Pata Pata

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Miriam Makeba

Pata Pata ist ein Lied von Miriam Makeba und Jerry Ragovoy, das die südafrikanische Sängerin 1967 veröffentlichte. Es geht auf den Song Iyo Pata-Pata von Dorothy Masuka zurück.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phata Phata bzw. Pata Pata ist der Name eines Tanzes, der Mitte der 1950er Jahre in Südafrika sehr populär war. „Es war dies eine individualisierte, sexuell-suggestive Form des Jive-Tanzstiles der jungen Leute, wobei sich die Tanzpartner abwechselnd mit den Händen über den ganzen Körper im Rhythmus der Musik berührten.“ Pata bedeutet übersetzt „berühren, anfassen“.[2] Neben dem Lied von Dorothy Masuka gab es weitere Songs gleichen Namens, etwa den von 1959 von Makebas Gesangsgruppe The Skylarks mit dem Kwela-Flötisten Spokes Mashiyane eingespielten Kwela-Song Miriam and Spokes Phatha Phatha von Reggie Msomi.[3]

Pata Pata wurde Makebas größter internationaler musikalischer Erfolg. Zum internationalen Hit wurde das Lied 1967, als es auf dem gleichnamigen Album in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurde. Das Lied schaffte es in den US-amerikanischen Charts auf Platz 12, in der bundesdeutschen Hitparade auf Platz 14. Der Text ist überwiegend in isiXhosa, heute eine der elf Amtssprachen in der Republik Südafrika, verfasst und handelt von einem südafrikanischen Tanz. Die englischen Zeilen des Textes verweisen darauf, dass Pata Pata in Johannesburg ein populärer Tanz sei. Pata Pata wurde von zahlreichen Künstlern gecovert und ist auf vielen Samplern zu finden.

Aufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makebas "Pata Pata" wurde ursprünglich von Makebas Girlgroup "The Skylarks" gesungen, aufgenommen und in Südafrika 1959[4] veröffentlicht.[5] Einige Quellen geben an, dass sie den Song erstmals 1956 mit "The Skylarks" aufgenommen hatte.[6]

1967, nachdem sie eine erfolgreiche Gesangskarriere in den USA aufgebaut hatte, nahm Makeba den Song mit Jerry Ragovoy als Produzent neu auf und fügte einen gesprochenen Teil in Englisch hinzu. Ragovoy wurde dann als Co-Autor des Textes und der Musik angegeben.[7] Es wurde in den Vereinigten Staaten auf Makebas gleichnamigem Studioalbum veröffentlicht.[8] Zusätzlich wurde es auch als Single veröffentlicht und erreichte am 25. November 1967 Platz 12 in den US Billboard-Charts. Die B-Seite des Songs war Malayisha.[9]

Makeba nahm den Titel noch zweimal im Studio auf, darunter 1989 auf ihrem Album Welela. Auf ihrem 2000 erschienenen Album Homeland ist der Titel in einer neuen Version als Pata Pata 2000 enthalten. Sie singt ihn im Duett mit ihrer Enkelin Zenzi Lee.[10]

Am 9. November 2008 absolvierte Makeba, inzwischen 76 Jahre alt, einen Auftritt beim Benefizkonzert für den von der Mafia bedrohten Autor Roberto Saviano. Sie sang drei Zugaben, "Pata Pata" war die letzte. Gleich danach brach sie zusammen, ein Herzinfarkt.[11][12]

2020 wurde das Lied aufgrund des Coronavirus mit einer Überarbeitung als Videoclip wiederbelebt.[13] Das Lied wurde durch die Künstlerin Angelique Kidjo aus Benin überrabeitet. „No Pata“ „nicht berühren“, ist das neue Motto des Songs. Er steht somit ganz im Zeichen der Prävention in Corona-Zeiten. UNICEF organisierte die Veröffentlichung. Die neue Überarbeitung soll nicht nur aufklären, sondern auch Mut in schweren Zeiten machen.[14]

Übersetzung des Liedtextes ins Deutsche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreh dich um und schau.
Da sind sie ja, klatsch-klatsch.
Dreh dich um und schau.
Da sind sie ja, klatsch-klatsch.

Sie haben’s drauf.
Das ist der Pata-Pata.
Sie haben’s drauf.
Das ist der Pata-Pata.

„Pata-Pata“, so heißt der Tanz,
den wir in Johannesburg tanzen.
Und jeder fängt an, sich zu bewegen,
sobald der „Pata-Pata“ anfängt.

Dreh dich um und schau.
Da sind sie ja, klatsch-klatsch.
Dreh dich um und schau.
Da sind sie ja, klatsch-klatsch.

Sie haben’s drauf.
Das ist der Pata-Pata.
Sie haben’s drauf.
Das ist der Pata-Pata.

Jeden Freitag- und Samstagabend
ist es Pata-Pata-Zeit.
Der Tanz geht die ganze Nacht
bis am Morgen die Sonne aufgeht.

Dreh dich um und schau.
Da sind sie ja, klatsch-klatsch.
Dreh dich um und schau.
Da sind sie ja, klatsch-klatsch.

Sie haben’s drauf.
Das ist der Pata-Pata.
Sie haben’s drauf.
Das ist der Pata-Pata.[15]

Liedtext in Originalsprache (Xhosa und Englisch)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saguquka sathi ‘bheka’

Nants’ iPata Pata

Saguquka sathi ‘bheka’

Nants’ iPata Pata


Yiyo mama, yiyo mama

Nants’ iPata Pata

Yiyo mama, yiyo mama

Nants’ iPata Pata


Pata Pata is the name of the dance

We do down Johannesburg way

And everybody starts to move

As soon as Pata Pata starts to play


Saguquka sathi ‘bheka’

Nants’ iPata Pata

Saguquka sathi ‘bheka’

Nants’ iPata Pata


Yiyo mama, yiyo mama

Nants’ iPata Pata

Yiyo mama, yiyo mama

Nants’ iPata Pata


Every Friday and Saturday night

It's Pata Pata time

The dance keeps going all night long

Till the morning sun begins to shine


Saguquka sathi ‘bheka’

Nants’ iPata Pata

Saguquka sathi ‘bheka’

Nants’ iPata Pata


Yiyo mama, yiyo mama

Nants’ iPata Pata

Yiyo mama, yiyo mama

Nants’ iPata Pata[16]

Andere Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1966: Lynn Taitt (Merritone 7" Single, erschienen bei Federal Records) Rocksteady Instrumental[17]
  2. 1967: Wilson Simonal (Alegria Alegria Vol. 1)
  3. 1968: Los Rockin Devils (Pata-Pata Psicodelico Días)[18]
  4. 1968: Señor Soul (Señor Soul Plays Funky Favorites)
  5. 1968: El Gran Combo de Puerto Rico (Album "Pata Pata Jala Jala Boogaloo")
  6. 1968: The Supremes ("T.C.B." Soundtrack-Album und TV-Sendung)
  7. 1968: Braňo Hronec Orchestra (TV-Musikfilm "Desať a štvrť")
  8. 1969: Tito Puente und sein Orchester (Album "Der König Tito Puente / El Rey Tito Puente")
  9. 1980: Osibisa (Album "Mystic Energy")
  10. 1980: Sylvie Vartan (französische Sängerin bulgarischer Herkunft: "Tape Tape" Single aus dem Album Bienvenue Solitude)
  11. 1981: Prima Vera (Album Den 5te)
  12. 1983: Los Rockin Devils (Album 15 Éxitos 15 rockin devils)[19]
  13. 1985: Otto Waalkes in seinem Filmdebüt (Otto – der Film)[20]
  14. 1986: Monitor (Estnische New-Wave-Band die estnische Version wurde "Idee" betitelt.)
  15. 1988: Chayanne feat. Miriam Makeba (enthalten in Chayanne)
  16. 1989: Triple & Touch spielten diesen Song live auf der Tour mit Björn Afzelius 1989 im Hovdala slott
  17. 1997: Daúde
  18. 1998: Coumba Gawlo
  19. 1998: El General (Spanglish-Version)
  20. 1999: Manu Dibango
  21. 2000: Thalía (nahm es für ihr Album Arrasando auf)
  22. 2001: Yamboo (veröffentlicht mit geänderten Strophen auf Spanisch und Englisch auf Mapoukas 2006er Album Okama)
  23. 2004: D'jaa
  24. 2001: Die Skatalites
  25. 2002: Jonathan Butler (nahm eine Interpretation dieses Liedes für sein Album Surrender auf)[21]
  26. 2004: Helmut Lotti
  27. 2006: Tony Esposito[22]
  28. 2007: African Jazz Pioneers
  29. 2008: Smood
  30. 2009: Shikisha
  31. 2010: DJ Happy Vibes, Lira
  32. 2011: Arielle Dombasle feat. Mokobé (veröffentlicht auf ihrem Album Diva Latina)
  33. 2011: African Ladies (Coverversion für das Videospiel Just Dance 3 auf Wii, Xbox 360 und PlayStation 3)
  34. 2011: Milk & Sugar feat. Miriam Makeba (machte einen Remix mit Makeba),
  35. 2012: Lorraine Klaasen (A Tribute to Miriam Makeba)
  36. 2015: Playing for Change
  37. 2016: Pink Martini
  38. 2020: Angelique Kidjo, neues Motto des Corona-Songs „No Pata“ d. h. „nicht berühren“.

Charts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charts (1967) Spitzenwert
Deutschland 14
US Billboard Hot 100 12
US Billboard R&B Singles 7
Venezuela 1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teilweise ist, etwa auf neueren Alben von Makeba, nur Masuka als Urheberin angegeben, da sie die Rechte an dem Song beanspruchte. Vgl. auch Graeme Ewens Africa O-Ye. A Celebration of African Music. Guinness, London 1991, S. 175
  2. Wolfgang Bender: Sweet Mother: Moderne afrikanische Musik. Edition Trickster im Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2000, S. 202
  3. Booklet der CD Miriam Makeba & the Skylarks The Best of
  4. Rob Allingham: From "Noma Kumnyama" to "Pata Pata": A history. In: African Music. 8, Nr. 3, 2009, S. 117–131.
  5. Kevin Monahan: Monahan's Song of the Week: Miriam Makeba: Pata Pata (1967). In: Monahan's Song of the Week. 13. September 2012. Abgerufen am 6. September 2017.
  6. Pat Williams: A personal memoir of South Africa's legendary musical. Granta Books, London 6 July 2017, ISBN 978-1846276538.
  7. Popular Music: An Annotated Index of American Popular Songs. Gale / Cengage Learning, London 1 Jun 1987, ISBN 0810318091.
  8. Pata Pata Miriam Makeba – Watch The Video And Read The Lyrics. In: African-music-safari.com. 6. Dezember 2015. Abgerufen am 21. Juni 2016.
  9. Miriam Makeba. In: Billboard.
  10. Booklet der CD Homeland
  11. Miriam Makebas Welthit "Pata Pata". In: Spiegel. Abgerufen am 12. März 2021.
  12. SINGER MIRIAM MAKEBA DIES AFTER COLLAPSING ON STAGE. In: Amoeblog. Abgerufen am 7. September 2017.
  13. Angelique Kidjo - UNICEF's No Pata Pata video, auf youtube.de
  14. „No Pata Pata”: Ein Welthit wird für die Corona-Krise neu vertont. In: Gemeinsam für Afrika. Verein Gemeinsam für Afrika e.V., abgerufen am 12. März 2021.
  15. Pata Pata (Deutsche Übersetzung). In: lyricstranslate. Abgerufen am 4. März 2021 (deutsch, englisch, französisch, portugiesisch, russisch, ungarisch).
  16. Miriam Makeba - Pata Pata - Xhosa. In: Lyrics translate. Abgerufen am 12. März 2021 (englisch, französisch, deutsch, ungarisch, portugiesisch, russisch, Xhosa).
  17. Lynn Taitt. In: Reggaerecord.com. Abgerufen am 21. Dezember 2014.
  18. Lynn Taitt. In: Reggaerecord.com. Abgerufen am 21. Dezember 2014.
  19. Los Rockin Devils - 15 Exitos - Blue Blue / Pata Pata. In: Discogs. Abgerufen am 25. Februar 2018 (spanisch).
  20. Dummer Sack. Abgerufen am 14. Dezember 2017.
  21. Matt Collar: Surrender – Jonathan Butler | Songs, Reviews, Credits. AllMusic. 18. Juni 2002. Abgerufen am 21. Juni 2016.
  22. Archived copy. Archiviert vom Original am 4. September 2012. Abgerufen am 16. Februar 2012.