Parc des Princes

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Parc des Princes
„Le Parc“
Der Innenraum des Parc des Princes (2010)
Der Innenraum des Parc des Princes (2010)
Daten
Ort 24, Rue du Commandant Guilbaud
FrankreichFrankreich 75016 Paris, Frankreich
Koordinaten 48° 50′ 29,3″ N, 2° 15′ 10,8″ OKoordinaten: 48° 50′ 29,3″ N, 2° 15′ 10,8″ O
Klassifikation 4
Eigentümer Stadt Paris
Betreiber Paris Saint-Germain
Eröffnung 18. Juni 1897 (Erster Parc)
23. April 1932 (Zweiter Parc)
25. Mai 1972 (Heutiger Parc)
Renovierungen 1931–1932, 1967–1972, 1998, 2014–2016
Oberfläche Hybridrasen
Kosten 90 Mio. FRF (1972)
Architekt Roger Taillibert (1972)
Kapazität 48.583 Plätze
Kapazität (internat.) 47.929 Plätze
Heimspielbetrieb
Veranstaltungen
Lage
Parc des Princes (Paris)
Parc des Princes

Der Parc des Princes (deutsch Prinzenpark) ist ein Rugby- und Fußballstadion in der französischen Hauptstadt Paris im 16. Arrondissement, das heute überwiegend vom Fußballclub Paris Saint-Germain genutzt wird und bei Ligaspielen Platz für rund 49.000 Zuschauer bietet. Die UEFA stufte die Sportstätte in die Stadionkategorie 4 ein. Seit der Eröffnung des Stade de France im Jahr 1998 hat der Prinzenpark seinen Status als Nationalstadion verloren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang des Parc des Princes
Luftaufnahme 2016 mit dem Stade Jean-Bouin im Hintergrund

Das ursprüngliche Stadion hieß Stade vélodrome du Parc des Princes und wurde im Juli 1897 als Radrennbahn mit einer 666 Meter langen Betonpiste eröffnet. Direktor war zeitweise Henri Desgrange. Im Jahr 1900 wurden dort die Bahn-Radweltmeisterschaften ausgetragen. Von 1903 bis 1967 endete die Tour de France im Prinzenpark-Velodrom. Im Juli 1967 wurde die Radrennbahn abgerissen.

Seit 1899 fanden dort auch Fußballspiele statt, ab 1919 zudem zahlreiche Endspiele um den französischen Pokal. 1932 wurde es auf ein Fassungsvermögen von 45.000 Zuschauern erweitert. Einige der großen Pariser Klubs wie Racing Club (seit 1932) und Stade Français (ab 1945) trugen hier bis in die 1960er Jahre ihre Heimspiele aus.

Nach einem kompletten Umbau unter Federführung des französischen Architekten Roger Taillibert wurde das Stadion 1972 wiedereröffnet. Das Stadion war auch zur Fußball-Weltmeisterschaft 1938 Schauplatz für drei Begegnungen, u. a. das Halbfinale Ungarn gegen Schweden (5:1).

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 wurden in diesem Stadion sechs Begegnungen ausgetragen, darunter der 2:0-Vorrunden-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die USA sowie das Spiel um den Platz 3 (kleines Finale). Ebenso wurden während der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1991 und Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007 Partien im Stadion ausgetragen.

Der Parc des Princes war sechs Mal Austragungsort von Europapokal-Endspielen. Im Jahr 1956 fand hier das Finale des erstmals durchgeführten Europacup der Landesmeister, dem Vorläufer der heutigen UEFA Champions League, statt. Der Prinzenpark war eines von neun Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2019.

Das 80 Meter hohe Stadion gehört der Stadt Paris und ist langfristig an eine Betriebsgesellschaft verpachtet, die zum Konzern des Fernsehsenders Canal Plus gehört. Das von der UEFA für den Parc des Princes zugelassene Fassungsvermögen beträgt 44.283 Zuschauer.

Der Club Paris Saint-Germain plant den Ausbau des Stadions. Dies werde aber nicht vor den Olympischen Sommerspielen und den Sommer-Paralympics, die 2024 in Paris stattfinden, geschehen. Der Prinzenpark ist als ein Spielort der Olympischen Fußballturniere vorgesehen. Die Planungen gehen bisher dahin, es auf 60.000 Plätze auszubauen. Bei der Vorstellung des Neuzugangs Lionel Messi im August 2021 erklärte der Präsident von PSG, Nasser Al-Khelaifi, dass ein Fassungsvermögen von 80.000 Zuschauern angestrebt wird. Durch seine Lage (direkt neben dem Stade Jean-Bouin und über der Stadtautobahn Boulevard périphérique sowie von weiteren Straßen und Gebäuden umgeben) und die Konstruktion (spezielle Betonbewehrung der miteinander verbundenen Bögen, die erhalten bleiben müssen) gestaltet sich der Ausbau schwierig. Darüber hinaus gehört das denkmalgeschützte Stadion der Stadt und nicht dem Club. Des Weiteren müsste eine Finanzierung der Umbauten vereinbart werden. Es ist gegenwärtig nicht absehbar, ob ein Ausbau über 60.000 Plätze technisch möglich wäre.[1][2]

Spiele zur Fußball-Europameisterschaft 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich fanden im Parc de Princes insgesamt fünf Spiele statt.

12. Juni 2016, Vorrunde
TurkeiTürkei Türkei KroatienKroatien Kroatien 0:1 (0:1)
15. Juni 2016, Vorrunde
RumänienRumänien Rumänien SchweizSchweiz Schweiz 1:1 (1:0)
18. Juni 2016, Vorrunde
PortugalPortugal Portugal OsterreichÖsterreich Österreich 0:0
21. Juni 2016, Vorrunde
NordirlandNordirland Nordirland DeutschlandDeutschland Deutschland 0:1 (0:1)
25. Juni 2016, Achtelfinale
WalesFlag of Wales (1959–present).svg Wales NordirlandNordirland Nordirland 1:0 (0:0)

Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2019 in Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieben Partien der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2019, darunter das Eröffnungsspiel mit dem Gastgeber, wurden im Parc des Princes ausgespielt.

7. Juni 2019, Gruppe A
FrankreichFrankreich Frankreich Korea SudSüdkorea Südkorea 4:0 (3:0)
10. Juni 2019, Gruppe D
ArgentinienArgentinien Argentinien JapanJapan Japan 0:0
13. Juni 2019, Gruppe B
SudafrikaSüdafrika Südafrika China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 0:1 (0:1)
16. Juni 2019, Gruppe F
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten ChileChile Chile 3:0 (3:0)
19. Juni 2019, Gruppe D
SchottlandSchottland Schottland ArgentinienArgentinien Argentinien 3:3 (1:0)
24. Juni 2019, Achtelfinale
SchwedenSchweden Schweden KanadaKanada Kanada 1:0 (0:0)
28. Juni 2019, Viertelfinale
FrankreichFrankreich Frankreich Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1:2 (0:1)

Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Auswahl der Künstler und Bands, die im Parc des Princes seit 1980 auftraten.[3]

Konzert von Green Day im Parc des Princes (2010)

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu erreichen ist der Prinzenpark über die Pariser Stadtautobahn dem Boulevard périphérique sowie die Autobahn A 13.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Stadion über die Métro Station Porte de Saint-Cloud erreichbar:
Metro-M.svgParis m 9 jms.svg Linie 9 Pont de SèvresMairie de Montreuil
Metro-M.svgParis m 10 jms.svg Linie 10 Pont de Saint-CloudGare d'Austerlitz

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion während der Fußball-Europameisterschaft 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Parc des Princes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rob Ridley: Parc des Princes expansion won’t come before Paris 2024. In: thestadiumbusiness.com. 13. August 2021, abgerufen am 17. August 2021 (englisch).
  2. Michał Karaś: Paris: PSG aiming high with Parc des Princes. In: stadiumdb.com. 15. August 2021, abgerufen am 17. August 2021 (englisch).
  3. setlist.fm: Konzertliste des Parc des Princes (englisch)