Parrotia persica

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Parrotia persica

Blütenstand vom Persischen Eisenholzbaum (Parrotia persica)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae)
Unterfamilie: Hamamelidoideae
Gattung: Parrotia
Art: Parrotia persica
Wissenschaftlicher Name
Parrotia persica
(DC.) C.A.Mey.
Baum im Herbst
Typische Rinde der Parrotie
Blätter

Parrotia persica, auch Parrotie, Persischer Eisenholzbaum, Persisches Eisenholz, Eisenbaum und wie viele andere Pflanzenarten auch Eisenholz genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Zaubernussgewächse.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parrotia persica ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner, langsamwüchsiger Baum, der Wuchshöhen von bis über 12 Meter erreichen kann. Der Stammdurchmesser erreicht über 30 Zentimeter. Einstämmige Exemplare sind meist auffallend niedrig und schon dicht über dem Boden stärker verzweigt. Seine Stämme besitzen eine gräuliche bis bräunliche, abblätternde Schuppenborke. Die Rinde junger Zweige ist mit Sternhaaren (Trichome) bedeckt. Die Winterknospen sind gestielt und mit Knospenschuppen ausgestattet. Die Zweige und Äste der Sträucher verwachsen oft untereinander und bilden ein dichtes Dickicht.[1]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der kurze Blattstiel ist 2 bis 6 Millimeter lang. Die einfache, fast kahle, ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 6 bis 12 Zentimeter verkehrt-eiförmig bis elliptisch mit gerundetem bis schwach herzförmigem oder spitzem Spreitengrund und gerundetem oder stumpfem bis spitzem oberen Ende. Der Blattrand ist ganz bis in der oberen Hälfte, teils feinspitzig,[2] bogig gezähnt oder gekerbt bis gesägt. Die Herbstfärbung der Laubblätter ist leuchtend gelb, orangefarben oder orangerot. Die großen Nebenblätter sind hinfällig.

Blütenstand, Blüte, Frucht und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Januar bis März und die Blüten entfalten sich vor den Blättern. Parrotia persica ist andromonözisch, das heißt, auf einem Exemplar kommen zwittrige und rein männliche Blüten vor.

Meist zwei bis acht Blüten stehen in end- oder achselständigen, dichten, köpfchenförmigen Blütenständen. Die Köpfchen sind von 1 bis 1,5 Zentimeter langen, außen braunfilzigen, innen grünlichen, kahlen Hochblättern (Knospenschuppen) umgeben. Die Blüten sind sitzend mit einfacher Blütenhülle. Die kleinen, fünf bis neun unscheinbaren, grünlichen und ungleichen Kelchblätter sind bis 5–6 Millimeter lang mit bräunlichen Haarbüscheln an der Spitze. Die Kronblätter fehlen. Es ist ein kleiner Blütenbecher vorhanden. Die bis zu 14–15 Staubblätter besitzen bis 1,5 Zentimeter lange Staubfäden mit roten, länglichen und bespitzten Staubbeuteln. Der Fruchtknoten ist knapp oberständig mit zwei ausgebogenen Griffeln und länglichen, papillösen Narben.

Die kleine, zweisamige Kapselfrucht mit Griffelresten öffnet sich zwei- bis vierklappig. Die dunkelbraunen, glatten, etwa 7–9 Millimeter langen und schmal-eiförmigen, spitzen Samen sind glänzend.

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[3]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung von Parrotia persica erfolgte 1830 durch Augustin-Pyrame de Candolle als Hamamelis persica.[4] Carl Anton von Meyer kombinierte 1831 die Art in die von ihm neu aufgestellte Gattung Parrotia um.[5]

Verbreitung und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Parrotie ist im nördlichen Iran sowie in Transkaukasien beheimatet.[6] Man findet diese dekorative Pflanzenart als Ziergehölz gelegentlich in Parkanlagen und auch in fast allen botanischen Gärten.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Botanischer Garten Tübingen: Parrotia
  • Marilena Idzojtic: Dendrology. Academic Press, 2019, ISBN 978-0-128-19644-1, S. 452.
  • Susyn Andrews: Tree of the Year: Parrotia. International Dendrology Society, 2007, (PDF).
  • A. Linn Bogle: Floral morphology and vascular anatomy of the Hamamelidaceae: The apetalous genera of Hamamelidoideae. In: Journal of the Arnold Arboretum. Vol. 51, No. 3, 1970, S. 310–366, auf S. 337–343, online auf biodiversitylibrary.org.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiener Illustrirte Garten-Zeitung. Zwölfter Jahrg., 1887, S. 435 ff.
  2. Leopold Dippel: Handbuch der Laubholzkunde. Dritter Teil, Parey, 1893, S. 272.
  3. Parrotia persica bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  4. Prodromus systematis naturalis regni vegetabilis. Band 4, 1830, S. 268, online auf biodiversitylibrary.org.
  5. Verzeichniss der Pflanzen, welche während der in den Jahren 1829 und 1830 unternommenen Reise im Caucasus und in den Provinzen am westlichen Ufer des Caspischen Meeres gefunden und eingesammelt worden sind. St. Petersburg 1831, S. 46, online bei Gallica – BnF.
  6. Datenblatt Parrotia bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Parrotia persica – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien