetelle um 1910
Eingangshof Schloss Bagatelle

Im Jahr 1775 erwarb der junge Graf von Artois einen kleinen 1720 im Wald von Boulogne von Pierre Mouret für den Marschall von Estrées errichteten Pavillon. Dieser hatte zu Zeiten Ludwigs XV. zuerst als Jagdpavillon und später unter der Bezeichnung "Bagatelle" Estrées Gattin zur Veranstaltung galanter Rendezvous gedient. Er befand sich in sehr schlechtem Zustand.

Zwei Jahre später forderte Marie-Antoinette, kurz vor der Abreise des Hofes zur Jagdsaison nach Fontainebleau, Artois heraus, zwei Monate später zur Rückkehr einen Empfang für sie in Bagatelle auszurichten, was angesichts des Verfalls des Pavillons unmöglich erschien. Artois gewann die Wette, deren Einsatz 100.000 Livres betragen haben soll.[1]

Er beauftragte seinen ersten Architekten François-Joseph Bélanger und seinen schottischen Gartenarchitekten Thomas Blaikie die Domäne in nur 64 Tagen herzurichten und zu bepflanzen. Die Arbeiten begannen am 21. September 1777 und wurden rechtzeitig für die am 26. November vorgesehene Einweihung vollendet. Sie umfassten die Schaffung des vollständig ausgestatteten und möblierten Schlosses Bagatelle mitsamt Wirtschaftsgebäuden, Gärten, Grotten, Wasserläufen und Blumenbeeten.[2] Um sie voranzutreiben beschlagnahmte man Baumaterial, das auf den umliegenden Straßen nach Paris transportiert wurde.

Der Park[Bearbeiten]

Gartenweg

Die Anlage ist ein Gemeinschaftswerk. Sie wurde von François-Joseph Bélanger in einem für die damalige Epoche typischen anglo-chinesischen Stil konzipiert und, nicht ohne Unstimmigkeiten, von Thomas Blaikie umgesetzt.[3] 1905 beauftragte die Stadt Paris den städtischen Landschaftsgärtner Jean-Claude Nicolas Forestier, Freund von Claude Monet mit der Wiederherstellung des Parks. Dieser legte zusätzlich einen Rosengarten und einen Seerosenteich an.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Parc de Bagatelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Louis Petit de Bachaumont: "Mémoires secrets pour servir à la République des Lettres (nicht eingesehen)
  2. "Dictionnaire des Monuments de Paris", Paris, 1995, Editions Hervas
  3. Michel Racine (Hrsg.): "Créateurs de Jardins et de Paysages en France de la Renaissance au XXIe siècle", Paris, 2001, Actes Sud, ISBN 2-7427-3280-2

48.8713888888892.2472222222222Koordinaten: 48° 52′ 17″ N, 2° 14′ 50″ O