Parochet

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Parochet einer 1942 zerstörten Synagoge in Lublin. Heute in der Synagoge von Bielsko-Biała
Toravorhang aus dem Jahr 1797, Jüdisches Museum der Schweiz.

Parochet (hebräisch פָּרֹכֶת, Parokhet oder aschkenasisch Paroches, dt.: Prachtvorhang) ist der Vorhang vor dem Toraschrein in einer Synagoge, der die Torarollen verdeckt. In aschkenasischen Synagogen befindet sich der oft reich verzierte Vorhang aus Samt, Seide, Leinen oder Brokat vor, in sephardischen und italienischen Synagogen hinter den Türen des Toraschreins.[1] Die Parochet steht für die Abdeckung, die sich auf der Bundeslade befand.

In vielen Synagogen ist es üblich, während der Bußtage, der zehn Tage der Umkehr, zwischen Rosch ha-Schana und Jom Kippur die normalerweise farbige Parochet gegen ein weißes Exemplar auszutauschen.

Als Parochet wird in Ex 26,33 EU der Vorhang bezeichnet, der im Mischkan das ‚Heilige‘ vom Allerheiligsten getrennt haben soll, in dem sich die Bundeslade befand. Im salomonischen Tempel erfüllte eine vergoldete hölzerne Wand diese Funktion, während im zweiten Jerusalemer Tempel ein ebenfalls als Parochet bezeichneter Vorhang das Allerheiligste abtrennte. Die dafür hergestellten, in regelmäßigen Abständen hergestellten Parochot wurden aus Wolle und Leinen hergestellt und waren vom Schaatnes-Gebot (Mischung von zweierlei Arten Lev 19,19 EU) ausgenommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Parochet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John F. Oppenheimer (Red.) u. a.: Lexikon des Judentums. 2. Auflage. Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh u. a. 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 613.