Paul Elvstrøm

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Paul Bert Elvstrøm
Paul Bert Elvstrøm
Bildbeschreibung: Paul Elvstrøm, 1972
Nationalität: DanemarkDänemark Dänemark
Geburtstag: 25. Februar 1928
Geburtsort: Hellerup, DanemarkDänemark Dänemark
Todestag: 7. Dezember 2016
Sterbeort: Hellerup
Größe: 1,82 cm
Gewicht: 85 kg
Verein: Hellerup Sejlklub (HS)
Aktiv gesegelte Bootsklassen: Firefly Finn-Dinghy Star Soling Tornado
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 4 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
0Gold0 London/Torquay 194812 Firefly
0Gold0 Helsinki 1952 Finn-Dinghy
0Gold0 Melbourne 1956 Finn-Dinghy
0Gold0 Rom/Neapel 1960 Finn-Dinghy
Paul Elvstrøm (Olympische Spiele 1960, Finn-Dinghi)
Paul Elvstrøm (Olympische Spiele 1960, Finn-Dinghi)
Siegerehrung Olympische Spiele 1952, Finn-Dinghi: Silber: Charles Currey Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich, Gold: Paul Elvstrøm, Bronze: Rickard Sarby SchwedenSchweden Schweden

Paul Bert Elvstrøm (* 25. Februar 1928 in Hellerup; † 7. Dezember 2016 in Hellerup[1]) war ein dänischer Segler und der bislang erfolgreichste Regattasegler, gemessen an WM-Titeln und Olympiamedaillen.

Größte Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Elvstrøm nahm von 1948 bis 1988 achtmal an den Olympischen Spielen teil, womit er bis heute zu den Sportlern mit den meisten Olympiateilnahmen überhaupt zählt. Bei den ersten vier Teilnahmen gewann er viermal die Goldmedaille in einer Disziplin, was in der Geschichte überhaupt nur viermal vorgekommen ist (zuletzt Carl Lewis im Weitsprung 1984–1996). Bei den Olympischen Spielen 1968 vor Acapulco verpasste er knapp eine Medaille im Starboot und ebenso 1984 vor Los Angeles, als er im Olympiakatamaran Tornado mit seiner jüngsten Tochter Trine an den Start ging (Rang 4).[2][3] Er beendete seine Regattakarriere nach den Olympischen Spielen von 1988, an denen er mit seiner Tochter Trine im Tornado teilnahm (Rang 15).[4]

Resultate bei Olympischen Spielen im Segeln[5][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1948: London (Torquay), Bootsklasse: Firefly, Goldmedaille[6]
  • 1952: Helsinki, Bootsklasse: Finn-Dinghy, Goldmedaille (Alter: 20)
  • 1956: Melbourne, Bootsklasse: Finn-Dinghy, Goldmedaille (Alter: 24)
  • 1960: Rom, Bootsklasse: Finn-Dinghy, Goldmedaille (Alter: 32)
  • 1968: Mexiko, Bootsklasse: Star, 4. Platz (Alter: 40)
  • 1972: München, Bootsklasse: Soling, 13. Platz (Alter: 44)
  • 1984: Los Angeles, Bootsklasse: Tornado, 4. Platz (Alter: 56)
  • 1988: Seoul, Bootsklasse: Tornado, 15. Platz (Alter: 60)

Weltmeister / World Champion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Elvstrøm hat insgesamt 13 WM-Titel in acht verschiedenen Bootsklassen gewonnen, ein Rekord, der bislang unerreicht geblieben ist.[7]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verleihung des goldenen Sterns durch die dänische Königsfamilie. Eine Auszeichnung, die bis heute kein anderer dänischer Sportler erhalten hat.
  • 1990 Verleihung der Beppe Croce Trophy durch die IYRU. Diese hochrangige Ehrenauszeichnung wird nur an Personen verliehen, die eine außergewöhnliche Hingabe zum Segelsport in ihrem Leben bewiesen haben.
  • 1992 Aufnahme in die Hall of Fame des dänischen Sports
  • 1996 Verleihung des Titels Sportler des Jahrhunderts in seinem Heimatland Dänemark.
  • 2007 Erstes Ehrenmitglied (Inductee) in der neu geschaffenen ISAF Sailing Hall of Fame[3]

Andere seglerische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elvstrøm versuchte auch, am America’s Cup teilzunehmen, revolutionierte aber die Technologie seiner 12-Meter-Segelyacht derart, dass sein Sponsor, Baron Marcel Bich (France I) aus Frankreich, Änderungen einbringen wollte. Elvstrøm gab sein Vorhaben auf, da er keine Kompromisse schließen wollte.

Elvstrøm ist als Konstrukteur und Designer von Booten und Segelzubehör bekannt und hat eine eigene Firma Elvstrøm Sails mit Sitz in Aabenraa (dt. Apenrade) aufgebaut.[8] Die Firma hat als Logo eine rote dreizackige Krone. Der Doppelolympiasieger Jesper Bank arbeitet heute bei Elvstrøm Sails als Finanzdirektor.[9] Er beherrschte die Bootsklasse Finn-Dinghy in den 1950er Jahren und brachte viele technische Innovationen und neue Trainingsmethoden (zum Beispiel gezieltes Krafttraining) ins Jollensegeln ein.[10]

Elvstrøm konstruierte gemeinsam mit dem dänischen Yachtkonstrukteur Jan Kjaerulff die schnelle, leichte und sportlich-schlanke Yacht Aphrodite 101 (Auftraggeber: Jörgen Juul Rasmussen [DK]), die sehr erfolgreich wurde. Während Kjaerulff die Rumpfform entwarf, konstruierte Elvstrøm das Deckslayout, die Beschlagsanordnung und das Rigg. Weiterhin erfand Elvstrøm den Elvström-Knarrblock und den Selbstlenzer (engl. self bailer)[11], beide heute weitverbreitet, und die Regatta-Schwimmweste, heute fester Bestandteil der Ausstattung jedes Wettbewerbsseglers.[12]

Sein seglerisches Wissen gab er auch in Büchern weiter, insbesondere zur Segeltaktik und zur Regelkunde beim Regattasegeln.

Er war Mitglied im Hellerup Sejlklub und lebte zuletzt in Hellerup bei Kopenhagen in Dänemark.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Elvstrøm: Elvstrøm erklärt die Wettsegelbestimmungen. 1966, ISBN 3-87412-021-X.
  • Paul Elvstrøm, Ullrich Libor: Jollen-Segeln. Delius, Klasing 1966.
  • Paul Elvstrøm: Expert Dinghy and Keelboat Racing. Times Books, 1967, ISBN 0-8129-0054-5 (englisch).
  • Paul Elvstrøm: Elvström Speaks on Yacht Racing. One-Design & Offshore Yachtsman Magazine, 1970, ISBN 0-8129-0134-7 (englisch).
  • Paul Elvstrøm: Paul Elvstrom Speaks on Yacht Racing. Nautical Publishing Company, 1970, ISBN 0-245-59851-0 (englisch).
  • Richard Creagh-Osborne: Elvstrøm, sein Leben, seine Erfolge. Delius, Klasing 1972, ISBN 3-7688-0128-4.
  • Paul Elvstrøm: Paul Elvstrom Explains the Racing Rules of Sailing: 2009–2012 Rules. 16. Auflage. Verlag Adlard Coles, 2009, ISBN 978-1-4081-0949-6 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Paul Elvstrøm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Elvstrøm er død. TV 2 (Dänemark), 7. Dezember, abgerufen am 9. Dezember 2016 (dänisch).
  2. Foto: Danish skipper Paul Elvstrøm (L) with daughter Trine (R) racing in the Tornado class at the Summer Olympics 1984. In: Getty Images. Abgerufen am 9. Februar 2020.
  3. a b ISAF Sailing Hall of Fame: Paul Elvstrøm. Abgerufen am 21. September 2015 (englisch).
  4. TV2: Paul Elvstrøm er død (Nachruf auf Paul Elvstrøm), 7. Dezember 2016, dänisch, abgerufen am 8. Dezember 2017
  5. SR/Olympic Sports: Paul Elvstrøm, (englisch), abgerufen am 9. Februar 2020
  6. Foto: Danish yachtsmen Paul Elvstrøm, winner of the Firefly class at the 1948 Olympics in Torquay, Devon. In: Getty Images. 13. August 1948, abgerufen am 9. Februar 2020.
  7. fyns,dk: Det 20. århundredes største danske sportsmand er død (Nachruf auf Paul Elvstrøm), 7. Dezember 2016, dänisch, abgerufen am 8. Dezember 2017
  8. website Elvstroem-sails: Porträt Paul Elvström (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/old.elvstromsails.com, abgerufen am 21. September 2015
  9. History of Elvstrøm Sails. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 21. September 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/old.elvstromsails.com
  10. yacht.de: Nachruf und Interview mit Paul Elvstrøm in der YACHT 10/2005 (Tatjana Pokorny), 8. Dezember 2016, abgerufen am 8. Dezember 2017
  11. classicsailor.com: RIP Paul Elvstrom 1928 – 2016 (Dan Houston), 9. Dezember 2016, englisch, abgerufen am 8. Dezember 2017
  12. Tüftler am Wind. In: Tageszeitung taz. 8. Dezember 2016, abgerufen am 24. Februar 2020.
  13. Mindeord: Paul Elvstrøm, 8. Dezember 2016 af Dan Ibsen (Nachruf des Kongelig Dansk Yachtklub auf Poul Elvstrøm), dänisch, abgerufen am 15. Dezember 2016