Paul Naschy

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Paul Naschy (* 6. September 1934 in Madrid; † 30. November 2009[1] ebenda; eigentlich Jacinto Molina Álvarez) war ein spanischer Schauspieler, Drehbuchautor und Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgewachsen im Franco-Regime der Nachkriegsjahre, studierte Naschy auf Wunsch seiner Familie zunächst Agrikultur und später Architektur, wobei ihm seine zeichnerischen Fähigkeiten, die er früh entwickelte, von großem Nutzen waren. Sie führten auch dazu, dass er für Schallplattenfirmen wie die Decca oder Columbia Covers gestaltete, unter anderem für Elvis-Presley-Aufnahmen. Nebenbei zeichnete Naschy Comics und schrieb unter dem Pseudonym Jack Mills Groschenromane.

Einen Ausgleich fand er in diesen Jahren im sportlichen Bereich; so war er Boxer, Fußballer und schließlich Gewichtheber – 1958 wurde er spanischer Meister im Leichtgewicht.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine schon früh ausgeprägte Liebe zum Kino setzte sich ab den frühen 1960er Jahren durch. Er übernahm kleine Rollen, war Locationscout und Produktions- sowie Regieassistent, bis er 1967 seine erste Hauptrolle spielte und ein Jahr später mit seinem ersten Horrorfilm die Rolle seines Lebens fand: die des Werwolfes Waldemar Daninsky, den er in vielen Filmen verkörperte. Daneben spielte er auch andere klassische Grusel-Rollen wie den Grafen Dracula oder Frankensteins Monster, aber auch in vielen Kriminalfilmen.

1976 wechselte er auch auf den Regiestuhl über, wobei er neben seinen Spiel- auch Dokumentarfilme drehte. Anfang der 1990er Jahre wurde es ruhiger um Naschy, bis er mit Beginn des neuen Jahrtausends (unter anderem mit der Überreichung der spanischen Goldmedaille für bildende Künste) in einer Reihe neuerer Projekte zu sehen war. So war Naschy in fast 90 Filmen zu sehen, ist aber hauptsächlich für seine Filme aus der Zeit von den 1960er bis zu den 1980er Jahren bekannt.[2]

Paul Naschy ist der einzige Schauspieler, der alle klassischen Horrorfiguren dargestellt hat: Dracula, Frankensteins Monster, die Mumie, Fu Man Chu, Mr. Hyde, Quasimodo, das Phantom der Oper, den Wolfsmenschen und Satan. Er lebte zuletzt in seiner Heimatstadt Madrid, wo er am 30. November 2009 starb. Naschy litt unter Bauchspeicheldrüsenkrebs.[3]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: König der Könige (King of Kings)
  • 1967: Glut der Sonne (Dove si spara di più)
  • 1967: Der Tod ritt dienstags (I giorni dell'ira)
  • 1967: Tausend und eine Nacht (La esclava del paraíso)
  • 1968: Agonizando en el crimen
  • 1968: Die Vampire des Dr. Dracula (La marca del hombre-lobo)
  • 1970: Dracula jagt Frankenstein
  • 1971: Nacht der Vampire (La noche de Walpurgis)
  • 1971: Jack el destripador de Londres
  • 1972: Die Nacht der blutigen Wölfe (Dr. Jekyll y el hombre lobo)
  • 1972: La furia del Hombre Lobo
  • 1972: Blutmesse für den Teufel (El espanto surge de la tumba)
  • 1973: Die Stunde der grausamen Leichen (El jorobado de la Morgue)
  • 1973: El gran amor del conde Drácula
  • 1973: Los crímenes de Petiot
  • 1973: Die Rebellion der lebenden Leichen (La rebelión de las muertas)
  • 1973: Totenchor der Knochenmänner (La orgía de los muertos)
  • 1973: Die Todeskralle des grausamen Wolfes (El retorno de Walpurgis)
  • 1974: Tarzán en las minas del rey Salomón
  • 1974: Todeskreis Libelle (Una libelula para cada muerto)
  • 1974: Los ojos azules de la muñeca rota
  • 1974: El mariscal del infierno
  • 1976: Último deseo
  • 1976: Inquisición (auch Regie)
  • 1981: The Werewolf (El retorno del hombre-lobo) (auch Regie)
  • 1981: La batalla del porro
  • 1983: Heart Beat (Latidos de pánico) (auch Regie)
  • 1984: Mi amigo el vagabundo (auch Regie)
  • 1984: El último kamikaze (auch Regie)
  • 1987: El aullido del diablo (auch Regie)
  • 1988: Shadows of Blood
  • 1990: Aquí huele a muerto... (¡pues yo no he sido!)
  • 1992: State of Mind
  • 1992: La noche del ejecutor (auch Regie)
  • 1997: Licántropo: El asesino de la luna llena
  • 2000: Living It Up - Nur eine Woche Millionär (La gran vida)
  • 2000: School Killer (El vigilante)
  • 2002: Mucha sangre (Mucha sangre)
  • 2002: Octavia
  • 2004: Tomb of the Werewolf
  • 2004: Countess Dracula's Orgy of Blood
  • 2004: Rottweiler (Rottweiler)
  • 2004: Rojo Sangre (Rojo sangre)
  • 2005: Um Lobisomem na Amazônia
  • 2009: La herencia Valdemar
  • 2010: La herencia Valdemar II

Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: The Man who saw Frankenstein cry

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fallece el actor Paul Naschy. El Mundo, 2. Dezember 2009.
  2. Lawrence P. Raffel: R.I.P. Paul Naschy 1934-2009. 1. Dezember 2009, abgerufen am 22. August 2013 (englisch).
  3. D.G.: Fallece Paul Naschy, el hombre lobo del cine de terror español de los 80 vom 1. Dezember 2009 (abgerufen am 1. Dezember 2009).