Passionsspiele Engerazhofen

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Passionsspiele Engerazhofen 2010

Die Passionsspiele in Engerazhofen, einem Teilort der Gemeinde Gebrazhofen zugehörig zur Stadt Leutkirch im Allgäu, waren ein christliches Passionsspiel, das im Jahre 2000, 2001, 2005, 2010 und 2015 aufgeführt wurde. Inhalt der Aufführung waren Geschichten aus dem Leben Jesu Christi. Dabei kamen über 250 Laiendarsteller der Pfarrgemeinde St. Johann Baptist unter der Spielleitung von Alfred Sipple und der geistlichen Begleitung und Spielleitung von Pfarrer Waldemar Wrobel zum Einsatz. Die Freilichtbühne befand sich auf einer Wiese, unmittelbar südlich der Wallfahrtskapelle La Salette im Allgäu. Die Aufführung dauerte zwei Stunden.

Geschichte des Spieles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee ein Passionsspiel in Engerazhofen aufzuführen, kam dem damaligen Pfarrer Waldemar Wrobel im Jahr 2000. Er wollte nicht nur die Leidensgeschichte Jesu in der Kirche an Karfreitag vorlesen, sondern die Geschichte als Schauspiel zusammen mit seinen Gläubigen nachspielen. Auf seine in der Gemeinde vorgebrachte Idee erklärten sich spontan einhundert Leute bereit, bei dem Spiel mitzumachen. Pfarrer Wrobel wurde inzwischen tournusmäßig innerhalb des Bistums ins 150 km entfernten Bopfingen auf dem Härtsfeld versetzt.

Die Gemeinde Engerazhofen hat 440 Einwohner. Bei der vierten Aufführung des Spieles im Jahre 2010 nahmen 320 Einwohner des Ortes an dem Ereignis teil. 250 wurden als Laiendarsteller eingesetzt und 70 Einwohner beteiligten sich als Helfer, Kostümnäherinnen und Techniker. Die 250 Laiendarsteller unterteilten sich wie folgt: 220 Personen spielten das Volk, wovon 70 Darsteller Kinder sind. Weitere dreißig Personen bildeten den Jüngerkreis Jesu, die zwölf Apostel, die Besatzung der römischen Kommandantur von Jerusalem, zwei Esel, römische Soldaten als Fackelträger und ein Streitwagen des Pilatus mit vier Pferden und Lenker.

Im ersten Jahr 2000 kamen dreitausend Zuschauer zu den vier Aufführungen. 2001 wurden richtige Kostüme genäht und in Requisiten, Bühnentechnik und Musikanlage investiert, so dass fünftausend Zuschauer kamen. Die Requisiten bestanden aus einem Bühnenbild, welches das Stadttor von Jerusalem darstellen soll, das Prätorium des Pontius Pilatus, eine kleine Bühne mit Abendmahlstisch und Stühlen. Das gemalte Bühnenbild ist insgesamt dreißig Meter lang. Die Kleiderkammer der Passionsspiele befindet sich im Haus der Mitte in Engerazhofen und wird von dem Kleiderkammerteam Quartett verwaltet. Im Jahre 2005 kamen zusammen fast achttausend Zuschauer zu den Aufführungen, die keinen Eintritt kosteten.

Passionsspiel 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim 2010 wurden folgenden Szenen aus dem Leben Jesu nachgespielt: [1]

  • Auf dem Weg zum Berg - Heilung des Blinden
  • Der Berg der Seligpreisungen
  • Die Auferweckung der Tochter des Jairus
  • Segnung der Kinder
  • In der Stadt Jerusalem
  • Das letzte Abendmahl
  • Auf dem Ölberg
  • Jesus vor Pilatus
  • Der Kreuzweg
  • Kreuzigung und Tod Jesu

Die Bibeltextstellen wurden der Lutherbibel entnommen. Regie und Spielleitung hatten Pfarrer Waldemar Wrobel und Alfred Sipple aus Wolferazhofen. Das Spiel wurde zu einem großen Teil von der Musik aus Richard Wagners Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg untermalt. Während der Spiele und am Ende wurde auf Bitten der Spielleitung kein Beifall geklatscht.

Passionsspiel 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieltermine:

  • Samstag, 18. April 2015
  • Sonntag, 19. April 2015
  • Samstag, 25. April 2015
  • Sonntag, 26. April 2015

Szenen:

  • Auftreten von Johannes dem Täufer
  • Jesu Versuchung
  • Die Berufung der Apostel
  • Die Berufung Levi
  • Segnung der Kinder
  • In der Stadt Jerusalem
  • Das letzte Abendmahl
  • Auf dem Ölberg
  • Jesus vor Pilatus
  • Kreuzweg
  • Kreuzigung und Tod Jesu

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Passionsspiele Engerazhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwäbische Zeitung: In Engerazhofen ist Passionsspielzeit vom 14. April 2010, abgerufen am 20. April 2010

Koordinaten: 47° 46′ 4,5″ N, 9° 58′ 31,2″ O