Parensen

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Parensen
In Blau zwei goldene Balken, überzogen von einem rotbewehrten und rotbezungten hochaufgerichteten goldenen Löwen der in Höhe der Balken von Gold und Rot geteilt ist. Erläuterung: Das Wappen entspricht dem Siegelbild der Familie „von Parensen“[1]
Koordinaten: 51° 36′ 55″ N, 9° 54′ 17″ O
Höhe: 140 m ü. NN
Fläche: 4,2 km²
Einwohner: 681 (2015)
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37176
Vorwahl: 05503
Parensen (Niedersachsen)
Parensen

Lage von Parensen in Niedersachsen

Parensen ist ein Ortsteil des Fleckens Nörten-Hardenberg im Landkreis Northeim in Niedersachsen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parensen liegt am Rand des Leinegrabens, südwestlich von Nörten-Hardenberg. Die Leine fließt östlich, durch den Ort fließt die Harste.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung Parensens ist in einer Urkunde Ottos III. überliefert, in der der König seiner Schwester Sophia unter anderem 30 Hufen Land in mehreren Orten des Leinegaus schenkte, darunter als erstgenannter Ort Peranhuson.[2] Der Ortsname enthält einen Personennamen, der als Pero angenommen wird und sich durch Verschärfung des Anlauts aus dem Kurznamen Bero („Bär“) entwickelt haben kann.[3] Im Verlauf des 14. Jahrhunderts fanden zahlreiche Güterübertragungen der Herren von Parensen statt. So verkauften sie dem Stift St. Petri in Nörten ein Gut und 6 Acker, dem Kloster Marienstein 3 Hufen, 2 Höfe und eine Wiese und schenkten dem Heiligenstädter Martinsstift den Zehnten von Mängelrode.[4] 1343 erhielten die Herren von Plesse und jene von Rosdorf 2 ½ Hufen zu Parensen, 1351 ging zudem ein „Sattelhof mit dem Deiche“ an die von Plesse, sechs Jahre später übertrugen die Herren von Parensen zwei Hufen mit einem Hof an das Kloster Marienstein. Der Besitz derjenigen zu Parensen bezifferte sich im Verlauf des 15. Jahrhunderts auf 1 ½ Hufen mit einem großen Sattelhof beim Kirchhofe, welches ein plessisches Lehen darstellte, sowie zwei weitere Höfe und verschiedene kleine Grundstücke. Im Jahr 1447 wurden die Herren von Plesse durch Herzog Otto Cocles mit dem halben Dorf und dem halben Gericht in Parensen belehnt.[5] Während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1626 wurde der Ort angesteckt und verbrannte. 44 Jahre später im Jahr 1670 wird erstmals vom Vorhandensein einer Schule in Parensen berichtet.[6] In der Karte der Kurhannoverschen Landesaufnahme wurden im Jahr 1784 in Parensen 35 Feuerstellen verzeichnet.[5] 1805 wurde hier der spätere Pfarrer Ernst August Hermann Wilhelm Nolte geboren,[7] und im Dezember 1910 lebten 321 Einwohner im Ort.[8]

Am 1. März 1974 wurde Parensen in den Flecken Nörten-Hardenberg eingegliedert.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ev. Kirche
  • Die evangelische Kirche ist ein verputzter Saalbau aus dem Jahr 1776. Der Westturm mit Sandsteinquadern stammt aus dem Jahr 1892. Damals wurden auch die Fenster spitzbogig verändert. Zwei Tafelbilder der Innenausstattung werden auf das Jahr 1600 datiert. Sie werden seit der Kirchenrenovierung im Jahr 1981 als Altaraufsatz verwendet.[10]
Gut Parensen
  • Das Gut Parensen am Ostrand des Dorfes ist U-förmig mit Öffnung zur Straße angelegt. Das der Straße gegenüberliegende Gutshaus wurde 1848 als Pächterwohnhaus errichtet und 1921 um zwei Achsen erweitert. Im Osten (von der Straße aus links) steht quer zur Straße ein massives Wirtschaftsgebäude mit Krüppelwalmdach, im Westen ist der Hof durch eine Fachwerkscheune mit Längsdurchfahrt begrenzt, die 1738 erbaut und 1750 aus Moringen hierher versetzt wurde. 1764 wurde Börries von Münchhausen auf Moringen Besitzer des Gutes[5], das von Pächtern bewirtschaftet wurde. Nach dem Tod des Börries Freiherr von Münchhausen 1945 erbte sein Stiefsohn Dr. Crusius das Parenser Gut, der es an die Nachfahren von Börries von Münchhausens Schwester aus der Familie von Breitenbuch vererbte, die es bis heute bewirtschaften.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Parensen verläuft die L 555. Direkt am östlichen Ortsrand verläuft die A 7, die nächste Anschlussstelle befindet sich in 2 km Entfernung bei Nörten-Hardenberg. Der nächste Bahnhof befindet sich ebenfalls in Nörten-Hardenberg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Parensen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Parensen auf der Website des Fleckens Nörten-Hardenberg

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Parensen-Wappen
  2. Monumenta Germaniae Historica DO III. Nr. 67. Abgerufen am 11. Juli 2011.
  3. Kirstin Casemir, Franziska Menzel, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Northeim. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil V. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-607-1, S. 301–303.
  4. Johann Wolf: Politische Geschichte des Eichsfeldes. Band 1. Johann Georg Rosenbusch, Göttingen 1792, S. LXXV.
  5. a b c Christian Kämmerer, Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Northeim, Teil 1. Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 7.1. CW Niemeyer, Hameln 2002, ISBN 3-8271-8261-1, S. 197–200.
  6. Heinrich Lücke: Aus der Geschichte des Dorfes Parensen. Goltze, Göttingen 1971, S. 42, 69
  7. Jens Schmidt-Clausen: NOLTE, (1) Ernst August Hermann Wilhelm, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 272
  8. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Königreich Preußen – Provinz Hannover, Regierungsbezirk Hildesheim, Landkreis Göttingen. In: gemeindeverzeichnis.de. Abgerufen am 13. Juli 2011.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  10. PARENSEN. Gem. Nörten-Hardenberg, Kr. Northeim. Ev. Kirche. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 1088 f.