Parkverbot

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Das Parkverbot ist eine Verkehrsregel, die das Parken von Straßenfahrzeugen (Kraftfahrzeuge, Anhänger, Fahrräder und Fuhrwerke) in bestimmten Zonen des öffentlichen Verkehrsraums untersagt. In der Schweiz ist die amtliche Bezeichnung Parkierungsverbot und umgangssprachlich Parkierverbot. Es ist „schwächer“ als das Haltverbot und wird überwiegend durch den ruhenden Verkehr Überwachende gemäß Bußgeldkatalog kontrolliert.

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finnische Variante des Parkverbotsignals (liikennemerkki numero 373, Pysäköintikieltoalue)

Das Parkverbot kann durch nationale Verkehrsvorschriften vorgeschrieben sein (beispielsweise allgemeines Parkverbot auf Überlandstraßen) oder durch Verkehrszeichen (Signale) und/oder Bodenmarkierungen kenntlich gemacht werden.

Die länderspezifischen Verkehrszeichen für das Parkverbot sind in Europa sehr ähnlich: rund mit rotem Außenring und blauer Innenfläche, die von einem diagonalen roten Strich durchkreuzt wird (teilweise noch das alte Signal mit weißer statt blauer Innenfläche, auf der sich ein schwarzes P befindet). Dieses Zeichen wird in Deutschland umgangssprachlich als Parkverbot bezeichnet. Korrekt wäre dort aber Eingeschränktes Haltverbot.

In der Schweiz wird das Parkverbot in Art. 30 Halte- und Parkierungsverbote der Schweizerischen Signalisationsverordnung (SSV) geregelt. Das dazugehörende Signal ist 2.50 Parkieren verboten, umgangssprachlich mit Parkierverbot oder Parkverbot abgekürzt.[1]

In Österreich wird das Parkverbot in § 24. Halte- und Parkverbote der Österreichischen Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt.[2] Das dazugehörende Verkehrszeichen wird in § 52 Abs. a) Z 13a. „PARKEN VERBOTEN“ geregelt.[3]

Regeln in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Parkverbot ist in Deutschland nach der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) mittels Verkehrszeichen und nach § 12 StVO geregelt. Parken wird in Abs. 2 darin folgendermaßen definiert:

„Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt.“

Zeichen 314 StVO: Parkplatz

Grundsätzlich ist am rechten Fahrbahnrand zu parken oder auf einem rechten Seitenstreifen, dazu gehören auch Parkstreifen. In Einbahnstraßen (Zeichen 220: Zeichen 220-20 - Einbahnstraße, rechtsweisend, StVO 2017.svg) darf links geparkt werden, ebenso, wenn auf der rechten Fahrbahnseite Schienen liegen (§ 12 Abs. 4 StVO). Es ist platzsparend zu parken (§ 12 Abs. 5 StVO).

Eine Parkflächenmarkierung erlaubt das Parken; auf Gehwegen aber nur Fahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 2,8 t. Die durch die Parkflächenmarkierung angeordnete Aufstellung ist einzuhalten. Wo sie mit durchgehenden Linien markiert ist, darf diese überfahren werden. Sind Parkflächen auf Straßen erkennbar abgegrenzt, wird damit angeordnet, wie Fahrzeuge aufzustellen sind.[4]

Parkverbot nach StVO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Parken ist gemäß § 12 Abs. 3 StVO verboten:

  • Auf Gehwegen.
  • Im Fünfmeterbereich vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen. Dieser Bereich wird 5 Meter vom Schnittpunkt der Fahrbahnkanten ermittelt.
  • Wenn dadurch die Benutzung gekennzeichneter Parkflächen verhindert wird.
  • Vor Grundstücksein- und -ausfahrten, auf schmalen Fahrbahnen auch ihnen gegenüber.
  • Über Schachtdeckeln und anderen Verschlüssen, wo durch Zeichen 315 (Zeichen 315-55 - Parken halb auf Gehwegen in Fahrtrichtung rechts, StVO 1992.svg) oder eine Parkflächenmarkierung (§ 41 Anlage 2 Nr. 74 StVO) das Parken auf Gehwegen erlaubt ist.
  • Vor Bordsteinabsenkungen.
  • auf durch Leitlinien markierten Fahrradschutzstreifen.[5]
  • je 15 m vor und hinter Haltestellenschildern (Zeichen 224: Zeichen 224 - Haltestelle, StVO 2017.svg)
  • innerhalb von Grenzmarkierung für Parkverbote (Zeichen 299)
  • auf Vorfahrtstraßen (Zeichen 306: Zeichen 306 - Vorfahrtstraße, StVO 1970.svg) außerhalb geschlossener Ortschaften auf der Fahrbahn.
  • Wo ein Haltverbot angeordnet ist, gilt auch ein Parkverbot.
  • Das Parken auf der Fahrbahn ist nur erlaubt, wenn 3,05 Meter Durchfahrtbreite auf der Fahrbahn verbleibt, gemessen bis zu einer durchgehenden Linie, wenn vorhanden Zeichen 295 StVO (Fahrstreifenbegrenzung und Fahrbahnbegrenzung, Zeichen 295) oder Zeichen 296 StVO (einseitige Fahrstreifenbegrenzung, Zeichen 296). Diese Regelung dient dazu, dass Feuerwehrfahrzeuge die Straße passieren können. Diese haben eine Breite von 2,55 Metern und auf beiden Seiten kommen noch 25 cm Sicherheitsabstand hinzu.
  • Wenn Parkplätze ausgewiesen sind (z. B. Parken auf Gehwegen [Zeichen 315: Zeichen 315-55 - Parken halb auf Gehwegen in Fahrtrichtung rechts, StVO 1992.svg], auch mit Zusatzschild, und Parkplatz (Zeichen 314: Zeichen 314-50 - Parkplatz, StVO 2013.svg mit Zusatzschild)), darf am Fahrbahnrand nicht geparkt werden.
  • In verkehrsberuhigten Bereichen (Zeichen 325.1: Zeichen 325.1 - Beginn eines verkehrsberuhigten Bereichs, StVO 2009.svg) ist das Parken außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen, zum Be- oder Entladen.

Parkverbot: Eingeschränktes Haltverbot nach Z 286 StVO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Z 286 StVO: eingeschränktes Haltverbot

Das Zeichen 286 Zeichen 286 - Eingeschränktes Halteverbot, StVO 1970.svg, eingeschränkte Haltverbot, gebietet:

„Wer ein Fahrzeug führt,
darf nicht länger als drei Minuten auf der Fahrbahn halten,
ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen
oder zum Be- oder Entladen.
Ladegeschäfte müssen ohne Verzögerung durchgeführt werden.“

Anlage 2 Lfd.Nr. 63/64 StVO[6]

Bis zur StVO-Novelle 2009 wurde dieses Zeichen auch als Parkverbot bezeichnet; dieses ist seitdem jedoch nach StVO anders definiert.

Regelungen für bestimmte Fahrzeugarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freies Parken für ladende Elektrofahrzeuge (Schild am Berliner Ernst-Reuter-Platz)

Für bestimmte Fahrzeugarten gibt es in (§ 12 Abs. 3 und 4 StVO) Sonderregelungen: Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t sowie mit Kraftfahrzeuganhängern über 2 t zulässigem Gesamtgewicht innerhalb geschlossener Ortschaften in der Zeit von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen dürfen nicht parken, sofern dies regelmäßig geschieht:

Das gilt allerdings nicht auf entsprechend gekennzeichneten Parkplätzen sowie für das Parken von Linienomnibussen an Endhaltestellen.

Kraftfahrzeuganhänger ohne Zugfahrzeug dürfen außer auf entsprechend gekennzeichneten Parkplätzen nicht länger als zwei Wochen geparkt werden.

Für Fahrräder gibt es keine Parkverbote. Sie dürfen sowohl am Straßenrand als auch auf Gehwegen abgestellt werden. Das gilt jedoch nur für betriebsbereite Fahrräder oder Mieträder, die den Zwecken des Verkehrs dienen und nur vorübergehend abgestellt werden. Ebenfalls erlaubt ist das Abstellen in verkehrsberuhigten Bereichen (Spielstraßen) sowie auf Plätzen oder in Fußgängerzonen. Allerdings muss gewährleistet sein, dass Fußgängern, Rollstuhlfahrern oder Kinderwagen der Weg nicht versperrt wird. Auch Rettungswege müssen frei bleiben und an Kreuzungen eine gute Sicht der Verkehrsteilnehmer gewährleistet sein.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Parkverbotstafeln-international – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Huppertz: Halten Parken Abschleppen. Praxishandbuch mit Rechtsprechungsübersicht sowie Verwarnungs- und Bußgeldtabellen, 2004, Richard Boorberg Verlag, ISBN 3 415 03227 2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Signalisationsverordnung: SSV (PDF; 1,4 MB).
  2. Österreichische Straßenverkehrsordnung: § 24 StVO - Halte- und Parkverbote.
  3. § 52 Abs. a) Z 13a StVO, - „PARKEN VERBOTEN“.
  4. Anlage 2 Lfd.Nr. 74 StVO.
  5. Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), Anlage 3 zu § 42 Abs. 2, Abschnitt 8, lfd. Nr. 22. Abgerufen am 5. August 2013.
  6. Anlage 2 Lfd.Nr. 63/64 StVO
  7. Thomas Harloff: Abstellen von Fahrrädern - Wo parken erlaubt ist und wo nicht, sueddeutsche.de, am 18. März 2015, abgerufen am 15. Juli 2018.