Parsau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Parsau
Parsau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Parsau hervorgehoben
Koordinaten: 52° 32′ N, 10° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Brome
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 29,33 km2
Einwohner: 1871 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38470
Vorwahl: 05368
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 021
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 21
38470 Parsau
Bürgermeisterin: Kerstin Keil (CDU)
Lage der Gemeinde Parsau im Landkreis Gifhorn
SchwülperVordorfDidderseAdenbüttelHillerseMeineWasbüttelRötgesbüttelLeiferdeIsenbüttelRibbesbüttelCalberlahWagenhoffMeinersenOsloßBokensdorfUmmernWesendorfMüden (Aller)SassenburgGifhornSchönewördeWahrenholzWahrenholzGroß OesingenSteinhorstHankensbüttelSprakensehlObernholzDedelstorfWeyhausenTappenbeckJembkeBarwedelBergfeldTiddischeRühenParsaugemeindefreies Gebiet GiebelParsauTülauBromeEhra-LessienWittingenLandkreis GifhornNiedersachsenWolfsburgBraunschweigLandkreis HelmstedtLandkreis PeineRegion HannoverLandkreis CelleLandkreis UelzenSachsen-AnhaltSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Parsau ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Gifhorn in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsau liegt zwischen den Naturparks Südheide und Drömling in der geschichtlichen Landschaft des Vorsfelder Werders, einem eiszeitlichen Geestrücken. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Brome an.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde sind:

  • Ahnebeck (139 Einwohner), unmittelbar nördlich von Parsau
  • Croya (391 Einwohner), unmittelbar nordöstlich von Ahnebeck
  • Kaiserwinkel (93 Einwohner), östlich von Parsau
  • Parsau (1250 Einwohner)

Stand 30. Juni 2019[2]

Giebel, Teilansicht

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Parsau. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsau wurde urkundlich erstmals um 1505 als Barso, 1510 als Persauw, erwähnt. Der Name stammt vom Altslawischen prabû für Staub oder borû für Kiefer, also etwa „Ort beim Kiefernwald.“[3] Parsau war braunschweigisch; die Grenze zum Fürstentum Lüneburg lag zwischen Ahnebeck und Croya. Die ursprüngliche Dorfform war die eines wendischen Rundlings. 1561 wurde die erste Kirche im Bereich des Vorsfelder Werders in Parsau errichtet, 1567 die erste Schule.

1742 wurde das Amt Vorsfelde gegründet, dem auch Parsau angehörte. Eine anlässlich einer Landesvermessung 1757 erstellte Beschreibung erwähnt in Parsau unter anderem 28 Höfe, eine in Fachwerkbauweise erstellte Kirche mit einem kleinen Glockenturm und eine Schule. Ein Krug (Gaststätte), eine Mühle, eine Schmiede und eine Ziegelei waren damals in Parsau nicht vorhanden.

1807 erfolgte die Auflösung des Amtes Vorsfelde durch die französische Besatzungsmacht, danach gehörte Parsau bis 1813 zum Kanton Vorsfelde im Distrikt Helmstedt, im Departement der Oker des Königreiches Westphalen. Im 19. Jahrhundert kam Parsau in den neu gegründeten Landkreis Helmstedt. 1828 wurde die baufällige Kirche durch einen Neubau ersetzt, ihr Turm wurde 1910 hinzugefügt. von 1846 bis 1849 erfolgte in Parsau die Separation. Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit 31 Bauernhöfe. Das Niederungsgebiet Drömling beginnt unmittelbar östlich von Parsau. Daran hatte der Ort, wie die übrigen Anrainer-Dörfer, seit Jahrhunderten bis in die Neuzeit Holzanteile in dem Bruchwaldgebiet. 1851 wurde der Rundling nach Osten hin mit einer Straße durchstochen. 1866 wurde südwestlich von Parsau eine Ziegelei eröffnet. In der Gemarkung nördlich von Parsau standen einst zwei Windmühlen. Die 1876 erbaute Holländermühle wurde 1925 abgerissen. Die Bockwindmühle entstand 1843 und wurde 1926 abgebrochen. Die Windmühlen wurden von der Motormühle einer dörflichen Molkereigenossenschaft verdrängt.

1909 erfolgte in Parsau die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr und der Bau des Bahnhofs, 1919 wurde ein Kriegerdenkmal aufgestellt. 1935 wurde die Ziegelei wieder geschlossen, an ihrer Stelle befindet sich heute der Hof Polle. Am 11. April 1945 nahmen kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs amerikanische Truppen, aus Bergfeld kommend, Parsau ein. 1949 erfolgte in Parsau die Gründung einer Volksbücherei, 1955 wurde das Kalthaus erbaut und die Kalthausgenossenschaft gegründet. Die Gemeinde Parsau gehörte ab 1972 zur Samtgemeinde Rühen. Im selben Jahr kam sie vom Landkreis Helmstedt zum Landkreis Gifhorn. Am 1. März 1974 wurde die Samtgemeinde Rühen aufgelöst. Am 15. März 1974 wurde die Gemeinde Parsau Teil der Samtgemeinde Brome.[4] 1974 wurde auch ein 1655 erbautes Fachwerkhaus nach Braunschweig-Riddagshausen umgesetzt, wo es heute an der Straße Zwischen den Bächen steht.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Ahnebeck, Croya und Kaiserwinkel eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahl von Parsau ohne Ahnebeck und Croya:

Jahr 1774 1793 1821 1849 1858 1871 1885 1905 1910 1925 1928 1939 1948 1950 1956 1961 1971 1985 2017
Einwohner 211 225 265 322 330 411 521 551 577 599 601 566 1010 970 890 852 844 1000 1222

1928 lebten im Ort Parsau 601 Menschen. Bis 1939 war die Zahl auf 566 gesunken. 1948 war sie infolge der Flüchtlingsströme auf 1010 gestiegen, um dann bis 1971 auf 844 zu sinken. 1985 lebten 1000 Menschen in Parsau.[6] Seitdem ist die Zahl durch Ausweisung neuer Siedlungsgebiete weiter gestiegen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat
  
Insgesamt 11 Sitze

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Parsau setzt sich seit der Kommunalwahl am 11. September 2016 aus elf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.[7]

CDU SPD Gesamt
2016 6 5 11 Sitze

Als einzige Partei verfügt die CDU über einen Ortsverband in Parsau.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Joachim Zeidler (CDU) wurde am 24. November 2011 gewählt. Zuvor war Helmut Werthmann (CDU) zehn Jahre lang Bürgermeister. Im September 2015 übernahm Kerstin Keil (CDU) nach Zeidlers Rücktritt das Amt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen ist gespalten in Grün und Silber. Links enthält es die Abbildung eines silbernen Reihers. Rechts wird ein grünes Schwarzerlenreis mit aufrechtstehendem Blatt und drei hängenden Samenzapfen gezeigt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsau ist seit 1978 mit Landesbergen, einer Gemeinde im Landkreis Nienburg/Weser, durch eine Gemeindepartnerschaft verbunden.[8] Initiator dieser Partnerschaft war Willi Heineking, CDU-Politiker in Landesbergen. Eine zweite Partnerschaft besteht seit 1992 mit Nowa Karczma (deutsch Neukrug) in Polen, einem in der Nähe von Danzig gelegenen Dorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Männergesangverein Parsau-Ahnebeck geht auf das Jahr 1878 zurück, die heutige Theatergruppe Parsau entstand 1987.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzkirche
St.-Raphael-Kirche

In Parsau gibt es drei Kirchengemeinden mit den folgenden Kirchen:

Christuskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christuskirche

Die evangelisch-lutherische Christuskirche an der Hauptstraße wurde 1828/29 erbaut und 1910 um einen Turm erweitert. Ihre Kirchengemeinde umfasst neben Parsau auch Ahnebeck und Bergfeld, sie bildet seit dem 1. Juli 2012 mit den evangelisch-lutherischen Gemeinden Rühen und Brechtorf-Eischott einen Pfarrgemeindeverband.[9] Die Christuskirche ist die nördlichste Kirche der Propstei Vorsfelde, und gehört damit zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Ihr schlicht gehaltener Innenraum wird von einer Flachdecke abgeschlossen und bietet rund 180 Sitzplätze. 1561 wurde die erste Kirche in Parsau erbaut, um den Einwohnern von Parsau den weiten Weg in die St.-Petrus-Kirche in Vorsfelde zu ersparen. Die Gottesdienste in der Parsauer Kirche wurde jedoch zunächst von Vorsfelder Geistlichen gehalten. 1828 wurde die inzwischen baufällig gewordene Fachwerkkirche abgerissen und 1829 durch das heutige Kirchengebäude aus Velpker Sandstein ersetzt. 1896 folgte der Bau des Pfarrhauses, aber erst von 1907 an wohnt ein Pastor in Parsau. Der Turm, der auf der Ostseite steht und ebenfalls aus Velpker Sandstein erbaut ist, wurde der Kirche erst 1910 hinzugefügt. Nachdem im Ersten Weltkrieg 1917 eine der beiden Glocken abgegeben werden musste, wurden 1925 die zweite, verbliebene Glocke entfernt und zwei Stahlglocken angeschafft. 1977/78 erfolgte eine umfangreiche Renovierung und Umgestaltung der Kirche, unter anderem wurde der Eingang von der Westseite auf die Ostseite verlegt, eine Orgelempore eingebaut und neues Kirchengestühl angeschafft. Am 3. Dezember 1978 wurde die Kirche wieder eingeweiht, 1979 wurde noch eine neue Orgel aufgestellt. Zur Kirchengemeinde gehört auch der Parsauer Friedhof.

Kreuzkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Kirche ist die baptistische Kreuzkirche in der Hehlertstraße 1 aus dem Jahre 1900. 1889 wurde die Gemeinde gegründet[10] und bereits ein Gemeindehaus erbaut. 1905 waren von 551 Einwohnern Parsaus 80 Baptisten. In jüngerer Zeit wurde die Kirche durch einen Anbau erweitert.

St.-Raphael-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische St.-Raphael-Kirche wurde 1962/63 als Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Michael in Vorsfelde errichtet, zu der sie auch heute noch gehört. Ihre Kirchengemeinde bildete sich, als sich ab 1945/46 katholische Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches im seit der Reformation evangelisch geprägten Parsau und den umliegenden Dörfern niederließen. Die nach dem Erzengel Raphael benannte Kirche befindet sich an der Bahnhofstraße und gehört zum Bistum Hildesheim.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grillplatz

Ein etwas außerhalb des Dorfes gelegener Grillplatz, das große, südlich von Parsau befindliche Waldgebiet, die nahegelegenen Landschaftsschutzgebiete Drömling und Kaiserwinkel sowie die Naturschutzgebiete Kaiserwinkel und Giebelmoor bieten Naherholungsmöglichkeiten in der Natur.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsau verfügt über zwei Sportplätze, ein Fitnessstudio, eine Tennisanlage, ein 1970 erbautes Sportheim und eine Schließanlage. Der Sportverein SG Parsau/Ahnebeck von 1902 ist in Parsau aktiv. Fußball wird auch im 1910 gegründeten Verein FC Germania Parsau gespielt, Jugendfußball in der Jugendspielgemeinschaft Kleine Aller Drömling. Der Tennisverein Parsau e.V. wurde 1989 gegründet, sein westlich der Bahnstrecke gelegenes Vereinsgelände bietet zwei Tennisplätze und das 1991 erbaute Vereinsheim.[11] Im 1986 entstandenen Skatclub Drömling Buben Parsau wird Skat gespielt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das jährliche Schützenfest findet am Pfingstwochenende statt, es wird von der 1892 gegründeten Schützengesellschaft Parsau-Ahnebeck e.V. veranstaltet.[12] Das Osterfeuer wird am Karsamstag entzündet. Weitere Veranstaltungen organisiert die auf das Jahr 1951 zurückgehende Junge Gesellschaft Parsau/Ahnebeck.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kiosk mit einem Hermes-Paketshop und eine Fleischerei sind heute die einzigen Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs in Parsau, nachdem die Lebensmittelgeschäfte und die Bäckereien geschlossen wurden. Auch ein Friseursalon, eine Tankstelle und eine Zimmervermietung sind in Parsau vorhanden. Geschlossen wurden die Gaststätten Zur Post, Dreyer und Zum Bahnhofs-Krug, nur im Bürgerzentrum ist heute mit der Gaststätte Unter den Eichen noch Gastronomie zu finden.

Die einzige Bankfiliale gehört zur Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, wird jedoch seit 2015 nur noch als SB-Filiale betrieben.[13] Die Zweigstellen der Volksbank Tülau eG, die in der Volksbank Braunschweig Wolfsburg aufging, und der Norddeutschen Landesbank bestehen nicht mehr. 1907 war in Parsau bereits eine Spar- und Darlehnskasse gegründet worden. Auch die seit 1904 in Parsau vorhandene Dienststelle der Post wurde geschlossen. Sie war als Poststelle I dem Hauptpostamt Vorsfelde, später Wolfsburg, zugeordnet.

Ehemalige Molkerei
Storchenpaar auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei (2018)

Die Molkerei bestand seit 1891, die genossenschaftlich geführte Einrichtung gehörte zur Molkerei-, Müller- u. Saatgutveredel.-G. Parsau u. Umg. eGmbH. Noch 1950 wurden täglich rund 7.000 kg Milch angeliefert, das Einzugsgebiet der Molkerei umfasste neben Parsau auch Ahnebeck, Bergfeld und Croya, und seit der Schließung der dortigen Molkerei im Jahre 1937 auch Tiddische. Da die Lage der Molkerei nicht zu weit vom Grenzübergang Helmstedt/Marienborn entfernt war lieferte sie ihre Produkte auch nach West-Berlin, so 1954 über eine Million Kilogramm Trinkvollmilch.

In Parsau sind mehrere Handwerksbetriebe ansässig. Das Unternehmen Rauschenbach Metallbau ging aus einer Schmiede hervor, die der aus Croya zugezogene Schmied August Rauschenbach 1885 gegründet hatte.[14] Aus einer weiteren Schmiede ging der Autoservice Mattke hervor. Das Granitwerk Lichtnack Naturstein GmbH ging auf das Jahr 1928 zurück, es wurde in den 2010er Jahren wegen Insolvenz geschlossen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerwehrhaus

Die Freiwillige Feuerwehr in Parsau wurde 1909 gegründet, ihr heutiges Feuerwehrhaus 1967 erbaut und 1979 und 1995 erweitert. Zeitweise bestand in Parsau auch eine Pflichtfeuerwehr. 1937 wurde die erste Motorspritze beschafft; 1964 das erste Feuerwehrfahrzeug, ein Ford Taunus Transit. 1970 erfolgte die Gründung einer Jugendfeuerwehr, die sich 1991 mit der Jugendfeuerwehr Kaiserwinkel zusammenschloss, sowie einer Feuerwehrkapelle. In Folge der Waldbrandkatastrophe 1975, der bis dahin größten Brandkatastrophe in der Bundesrepublik Deutschland, erhält die Feuerwehr Parsau 1979 erstmals einen Unimog. 1992 schloss sich die Freiwillige Feuerwehr Parsau mit der Freiwilligen Feuerwehr in Ahnebeck zusammen und heißt seit dem Freiwillige Feuerwehr Parsau / Ahnebeck, 1999 hat die Wehr erstmals Feuerwehr-Frauen bekommen.[15]

Für Veranstaltungen bietet das Bürgerzentrum Räume und mit der Gaststätte Unter den Eichen Gastronomie.[16] Der Friedhof mit der Kapelle ging um 2009 von der Gemeinde Parsau in den Besitz der Samtgemeinde Brome über, er wird jedoch von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Parsau betrieben.[17]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Schule von 1894

Die Kindertagesstätte Fliegenpilz befindet sich neben dem Bürgerzentrum in Parsau. Träger ist der Förderverein Kindertagesstätte Parsau e.V., dem mindestens ein Familienmitglied der Kinder angehören muss, um die Kindertagesstätte nutzen zu können. Die Einrichtung bietet 50 Plätze in 4 Gruppen für Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren. Sie geht auf einen 1984 gegründeten Spielkreis zurück, der auf Elterninitiative entstand und zunächst in einem ehemaligen Ladenlokal untergebracht war. 1987 erfolgte die Grundsteinlegung für die heutige Kindertagesstätte, und noch im gleichen Jahr wurde sie fertiggestellt. Bereits 1993/94 wurde ein Erweiterungsbau für eine zweite Kindergartengruppe errichtet.[18]

In Parsau besteht eine Grundschule,[19] die 1995 durch Teilung der Dörfergemeinschaftsschule Rühen entstanden ist und von der Samtgemeinde Brome getragen wird. Sie umfasst das neu entstandene Hauptgebäude mit vier Klassenräumen, Pausenhalle, Betreuungsraum und drei Gruppenräumen, von denen einer als Bücherei genutzt wird. Außerdem steht für den Musik- und Werkunterricht ein Raum zur Verfügung. Durch die erfolgreiche Teilnahme am „Projekt n-21: Schulen in Niedersachsen online“ (niedersächsische Variante von Schulen ans Netz) konnte ein Computerraum eingerichtet werden. Im Jahre 1567 wurde in Parsau erstmals eine Schule errichtet, sie wurde bereits 1757 als baufällig bezeichnet und 1825 durch einen Neubau ersetzt. Aufgrund des Bevölkerungswachstums in Parsau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dieses Schulgebäude bald zu klein und wieder abgetragen, und 1894 durch einen größeren Neubau ersetzt. Dieser dient heute als Gemeindeverwaltung und ist Dienstsitz der Bürgermeisterin.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

B 244 in Parsau

Die B 244 zweigt westlich von Dedelstorf von der B 4 ab und führt über Wittingen durch die Gemeinde Parsau, und weiter über Helmstedt bis nach Elbingerode (Harz). Die nächstliegenden Ortschaften an der B 244 sind von Parsau aus im Norden Ahnebeck und im Süden Rühen. Bei Parsau war die B 244 einst Teil des alten Heer- und Handelsweges von Halberstadt über Braunschweig und Vorsfelde in die Altmark nach Salzwedel. Von 1857 bis 1866 wurde die Straße zwischen Vorsfelde und Ahnebeck mit einem Sandunterbau und einer festen Kiesel-Lehm-Oberdecke ausgebaut. In den Ortslagen hatte die Straße Kopfsteinpflaster. Kreisstraßen führen von Parsau aus im Osten nach Giebel und im Westen nach Bergfeld. Die nächstliegende Autobahnanschlußstelle ist Weyhausen in rund 18 Kilometer Entfernung (A 39).

Parsau ist an die überwiegend im Stundentakt verkehrende Buslinie Wolfsburg–Brome angeschlossen. An Sonn- und Feiertagen verkehren die Busse überwiegend im Zwei-Stunden-Takt. Mit weiteren Buslinien fahren die Verkehrsbetriebe Bachstein (Wolfsburg) im Schulverkehr darüber hinaus bis nach Ehra-Lessien und Wolfsburg sowie im Berufsverkehr bis in das Volkswagenwerk Wolfsburg. In einem Verein treffen sich die Motorradfreunde Parsau.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Bahnhofsgebäude in Parsau von 1909 mit alten Gleisen

Parsau und Croya besitzen jeweils am westlichen Ortsrand einen geschlossenen Bahnhof sowie stillgelegte Gleisanlagen, die zur 1909 eingeweihten Kleinbahnstrecke Wittingen–Oebisfelde gehörten. Die ab 1944 von den OHE (Osthannoversche Eisenbahnen) genutzte Strecke kam durch die deutsch-deutsche Grenzziehung auf dem Abschnitt Rühen–Oebisfelde Ende Juni 1945 zum Erliegen. Sie wurde zunächst noch in nördliche Richtung (Wittingen) genutzt. In südlicher Richtung blieb die Strecke noch bis zum Bahnhof Rühen in Betrieb, wo Fahrgäste mit dem Ziel Wolfsburg in Busse umsteigen konnten. Der nächste Bahnhof, Grafhorst, lag bereits in der Sowjetischen Besatzungszone. Ende Mai 1974 wurde der Personenverkehr eingestellt. Bis 2003 fand auf der Strecke Richtung Norden noch Güterverkehr statt: Die Parsauer Firma Lichtnack wurde mit Steinen beliefert. Das Unternehmen verfügte von 1979 an über einen eigenen, aus Richtung Rühen abzweigenden Gleisanschluss. Das Gleisstück Richtung Rühen wurde noch bis 2004 zum Abstellen von Güterwagen genutzt. Heute sind die nächstliegenden, in Betrieb befindlichen Bahnhöfe Wolfsburg in rund 16 und Oebisfelde in rund 17 Kilometer Entfernung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Parsau gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kevin Schulze, Fußballspieler, war Mitglied im Fußballverein FC Germania Parsau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 492–521.
  • Heinz Pohlendt: Der Landkreis Helmstedt. Walter Dorn Verlag, Bremen-Horn 1957.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Parsau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Brome vom 12. Juli 2019; Zählung der Samtgemeinde
  3. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 492
  4. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 521.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 272.
  6. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 519.
  7. Wahlergebnis 2016, abgerufen am 12. September 2016
  8. Kirmes Landesbergen: 25 Jahre Partnerschaft Parsau im Mittelpunkt. Samtgemeinde Mittelweser, 21. Oktober 2003, abgerufen am 13. Mai 2018.
  9. Nachricht auf der Website des Pfarrgemeindeverbands (Memento vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)
  10. Gemeindebrief der ev. freikirchlichen Gemeinden Brome & Parsau, Ausgabe September-Oktober 2014.
  11. Tennisverein Parsau., abgerufen am 19. Mai 2018.
  12. Nach Eklat: Schützen suchen neuen Vorstand. Internetpräsenz der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung vom 21. Februar 2013, abgerufen am 19. Mai 2018.
  13. Sparkasse: Filialschließung und reduzierte Öffnungszeiten. Internetpräsenz der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung vom 26. September 2014, abgerufen am 18. Mai 2018.
  14. Rauschenbach Metallbau, abgerufen am 1. Mai 2018.
  15. Freiwillige Feuerwehr Parsau / Ahnebeck., abgerufen am 17. Mai 2018.
  16. Gaststätte Unter den Eichen, abgerufen am 17. Mai 2018.
  17. Wer zahlt Defizit für den Friedhof? Internetpräsenz der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung vom 18. Dezember 2009, abgerufen am 17. Mai 2018.
  18. Kindertagesstätte „Fliegenpilz“ Parsau., abgerufen am 16. Mai 2018.
  19. Grundschule Parsau., abgerufen am 16. Mai 2018.