Parship

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PE Digital GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung November 2000
Online seit 14. Februar 2001[1]
Sitz Speersort 10, 20095 Hamburg, Deutschland[1]
Leitung

Geschäftsführer:[2]
Tim Schiffers, Henning Rönneberg, Marc Schachtel

Mitarbeiterzahl

~ 230 (2017)[1]

Umsatz ~ 117 Mio. Euro (2016)[3]
Branche Medien
Website www.parship.com

Parship ist eine Online-Partnervermittlung mit Sitz in Hamburg. Sie war Teil der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und wurde im April 2015 an die britische Beteiligungsgesellschaft Oakley Capital verkauft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partnerbörse wurde 2000 gegründet. Online ging Parship am 14. Februar 2001. In Zusammenarbeit mit dem Diplom-Psychologen Hugo Schmale der Universität Hamburg wurde ein Fragenkatalog und Algorithmus entwickelt, der möglichst gleichgesinnte Singles zusammenbringen soll. Nach Angaben Schmales basiert der Algorithmus dabei sowohl auf verhaltenstheoretisch orientierten Ansätzen als auch auf psychoanalytischen Theorien über Persönlichkeitseigenschaften.

Bereits zur Veröffentlichung 2001 von Parship.de wurde parallel auch Gay-Parship (Eigenschreibweise: gayParship) lanciert, das explizit auf eine homosexuelle Zielgruppe ausgerichtet ist. Zum 1. Januar 2011 übernahm Parship alle Anteile an der one2like GmbH, Berlin. Mit one2like erweiterte Parship das Angebot um eine zusätzliche Plattform und suchte damit eine neue, jüngere Zielgruppe.[5]

Im April 2015 wurde Parship vom britischen Finanzinvestmentunternehmen Oakley Capital übernommen, im Juni 2015 übernahm dieses auch die Online-Partnervermittlung ElitePartner.[6] 2016 übernahm ProSiebenSat.1 Media 50 % plus eine Aktie der Parship Elite Group.[7]

Daten und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parship hat 2010 einen Umsatz von 55 Millionen Euro erwirtschaftet.[8] Dabei wird der Umsatz in Deutschland für 2011 auf 25 Mio. Euro geschätzt, womit Parship auf einem Niveau mit ElitePartner und FriendScout24 liegt.[9] Im Mai 2011 entließ Parship 15 Mitarbeiter und damit rund 10 % seiner Belegschaft.[10] Seit 2002 ist Parship auch in folgenden Ländern aktiv: Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Mexiko. Im Mai 2011 wurde im Zuge einer Umstrukturierungsmaßnahme veröffentlicht, dass sich Parship vor allem auf die Kernländer Deutschland, Österreich, Schweiz und die Niederlande konzentrieren will.[10]

Im Geschäftsjahr 2012 lag der Umsatz bei 37 Millionen Euro. Im Jahr 2013 stieg der Umsatz auf 44,5 Millionen Euro, allerdings bei einem negativen operativen Ergebnis (EBITDA) in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Der Umsatz stieg 2014 auf rund 60 Millionen Euro.[3]

Mitgliedschaften und Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich unterscheiden sich bei Parship das kostenlose und das kostenpflichtige Angebot. Das kostenlose Angebot umfasst u. a. eine automatisierte Auswertung des Fragebogens und die Möglichkeit zur Ansicht der Profile anderer Mitglieder exklusive Fotos sowie rudimentäre Funktionen in der Kommunikation, allerdings ohne Freitexteingabe. Um andere Mitglieder direkt zu kontaktieren oder deren Mitteilungen lesen zu können, muss eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft abgeschlossen werden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtswidriges Gebaren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeitsgutachten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein digitales Persönlichkeitsgutachten in Form einer PDF-Datei ist fester Bestandteil der kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft bei Parship. Widerruft ein Nutzer nun seinen Vertrag, so stellte Parship die Kosten für das Persönlichkeitsgutachten in Höhe von 120 Euro mit Bezugnahme auf die Erbringung einer kundenspezifischen Leistung in Rechnung. Im Dezember 2010 mahnte die Verbraucherzentrale Hamburg dieses Geschäftsgebaren ab und Parship unterschrieb eine Unterlassungserklärung.[11]

Kosten des Widerrufs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Nutzern, die innerhalb der zweiwöchigen Frist von ihrem fernabsatzrechtlichen Widerrufsrecht Gebrauch machten, bis zu 75 % des für die gesamte Laufzeit des Vertrags vereinbarten Entgelts als Wertersatz in Rechnung gestellt worden waren, mahnte die Verbraucherzentrale Hamburg das Unternehmen ab. Als Parship die Abgabe einer Unterlassungserklärung verweigerte, klagte die Verbraucherzentrale vor dem Landgericht Hamburg. Im Urteil vom 22. Juli 2014 begrenzte das Landgericht den maximalen Wertersatz auf den zeitlichen Anteil der Nutzung am Jahresabopreis. Außerdem wurde ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 € oder eine Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten für jeden Fall der Zuwiderhandlung festgesetzt.[12][13] Parship kündigte Berufung an.[14]

Die Verbraucherzentrale sieht in dem Urteil einen weiteren Erfolg gegen unseriöse Praktiken von Online-Partnervermittlern. Schon zuvor hatte sie Parship mehrfach erfolgreich abgemahnt und verklagt, weil das Unternehmen Verbrauchern die Ausübung ihres gesetzlichen Widerrufsrechtes verweigert hatte.[13][15]

Währenddessen verurteilte das Amtsgericht Hamburg Parship am 12. Januar 2015 zur Rückzahlung von 336,15 € an einen Kunden, der von seinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht hatte. Zuvor hatte Parship sich geweigert, das zu viel gezahlte Entgelt zu erstatten. Nachdem Parship nicht zur mündlichen Verhandlung erschienen war, erließ das Gericht ein Versäumnisurteil, das mittlerweile rechtskräftig ist.[16][17] Ein weiteres Versäumnisurteil erging am 8. Juli 2015.[18][19] Im Oktober 2016 kam das Amtsgericht Hamburg zu dem Ergebnis, dass die Art, wie Parship den Wertersatz berechnet, zu „einer gesetzwidrigen Entwertung des Widerrufsrechtes“ führt. Das Unternehmen musste dem Kunden schließlich rund 350 Euro zu Unrecht einbehaltenen Wertersatz zurückzahlen.[20]

Automatische Vertragsverlängerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2016 wurde vom Handelsgericht Wien geurteilt, dass Parship seine Kunden nicht ausreichend über die automatische Verlängerung des Abos informiert. So lockt Parship Neukunden mit rabattierten Verträgen um 240 Euro im Jahr und verlängert die Verträge um 460 Euro im Jahr, sofern nicht 12 Wochen vor Vertragsende per Fax gekündigt wird. Der in Österreich geforderte Hinweis auf eine automatische Vertragsverlängerung wird als Link in einer unscheinbaren Mail versteckt und erfüllt somit nicht die in Österreich geltenden Anforderungen des KSchG. Parship wurde zur Unterlassung dieser Praxis verpflichtet.[21] Gegen dieses Urteil legte Parship Berufung ein, unterlag damit jedoch vor dem Oberlandesgericht Wien. Parship hat angekündigt, gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil Revision beim OGH einzureichen (Stand März 2017).[22] Bis zu einer endgültigen Entscheidung behält Parship seine gerügte Geschäftspraxis vorerst bei.[23]

Bewertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parship wurde im März 2011 (Magazin test, Ausgabe 3/2011) Testsieger bei Stiftung Warentest. Als einzige der insgesamt 14 geprüften Singlebörsen und Partnervermittlungen im Internet erhielt Parship, als teuerste Vermittlung im Test, das Gesamturteil GUT (2,2).[24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Zahlen und Fakten@1@2Vorlage:Toter Link/www.parship.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 79 kB)
  2. http://www.parship.de/pics/downloads/de_DE/PMI_Neue_Geschaeftsfuehrung_150914.pdf (PDF; 112 kB)
  3. a b Parship verzeichnet zweistelliges Wachstum. In: Parship. (parship.de [abgerufen am 7. Februar 2017]).
  4. Holzbrink verkauft Parship an Beteiligungsgesellschaft
  5. PARSHIP kauft Social-Dating-Anbieter one2like: Mit one2like erschließt sich PARSHIP neues Kundensegment in der Generation Facebook, Pressemitteilung Parship, 12. Januar 2011, abgerufen am 14. Januar 2017 (PDF).
  6. derStandard.at - ElitePartner und Parship haben einander gefunden. Artikel vom 8. Juni 2015, abgerufen am 8. Juni 2015.
  7. DWDL.de: ProSiebenSat.1 kauft Parship und ElitePartner
  8. Handelsblatt: Gute Geschäfte mit Sex und Sehnsucht
  9. PDF bei www.online-partnersuche.de
  10. a b Meldung am 3. Mai 2011 15:40 bei heise online
  11. Verbraucherzentrale Hamburg: Parship - jetzt ohne Trennungsschmerz. 21. Dezember 2010, abgerufen am 25. August 2014.
  12. Urteil des LG Hamburg (Az.: 406 HKO 66/14) (PDF; 718 kB), 22. Juli 2014, abgerufen am 25. August 2014.
  13. a b Verbraucherzentrale Hamburg: Parship verliert. 24. Juli 2014, abgerufen am 25. August 2014.
  14. Achim Sawall: Parship darf Widerruf nicht mit hoher Rechnung verhindern, golem.de vom 24. Juli 2014, abgerufen am 25. August 2014.
  15. Katharina Adami, Josef Streule: Die Liebesfalle - Abzocke im Internet, in BR Kontrovers extra vom 20. August 2014
  16. Urteil des AG Hamburg (Az.: 49 C 607/14) (PDF; 236 kB), 21. Januar 2015, abgerufen am 10. Mai 2015.
  17. Verbraucherzentrale Hamburg: Erfolg für Verbraucher: Parship verliert. 7. Mai 2015, abgerufen am 10. Mai 2015.
  18. AG Hamburg (Az.: 18 b C 184/15)
  19. Verbraucherzentrale Hamburg: Parship verliert – schon wieder 16. Juli 2015, abgerufen am 28. September 2015.
  20. Singlebörse Parship: Hohe Kosten bei Ausstieg – so wehren Sie sich, test.de vom 15. Juni 2017, abgerufen am 16. Juni 2017
  21. Parship: Automatische Vertragsverlängerung unzulässig Verbraucherrecht.at, 28. November 2016, abgerufen am 9. August 2017
  22. OLG Wien bestätigt Urteil gegen Parship Verbraucherrecht.at, 21. März 2017, abgerufen am 9. August 2017
  23. Parship macht Kunden Ausstieg schwer help.orf.at, 24. Juni 2017, abgerufen 24. Juni 2017.
  24. Test Partnerbörsen der Stiftung Warentest In: test.de vom 24. Februar 2011 und test 3/2011.