Paul-Lincke-Ufer

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Paul-Lincke-Ufer
Wappen
Straße in Berlin
Paul-Lincke-Ufer
Blick vom Maybachufer über den Landwehrkanal auf Gründerzeithäuser am Paul-Lincke-Ufer
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Kreuzberg
Angelegt Mitte 19. Jahrhundert
Hist. Namen Kottbusser Ufer,
Lincke-Ufer
Anschlussstraßen Fraenkelufer (westlich),
Ratiborstraße (östlich)
Querstraßen Manteuffelstraße,
Ohlauer Straße,
Forster Straße,
Liegnitzer Straße,
Glogauer Straße
Bauwerke ehemaliges Umspannwerk
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 1260 Meter

Die Straße Paul-Lincke-Ufer im Berliner Ortsteil Kreuzberg verläuft nördlich parallel zum Landwehrkanal. Am Paul-Lincke-Ufer befinden sich zahlreiche Gartenlokale, Cafés und Restaurants. Zwischen der Liegnitzer und der Forster Straße ist die Straße nur ein Fuß- und Radweg, an dem ein im Sommer stark frequentierter Boule-Platz angelegt wurde. Daneben ist der öffentliche und betreute Spielplatz Pauli erwähnenswert.

Die Straße gehört zu einer beliebten Wohngegend, da auf der einen Seite durch den Grüngürtel zum Landwehrkanal und die Gartenlokale ein angenehmes Wohnumfeld herrscht, andererseits durch die Einstufung als einfache Wohnlage im Berliner Mietspiegel die Mieten relativ günstig sind.

Geschichte der Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Uferstraße nahm ihren Anfang als Kottbusser Kommunication.[1] Um 1856 erhielt ein zweiter Abschnitt den Namen Kottbusser Ufer, das gerade einmal über vier Parzellen verfügte.[2] Später kamen weitere Abschnitte am Ufer des ausgebauten Landwehrkanals hinzu und die Straße verlief „vom Görlitzer Ufer bis zum Elisabethufer“. Nun gab es bereits 65 bebaute Grundstücke auf der Nordseite der Straße, überwiegend Wohnhäuser mit einigen Holz- und Kohlenplätzen dazwischen (Stand: 1874).[3] Am 7. November 1956, dem 90. Geburtstag von Paul Lincke, erfolgte eine Umbenennung in Lincke-Ufer, womit der Komponist und Berliner Ehrenbürger Paul Lincke geehrt wurde. Er hatte ganz in der Nähe in der Oranienstraße 64 gewohnt. Zehn Jahre später, am 7. November 1966, vervollständigte man den Namen zu Paul-Lincke-Ufer.

Bauwerke und Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Kathedrale der Elektrizität“, ehemaliges Umspannwerk am Paul-Lincke-Ufer, gebaut 1926–1928

In den Häusern 42/43 hatten in den 1970er Jahren rund 30 Bands ihre Übungsräume, darunter Morgenrot und Agitation Free.[4] Am Paul-Lincke-Ufer 20–22, Höhe Hobrechtbrücke, befindet sich ein ehemaliges Umspannwerk der Bewag (heute: Vattenfall), nach Plänen des Architekten Hans Heinrich Müller gebaut und 1929 eröffnet. Das monumentale denkmalgeschützte Gebäude[5] wurde 1989 stillgelegt und in den Jahren 1999 bis 2001 kernsaniert. Heute befinden sich Unternehmen aus den Neuen Medien, ein Steptanzstudio, eine gehobene Abendgastronomie, eine Bar mit angeschlossenem Loungegarten sowie ein vielseitig nutzbarer Veranstaltungsbereich mit einer großen Veranstaltungshalle im Gebäude. Der seitliche Turmbau brachte dem Gebäude den Beinamen „Kathedrale der Elektrizität“ ein.[6] Zurzeit wird im Umspannwerk Kreuzberg ein Google-Campus gebaut.

Weitere Häuser dieser Straße sind gelistete Baudenkmale:

Der ‚zeitlose‘ Hinterhof in der 44a

In einer Fabriketage im Hinterhof des Hauses 44a hat sich 1996 der in der Technoszene international bekannte Schallplattenladen Hard Wax niedergelassen. Firmenschild über dem Eingang (Foto).

In diesem Hinterhof befand sich von 1973 bis 2001 das Alternativunternehmen Oktoberdruck, heute mit nach wie vor basisdemokratischer Betriebsorganisation in der Oberbaum City. In den Räumen befindet sich seitdem die ManuTeeTaktur und die Kaffeepur GmbH, zwei Etagen höher der Lesesaal des Klak Verlages.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paul-Lincke-Ufer (Berlin-Kreuzberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kottbusser Kommunication. In: Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, 1853, Teil 2, S. 85.
  2. Kottbusser Ufer. In: Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, 1856, Teil 2, S. 70.
  3. Kottbusser Ufer. In: Berliner Adreßbuch, 1874, Teil 2, S. 185.
  4. Tibor Kneif (Hrsg.): Rock in den 1970ern. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg, 1980, S. 187
  5. Paul-Lincke-Ufer 20/21 / Ohlauer Straße 43; Abspannwerk, 1926–1928 von Hans Heinrich Müller
  6. umspannwerk-kreuzberg.de
  7. Glogauer Straße 17/17a / Paul-Lincke-Ufer 4
  8. Paul-Lincke-Ufer 39/40
  9. Paul-Lincke-Ufer 42/43

Koordinaten: 52° 29′ 37″ N, 13° 25′ 46″ O