Paukenröhrchen

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Standardpaukenröhrchen aus Teflon (links) und T-Paukenröhrchen aus Silikon

Ein Paukenröhrchen dient der mittel- bis langfristigen Belüftung des Mittelohres – unter anderem nach dem Absaugen (Drainage) eines Paukenergusses. Es wird in das Trommelfell eingesetzt. Vorher ist die Öffnung des Trommelfells durch eine Parazentese erforderlich. Bei Kindern erfolgt der Eingriff meist in Vollnarkose, bei Erwachsenen kann das Ohr lokal betäubt werden. Ein Standardpaukenröhrchen („Kragenknopf“) hat einen Öffnungsdurchmesser von 1 bis 1,5 mm und wird gewöhnlich nach etwa 9–12 Monaten spontan abgestoßen oder vom Arzt entfernt. Ist eine längere Verweildauer erwünscht, wird ein T-Paukenröhrchen („Dauer-Paukenröhrchen“) verwendet. Bei Kindern wird der Eingriff meist mit einer Adenotomie (Entfernung der Rachenmandeln) kombiniert, in vielen Fällen auch mit einer Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) bzw. deren Teilentfernung (Tonsillotomie) bei Kleinkindern.

Risiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paukenröhrchen aus Metall, daneben als Größenmaßstab eine Kaffeebohne. Fotografiert auf einem karierten Blatt Papier, ebenfalls als Größenmaßstab (Kantenlänge der Karos 5 mm).
Paukenröhrchen aus Metall, daneben als Größenmaßstab eine Kaffeebohne

Patienten, die ein Paukenröhrchen bzw. T-Röhrchen tragen, sind besonders beim Umgang mit Wasser gefährdet. Tritt kaltes Wasser durch den Durchgang ins Mittelohr ein, kann akuter Schwindel auftreten. Dies kann im Schwimmbad zu lebensgefährlichen Situation führen. Weiterhin gelangen mit dem Wasser Mikroorganismen ins Mittelohr und können dort eine Entzündung hervorrufen.

Um den Eintritt des Wassers ins Mittelohr zu verhindern, wird der Gehörgang mittels Stöpsel oder Watte mit Vaseline verschlossen. Um einen noch besseren Schutz zu erreichen, wird empfohlen, beim Baden oder Schwimmen zusätzlich eine wasserdichte Badehaube zu tragen. Sollte Wasser ins Mittelohr eingetreten sein, kann sich der Patient als Erstmaßnahme auf die Seite legen und dabei das betroffene Ohr unten halten. Anschließend sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. S. Lieberthal, A. E. Carroll, T. Chonmaitree, T. G. Ganiats, A. Hoberman, M. A. Jackson, M. D. Joffe, D. T. Miller, R. M. Rosenfeld, X. D. Sevilla, R. H. Schwartz, P. A. Thomas, D. E. Tunkel: The Diagnosis and Management of Acute Otitis Media. In: Pediatrics. Band 131, Nr. 3, 2013, S. e964–e999, doi:10.1542/peds.2012-3488, PMID 23439909.
  • Richard M. Rosenfeld, Seth R. Schwartz, Melissa A. Pynnonen, David E. Tunkel, Heather M. Hussey, Jeffrey S. Fichera, Alison M. Grimes, Jesse M. Hackell, Melody F. Harrison, Helen Haskell, David S. Haynes, Tae W. Kim, Denis C. Lafreniere, Katie LeBlanc, Wendy L. Mackey, James L. Netterville, Mary E. Pipan, Nikhila P. Raol, Kenneth G. Schellhase: Clinical Practice Guideline: Tympanostomy Tubes in Children. In: Otolaryngology – Head and Neck Surgery. Band 149, 1_suppl, 2013, S. S1–S35, doi:10.1177/0194599813487302, PMID 23818543.
  • S. Keyhani, L. C Kleinman, M. Rothschild, J. M Bernstein, R. Anderson, M. Chassin: Overuse of tympanostomy tubes in New York metropolitan area: evidence from five hospital cohort. In: BMJ. Band 337, 2008, S. a1607, doi:10.1136/bmj.a1607.
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