Pardon (Militärjargon)

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Pardon (im 17. Jahrhundert auch Quartier) zu geben bedeutete in früheren Zeiten, dass der Sieger das Leben des Besiegten schonte, wenn letzterer sich auf Gnade und Ungnade ergab. „Kein Pardon geben“ bedeutete, den Gegner zu töten, auch wenn er sich ergab. Es gab Truppenteile, die, um sich besonders gefürchtet zu machen, weder Pardon gaben noch nahmen.

Seit der Antike kam es vor, dass vor Schlachten befohlen wurde, kein Pardon zu geben, zu nehmen oder beides. Bekanntes Beispiel hierfür ist die sogenannte Hunnenrede von Wilhelm II. vor der Niederschlagung des Boxeraufstandes: „Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!“. Teilweise wurde dies auch vorher von beiden Seiten ausgemacht, wie zum Beispiel vor der Schlacht von Towton – „no quarter would be given nor asked“.

Mit der Haager Landkriegsordnung wurde der Befehl, kein Pardon zu geben, völkerrechtlich verboten. Danach nahm diese Praxis zumindest unter den unterzeichnenden Staaten ab. Dieser Grundsatz der Landkriegsordnung ist inzwischen als Völkergewohnheitsrecht auch für Nichtmitgliedstaaten sowie nichtstaatliche Konfliktparteien verbindlich. Die Erklärung, dass kein Pardon gegeben wird, ist heutzutage ein Kriegsverbrechen nach Artikel 8 des Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs bzw. § 11 des deutschen Völkerstrafgesetzbuches.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Pardon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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