Passerelle des Deux Rives

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Passerelle des Deux Rives
Passerelle des Deux Rives
Die Passerelle des Deux Rives am Rhein in Kehl
Nutzung Rad- und Fußgängerbrücke
Querung von Rhein
Ort Europa, Deutschland/Frankreich, Straßburg/Kehl
Konstruktion Schrägseilbrücke
Gesamtlänge 387 Meter
Eröffnung 23. April 2004
Lage
Koordinaten 48° 34′ 9″ N, 7° 48′ 13″ OKoordinaten: 48° 34′ 9″ N, 7° 48′ 13″ O
Passerelle des Deux Rives (Baden-Württemberg)
Passerelle des Deux Rives
Auf der Passerelle nach dem Regen.jpg

Die Passerelle des Deux Rives (deutsch Brücke der zwei Ufer) ist eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Rhein. Sie wurde von dem Pariser Architekten Marc Mimram als Herzstück der grenzüberschreitenden Landesgartenschau zwischen den Städten Straßburg und Kehl entworfen. Bei der Eröffnung der Gartenschau am 23. April 2004 wurde sie eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Die Passerelle des deux Rives ist Teil des grenzüberschreitenden Parks Garten der zwei Ufer.

Als Symbol für das zusammenwachsende Europa überspannt sie den Grenzfluss Rhein. Am 4. April 2009 trafen sich anlässlich des 60-jährigen Bestehens der NATO die Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten auf der Rheinbrücke zum symbolischen Handschlag.[1]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brücke ist im oberen Teil mit 72 Seilen verspannt. Zwei Pfeiler im Flussbett tragen sie.

Es handelt sich um eine Doppelbrücke: Einer der beiden Stege, 387 Meter lang, verbindet die hochwasserfreien Bereiche und spannt vom Kehler Dammdurchbruch auf der Höhe der Großherzog-Friedrich-Straße bis weit hinein in den Rheinpark auf französischer Seite. Er ist nahezu flach, in der Ebene aber gekrümmt. Der andere Steg, 275 Meter lang, erstreckt sich direkt von einem zum anderen Ufer. Er krümmt sich in der Höhe, ist aus der Vogelperspektive aber gerade. In der Mitte, etwa zwölf Meter über dem Rhein, erreicht der zweite Steg gerade die Höhe des längeren Stegs. Dort sind die beiden Überbauten durch eine große Plattform verbunden. Der schmalere – in der Höhe gekrümmte – Steg ist steigungsbedingt Fußgängern vorbehalten, der breitere kann auch von Fahrrad- und Rollstuhlfahrern genutzt werden.

1050 Tonnen Stahl wurden für die Passerelle des Deux Rives verbaut. Ausgeführt wurde der Bau von Bilfinger Berger[2]. Die Tragwerksplanung erstellten Meyer + Schubart[3] und Leonhardt, Andrä und Partner[4]. Letzteren oblag auch die Bauüberwachung.

Kosten und Kostenkontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kosten lagen bei 22 Millionen Euro[5]. Planung und Bau wurden vom Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union unterstützt. Von den verbleibenden Kosten übernahm die Stadt Kehl 41 und Straßburg 59 Prozent. Anfänglich wurde nur gut die Hälfte dieser Kosten veranschlagt. Durch zwei Nachforderungen kam es zum Streit zwischen den beiden auftraggebenden Gemeinden Straßburg und Kehl einerseits und dem Architekten andererseits.[6]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005: Renault Traffic Design Award[7]

2019: Sonderpreis für grenzüberschreitende deutsch-französische Architektur des Badischen Architektur Preises[8]

Geschichte vor der Errichtung der Brücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle der Passerelle des Deux Rives bauten am 16. April 1945 französische Soldaten eine Pontonbrücke über den Rhein, über die General de Lattre de Tassigny am selben Tag vom deutschen Rheinufer aus in Straßburg einzog.[9] Ein Gedenkstein am Fuße der Passerelle erinnert an dieses Ereignis.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Passerelle Mimram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Webseite des Architekten Marc Mimram zur Brücke: https://www.mimram.com/?project=passerelle-sur-le-rhin-entre-strasbourg-et-kehl

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Badische Zeitung, 4. April 2009
  2. structurae Internationale Datenbank und Galerie für Ingenieurbauwerke - Passerelle des Deux Rives. Abgerufen am 3. November 2021.
  3. Meyer+Schubart - Referenzen. Abgerufen am 3. November 2021.
  4. Leonhardt, Andrä und Partner - Fußgängerbrücke Kehl-Strasbourg. Abgerufen am 3. November 2021.
  5. Stadt Kehl - Der >Garten der zwei Ufer. Abgerufen am 3. November 2021.
  6. baden online - Kehl und Straßburg wollen Marc Mimram verklagen. Abgerufen am 3. November 2021.
  7. Presseportal - Renault Deutschland AG - Renault Traffic Design Award 2005 Moderne Verkehrsarchitektur für mehr Lebensqualität. Abgerufen am 3. November 2021.
  8. Badischer Architektur Preis - Passerelle des Deux Rives. Abgerufen am 3. November 2021.
  9. Angelika Sadlau, Helmut Schneider, Carl Helmut Steckner: Die Lange Bruck: 600 Jahre Wege zum Nachbarn, Kehl 1989, S. 35.