Paul Brockardt

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Paul Brockardt (* 8. Januar 1882 in Coburg; † 1941 in Prag) war ein deutscher Architekt und Bauunternehmer.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Brockardt war der erstgeborene Sohn von Bernhard Brockardt und dessen Ehefrau Sophie. Nach seinem Abschluss am Gymnasium Ernestinum Coburg studierte er an der Herzoglichen Baugewerkschule Coburg, was ab 1903 die Berechtigung zur Anstellung im königlich preußischen Staatsdienst zur Folge hatte. Er wurde nach seinem Studienabschluss von der Staatsverwaltung als Regierungsbauführer (Referendar im öffentlichen Bauwesen) eingesetzt und 1912 zum Regierungsbaumeister (Assessor) ernannt[1]. 1918 eröffnete Brockardt als selbstständiger Architekt ein Büro in Aussig an der Elbe. Von dort aus wurde er in vielen europäischen Ländern tätig und erbaute über 500 Häuser[2] aber auch Brunnen und andere Zweckbauten wie das Aussiger Johann-Schicht-Bad[3].

Brockardt-Block Coburg

Etwa ab 1931 wirkte er auch in der elterlichen Firma Brockardt Coburg mit und arbeitete 1934 Pläne für eine Wohnanlage für die Offiziersfamilien der neuen Coburger Garnison aus. Der repräsentative Bau von hoher baulicher Qualität und zahlreichen, für die Zeit außergewöhnlichen Ausstattungsdetails sollte auf dem firmeneigenen Grundstück am Kanonenweg, der späteren Scharnhorststraße 2–8, entstehen. Obwohl von der Stadt befürwortet, wurde das Vorhaben zunächst von der Regierung für Ober- und Mittelfranken in Ansbach abgelehnt. Erst im September 1935 erfolgte auf Druck der NSDAP die Baugenehmigung, sodass die Wohnanlage Ende 1936 bezogen werden konnte. Der bald Brockardt-Block genannte Bau wurde 1973 in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen.[4]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten von Paul Brockardt in Aussig nach der Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ústí nad Labem und der Liste der immobilen Kulturdenkmäler Nordböhmens[5] sind:

  • vor 1924: Poliklinik
  • 1924: Restaurierung der Kurzweilmühle
  • 1930: Villa des Unternehmers Hans Weinmann (1885–1960)
  • 1929–1931: Villa für Franz Petschek (* 1894) (Sohn von Ignaz Petschek)
  • 1931: Hallenbad (Johann-Schicht-Bad)
  • 1931: Neobarocke Villa des Unternehmers Heinrich Schicht (1880–1959) (Sohn von Johann Schicht)
  • 1934: Umbau der Villa des Unternehmers Ignaz Petschek (1857–1934)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zentralblatt der Bauverwaltung, 32. Jahrgang 1912, Seite 333.
  2. Schriftwechsel Stadtarchiv Coburg A 16859/1,-/2,-/3
  3. www.aussig.net, Johann-Schicht-Bad
  4. Peter Morsbach, Otto Titz: Stadt Coburg. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Denkmäler. Denkmäler in Bayern. Band IV.48, S. CXXIX, Karl M. Lipp Verlag, München 2006, ISBN 3-87490-590-X.
  5. www.aussig.net, Paul Brockardt