Paul Andreu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paul Andreu (1996)
Paul Andreu - ph. GianAngelo Pistoia - A.P. - 1.jpg

Paul Andreu (* 10. Juli 1938 in Caudéran bei Bordeaux; † 11. Oktober 2018[1] in Paris[2]) war ein französischer Ingenieur, Architekt und Autor. Andreu konzipierte rund fünfzig Flughafengebäude in Europa, Asien und Afrika. Im Jahre 2005 publizierte er einen ersten Roman (L’Archipel de la Mémoire). Andreu war mit Johan Otto von Spreckelsen auch am Bau der Grande Arche in dem westlich von Paris gelegenen Geschäftsviertel La Défense beteiligt.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Andreu war der Sohn eines Gymnasiallehrers für Mathematik. Er besuchte ab 1958 die École polytechnique, erlangte daraufhin an der École Nationale des Ponts et Chaussées im Jahre 1963 sein Ingenieurdiplom und schließlich an der École des Beaux-Arts im Jahre 1968 sein Architekturdiplom. Im darauf folgenden Jahr stieg er in das Unternehmen Aéroports de Paris ein, das die 14 Pariser Flughäfen und Flugfelder verwaltet, unter denen die Flughäfen Paris-Charles-de-Gaulle, Orly und Le Bourget die wichtigsten sind. 1974 wurde er zum Chefarchitekten und Projektleiter befördert. Er baute etwa fünfzig Flughafengebäude, bevor er Partner von Johan Otto von Spreckelsen wurde. Nach dem frühen Tod desselben vollendete er die Grande Arche im Jahre 1989. In die Schlagzeilen geriet Andreu, als im Mai des Jahres 2004 einer der Gewölbebögen der elf Monate zuvor eingeweihten Passagierhalle des Terminals 2E des Charles-de-Gaulle Flughafens einstürzte, was den Teileinsturz der Halle über dreißig Meter zur Folge hatte und vier Menschen das Leben kostete. Die Ursachen sind nicht geklärt.

Ab der Jahrtausendwende war Andreu verstärkt in Asien tätig. Ein spektakuläres Gebäude entwarf er mit der Chinesischen Nationaloper in Peking, für das er trotz des Widerstands chinesischer Architekten den Zuschlag bekam.[3]

Werkauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flughafen- und Bahnhofsgebäude:

Meeresmuseum, Osaka, Japan
Chinesische Nationaloper, Peking
Im Inneren der Nationaloper, Peking

Weitere Bauten:

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbücher

  • Mission Interministérielle de Coordination des Grands Opérations: Architectures capitales. Electa Moniteur, Paris 1988, ISBN 2-86653-041-1 (französisch)
  • Paul Andreu: La Grande Arche, tête défense, Paris-la-Défense. Mit Hubert Tonka. Édition du Demi-Cercle, Paris 1989, ISBN 2-907757-08-3
  • Philip Jodidio: Paul Andreu, architect. Vorwort von Adrian Frutiger. Birkhäuser, Basel 2004, ISBN 3764370106[4]

Belletristik

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roissy 1. Dokumentation, Frankreich, 2009, 26 Min., Regie: Valéry Gaillard, Produktion: arte France, Reihe: Baukunst, deutsche Erstausstrahlung: 25. Oktober 2009[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. L’architecte Paul Andreu est mort. In: Libération. 12. Oktober 2018, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  2. Paul Andreu, membre de la section d’architecture. Académie des Beaux Arts, 12. Oktober 2018, abgerufen am 12. Oktober 2018 (französisch).
  3. Mark Zitzmann: Phönix oder Seifenblase? Streit um den Bau des Pekinger Nationaltheaters. In: Neue Zürcher Zeitung. 11. Juli 2000, archiviert vom Original am 16. März 2004; abgerufen am 13. Oktober 2018.
  4. Philip Jodidio: Paul Andreu, Architect. With a Preface by Adrian Frutiger. (pdf, 67 kB) Birkhäuser-Verlag, 8. Mai 2007, abgerufen am 13. Oktober 2018 (Inhaltsverzeichnis).
  5. Le bâtisseur sous un toit de mots, Le Figaro, 29. Januar 2009
  6. Paul Andreu. Académie des Beaux-Arts, 19. Mai 2015, abgerufen am 13. Oktober 2018 (französisch).
  7. Baukunst: Roissy 1. In: arte. 12. August 2009, archiviert vom Original am 31. Oktober 2009; abgerufen am 13. Oktober 2018.