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Pat O’Brien (Schauspieler)

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Pat O’Brien (1936)

Pat O’Brien (* 11. November 1899 in Milwaukee, Wisconsin; † 15. Oktober 1983 in Santa Monica, Kalifornien; eigentlich William Joseph Patrick O’Brien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der unter anderem als Co-Star von James Cagney und Spencer Tracy auftrat.

Leben und Karriere

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Pat O’Brien wurde als Sohn irischer Eltern im US-Bundesstaat Wisconsin geboren. Er war in seiner Jugendzeit Ministrant in der Gesu Church in Milwaukee, später besuchte er die Marquette University. In der Schule freundete sich O’Brien eng mit Spencer Tracy an. Beide wollten ursprünglich Priester werden, traten dann aber der Marquette-Militärakademie bei. Über Umwege gelangten beide dann zur Schauspielerei. O’Brien spielte unter anderem am Broadway. Ein großer Erfolg war das Stück Reporter (The Front Page) von Ben Hecht, wo er die Rolle des Walter Burns spielte. Als das Stück 1931 von Lewis Milestone als The Front Page verfilmt wurde, verkörperte jedoch Adolphe Menjou die Rolle des Burns und O’Brien übernahm die andere Hauptrolle des Hildy Johnson. Diese Rolle sollte ihm den Durchbruch als Filmschauspieler einbringen.

Während O’Brien in größeren Filmen meist den Freund des Hauptdarstellers verkörperte, war er bei kleineren Filmen auch selbst der Star. Viele seiner Rollen spielte O’Brien mit irischem Akzent, mit dem er jedoch abseits der Filmkamera nicht sprach. Obwohl er sich gegen den Beruf des katholischen Priesters entschieden hatte, trug er das klerikale Gewand in seinen Filmen mehrfach. Das bekannteste Beispiel hierfür ist Michael Curtiz’ legendärer Gangsterfilm-Klassiker Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern (1938), wo er neben James Cagney als Father Connelly die zweite Hauptrolle übernahm. Insgesamt stand O’Brien in den 1930er-Jahren mit Cagney achtmal vor der Kamera, in O’Briens letztem Film Ragtime (1981) traten die beiden nach 40 Jahren Pause nochmals gemeinsam auf. Cagney und O’Brien hatten sich Mitte der 1920er-Jahre erstmals getroffen und bleiben ihr ganzes Leben über Freunde.[1] Der Freundeskreis um die Schauspieler, zu dem auch Spencer Tracy und Frank McHugh gehörten, wurde als die „Irish Mafia“ bekannt.[2]

O’Brien (rechts) beim Besuch eines Krankenhauses (1972)

In den 1940er-Jahren spielte O’Brien den Baseball-Trainer Knute Rockne in der Filmbiografie Knute Rockne, All American, eine seiner populärsten Rollen in den USA, und wirkte an einer Reihe von Kriegsfilmen mit. In der Nachkriegszeit ließen die Filmangebote für O’Brien nach und er musste sich oft mit B-Filmen begnügen. Durch Vermittlung seines alten Freundes Spencer Tacy erhielt er Nebenrollen in dessen Filmen Der Mordprozeß O’Hara (1950) und Das letzte Hurra (1958). Einer seiner wenigen Erfolge in dieser Zeit war Billy Wilders Komödie Manche mögen’s heiß, wo er – wie in vielen anderen Filmen auch – einen Polizeikommissar spielt, der die ersten zehn Minuten des Filmklassikers dominiert, dann aber nur noch zwei kleine Auftritte im Verlauf des Films hat. Ab den 1950er-Jahren stand O’Brien auch häufiger für Fernsehserien vor der Kamera. Er arbeitete bis kurz vor seinem Tod als Schauspieler. Sein filmisches Schaffen umfasst insgesamt fast 150 Film- und Fernsehproduktionen.

Mit seiner Frau Eloise Taylor war er von 1931 bis zu seinem Tod verheiratet. Sie hatten vier Kinder, von denen drei adoptiert wurden.[3] Er starb 1983 an einem Herzinfarkt im Alter von 83 Jahren. Pat O’Brien ist in den Kategorien Film (1531 Vine Street) und Fernsehen (6240 Hollywood Boulevard) mit zwei Sternen auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt. Er wurde auf dem Holy Cross Cemetery in Culver City, Kalifornien, beerdigt.

Filmografie (Auswahl)

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Commons: Pat O’Brien – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Frank Cullen, Florence Hackman, Donald McNeilly: Vaudeville Old & New: An Encyclopedia of Variety Performers in America. Psychology Press, 2007, ISBN 978-0-415-93853-2 (Volltext in der Google-Buchsuche [abgerufen am 20. November 2025]).
  2. Happy St. Patrick’s Day From Classic Hollywood’s Irish Mafia! In: Medium. 17. März 2017, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  3. Pat O’Brien (Memento vom 19. Juli 2014 im Internet Archive) auf matineeclassics.com (englisch).