Passauer Wolf

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Dieser Artikel beschreibt die heraldische Figur, zu dem gleichnamigen Passagierschiff siehe Passauer Wolf (Schiff)
Der Passauer Wolf im Wappen der Stadt Passau

Der Passauer Wolf ist eine gemeine Figur in der Heraldik. In der ursprünglichen Version stellt sie einen roten Wolf auf silbernem Schild dar. Verwendungen und Darstellungen des Passauer Wolfs stehen meist im direkten historischen Zusammenhang mit der Stadt Passau, dem Bistum Passau oder dem Hochstift Passau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann und von wem der rote Wolf als Wappen des Bischofs von Passau gewählt wurde ist unklar. Vermutlich geht es entweder auf Bischof Wolfger von Erla oder Bischof Rüdiger von Bergheim zurück. 1259 nimmt Bischof Otto von Lonsdorf ein Siegel mit der Abbildung eines Wolfes im Gegensigel (Rückseite) in Gebrauch. Vor 1300 gibt es noch kein offizielles Stadtwappen, die Abbildung des Wolfes ist aber bereits als Garantie- und Warenzeichen auf den Klingen der Passauer Schwertschmiede zu finden. Es ist daher anzunehmen, dass das während des Bürgeraufstands im Jahre 1298 gefertigte und später wieder ausgelieferte Stadtsiegel bereits den Passauer Wolf zeigte. 1350 erscheint der Passauer Wolf auf der Fahne des Bischofs von Passau in der Zürcher Wappenrolle. 1368 wird der Stadt durch den Bischof ein Siegel bewilligt, das den Wolf nur im kleinen Schild zu Füßen des Hl. Stephanus, des Patrons des Domstiftes, zeigt. Der rote Wolf als alleiniges Wappen wird der Stadt erst 1432 im sogenannten „Fünferspruch“ bewilligt.

Da der rote Wolf vor 1803 zeitgleich sowohl Wappen der Stadt Passau als auch Wappen des Bischofs und damit Wappen des Hochstifts war, führte die Stadt in dieser Zeit ein davon abgeleitetes Wappen, das den roten Wolf mit einem aufgelegten blauen Querbalken zeigte. Nachdem 1803 das Hochstift Passau im Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst wurde, bestand keine Notwendigkeit der Unterscheidbarkeit der Wappen mehr und unterblieb dann deshalb. Da der rote Wolf seit 1803 zunehmend eher als Wappen der Stadt Passau als das des Passauer Bischofs verstanden wird, geht das Bistum Passau daher in letzter Zeit dazu über den Wolf im Wappen des Bistums mit Bischofsstab darzustellen. Zwischen 1804 und 1806 war der Passauer Wolf eine der Wappenfiguren des Wappens des Kurfürstentum Bayerns.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung im Wappen der Stadt Passau als Grundmotiv. Beschreibung: In Silber ein aufrechter rotgezungter und so bewehrter roter Wolf.

Darstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurfürstentum Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bistum und Hochstift Passau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Passau und Landkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen ehemaliger Landkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewappen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Passauer Wolf erscheint auch in verschiedenen Gemeinde- und Stadtwappen in Niederbayern sowie Ober- und Niederösterreich. Form und Tingierung können jedoch hierbei zum Teil von der ursprünglichen Form stark abweichen.

Landkreis Passau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Gemeindewappen in Niederbayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberösterreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederösterreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • noch ohne Bilder Mutenin (Mutterndorf) und Bary

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vincenz Robert Widimsky: Städtewappen des Österreichischen Kaiserstaates. Band 1: Königreich Böhmen. Druck und Verlag der K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1864, S. 31, 82, 103.
  • Reinhard Heydenreuter: Die Wappen der süddeutschen Hochstifte und ihre Entstehung. In: Werner Chrobak, Karl Hausberger (Hrsg.): Kulturarbeit und Kirche. Festschrift Msgr. Dr. Paul Mai zum 70. Geburtstag (= Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg. Bd. 39, ISSN 0522-6619). Verein für Regensburger Bistumsgeschichte, Regensburg 2005, S. 125–139, hier S. 129, 130, 139.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]