Paul Salvator Goldengruen

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Paul Salvator Goldengruen (* 27. August 1960 in Warburg als Paul Ricken) ist ein Künstler, dessen Werk seinen Ursprung in der Art Brut/Outsider Art hat.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Ausbildung als Einzelhandelskaufmann von 1976 bis 1979 in Warburg und dem 15-monatigen Grundwehrdienst in Munster und Lüneburg 1980/81 erwarb er das Abitur im zweiten Bildungsweg am Westfalen-Kolleg in Paderborn von Anfang 1982 bis Ende 1984. Danach studierte er ab Herbst 1985 Biologie in Münster und Bielefeld, beendete das Studium nach erfolgreichem Vordiplom jedoch nicht. Neben dem Hauptstudium Biologie absolvierte er nahezu das komplette Grundstudium in Anglistik.

Künstlerischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine nach dem Tod der Mutter Mitte der 1990er-Jahre sich entwickelnde psychische Erkrankung überwand Goldengruen mithilfe der künstlerischen Arbeit. Doch er blieb hier nicht stehen, sondern strebte eine Weiterentwicklung der eigenen Person und damit des Rezipienten in der Kunst und durch die Kunst an. Damit hebt er sich deutlich von Positionen der Zustandsgebundenen Kunst, einem von Leo Navratil geprägten Ausdruck, ab. Navratil geht bei der Definition der zustandsgebundenen Kunst davon aus, dass seine Patienten im akuten Stadium der psychischen Erkrankung ihre künstlerisch relevanten Arbeiten hervorbringen. Goldengruen überwindet die psychische Erkrankung mithilfe der künstlerischen Arbeit und strebt auf diesem Wege zusätzlich nach einer Ausdifferenzierung der Gefühle durch die Verfeinerung der künstlerischen Technik unter Beibehaltung der für die Art Brut typischen Spontanität.

„Der Maler-Fürst“

Repräsentanz in der Gallery Of Inspiration der „International Society for the Study of Trauma and Dissociation“ (Nordamerika) als kuratierte Dauerausstellung im Internet. Obwohl er letztendlich aus der Kunsttherapie hervorgeht, wird dieser Kontext geöffnet durch seine Repräsentanz auf „Artecomunicarte“ (Mittelamerika, spanisch), siehe Weblinks. Im April 2007 erfolgte die einhellig jurierte Teilnahme am erstmals stattfindenden Outsider Art Markt in der Prinzhornsammlung in Heidelberg mit 20 Gemälden.

Die Schenkung „Die Urgottheit“ ist seitdem Bestandteil des Museums Sammlung Prinzhorn. Sie ist in der aktuellen Gruppenausstellung „Die Sammlung wächst“ zu sehen.

Teilnahme als Gast an der „Jahresausstellung 2008 Outsider Art“ im Museum für Art Brut und Outsider Art sowie zeitgenössische Kunst Kunsthaus Kannen, Münster, vom 26. Oktober 2008 bis 11. Januar 2009. Siehe dazu das Bild rechts: Der Maler-Fürst als eins von vier ausgestellten großformatigen Gemälden.

Zu seinem wachsenden Werk gehören circa 500 meist großformatige Bilder, die sich durch Expressivität und Farbenreichtum auszeichnen und oft von kryptischer Symbolik sind, zudem zumeist kleinere Skulpturen und etwa 200 Gedichte, die Landschaft und Natur sowie die eigene Psyche zum Inhalt haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hansgeorg Ließem und Pablo Stähli. „Ans Licht geholt“ - Kunst in ver-rückter Zeit, Köln: Wienand 1995 ISBN 3-87909-458-6
  • Herwig Guratzsch Expressionismus und Wahnsinn, Prestel Verlag 2003. ISBN 3-7913-3024-1
  • Leo Navratil. Art brut und Psychiatrie Gugging 1946 - 1986, Wien: Brandstätter, 1999 ISBN 3-85447-876-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paul Salvator Goldengruen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Zeitungsartikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]