Partii Naleraq

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Partii Naleraq
Hans Enoksen (2008)
Partei­vor­sit­zender Hans Enoksen
Gründer Hans Enoksen
Gründung 8. März 2014
Sitze im Inatsisartut
4/31
Partii Naleraq auf Facebook

Die Partii Naleraq ist eine zentristische[1] politische Partei in Grönland.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde im Januar 2014 von Hans Enoksen, der von 2002 bis 2009 grönländischer Regierungschef und Parteivorsitzender der sozialdemokratischen Siumut war, gegründet. Dieser war zuvor aus der Siumut ausgetreten. Anlass war der Vorwurf einer verfehlten Fischereipolitik sowie die Berufung des Lebensgefährten der Premierministerin Aleqa Hammond zum Ratgeber des Fischereiministers. Enoksen hatte bereits zuvor im Oktober 2013 im Parlament gegen seine Partei und die Aufhebung des Abbauverbotes von Uran gestimmt.[3] Im Oktober 2014 erklärte Anthon Frederiksen, ehemaliger Vorsitzender der Kattusseqatigiit Partiiat und Minister in der grönländischen Landesregierung von 2009 bis 2013, bei den kommenden Parlamentswahlen für die Partii Naleraq anzutreten.[4]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Partei wird ins dänische mit pejlemærke übersetzt; in deutsch: Maßstab, Orientierungspunkt. Laut Enoksen fehle es in der gegenwärtigen politischen Situation an einem solchen.[5] Als wesentliche Ziele sollen die Rechte der Fischer, Jäger und der als vernachlässigt betrachteten außerhalb der Zentren lebenden Bevölkerung vertreten werden. Für die Fischer werden höhere Fangquoten gefordert. Auch soll grönländische Sprache im amtlichen Gebrauch verstärkt genutzt werden.[6] Die Partei tritt etwa dafür ein die grönländische Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen, bestehende Ressourcen besser zu nutzen und damit Importe zu vermindern.[7] In der Frage der Zulassung eines Uranabbaues tritt sie, ebenso wie Inuit Ataqatigiit und im Gegensatz zur Regierungskoalition, für die Abhaltung eines Referendums vor dessen Beginn ein.[8]

Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl des Inatsisartuts im Jahr 2014 erlangte die Partei 11,6 % der Stimmen und damit drei Parlamentssitze. Abgeordnete sind Hans Enoksen, Anthon Frederiksen und Per Rosing-Petersen.[9] Nach der Bildung einer Mitte-rechts-Regierung unter dem amtierenden Premierminister und Siumut-Vorsitzenden Kim Kielsen aus seiner Partei und Demokraatit sowie Atassut bildet die Partii Naleraq, neben der mit 11 Abgeordneten im 31-köpfigen Parlament vertretenen Inuit Ataqatigiit, die Opposition.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Parties and Elections in Europe: Greenland (engl.), abgerufen am 14. Dezember 2014
  2. Greenland election moves into its last two weeks (engl.), Nunatsiaq Online, 13. November 2014
  3. Hans Enoksen forlader Siumut (dän.), Sermitsiaq, 3. Januar 2014.
  4. Anthon Frederiksen stiller op for Partii Naleraq (dän.), KNR, 17. Oktober 2014.
  5. Dét skal Hans Enoksens parti hedde (dän.), Sermitsiaq, 9. Januar 2014
  6. Her er hovedpersonerne i det grønlandske valgdrama (dän.), Berlingske, 27. November 2014
  7. Mærkesag for Partii Naleraq: Egenproduktion af madvarer (dän.), KNR, 28. Oktober 2014
  8. So close, yet so far apart (engl.), The Arctic Journal, 3. Dezember 2014
  9. Wahlen in Grönland, abgerufen am 14. Dezember 2014
  10. The coalition of the willing (engl.), The Arctic Journal, 4. Dezember 2014