Paul Schultze-Naumburg

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Paul Schultze-Naumburg 1919

Paul Schultze-Naumburg, eigentlich Paul Eduard Schultze (* 10. Juni 1869 in Almrich bei Naumburg, Provinz Sachsen; † 19. Mai 1949 in Jena) war ein deutscher Architekt, Kunsttheoretiker, Maler, Publizist und Politiker (NSDAP).

Herkunft, Jugend und Ausbildung[Bearbeiten]

Paul Schultze-Naumburg kam 1869 als Paul Eduard Schultze in Almrich bei Naumburg zur Welt. Sein Vater war der Porträtmaler Gustav-Adolf Schultze (1825–97) und seine Mutter hieß Emma geb. Lienemann. Gustav-Adolf Schultze studierte in Berlin zuerst bei Johann Gottfried Schadow Malerei und dann bei Eduard Magnus Porträtmalerei. Schadow gehörte auch zum Freundeskreis der Familie, dazu zählten noch Emanuel Geibel, Paul Heyse und Franz Theodor Kugler, von dem das Lied An der Saale hellem Strande stammt, ebenso der junge Friedrich Nietzsche, den Paul Schultze schon in seiner Kindheit kennenlernte.

Auch Paul Schultze hatte ein großes Zeichentalent, welches vom Vater schon frühzeitig gefördert wurde, ebenso war ein Interesse für Literatur, Dichtung und Naturwissenschaften vorhanden. Paul ging zunächst in die Domschule und dann besuchte er das Realgymnasium in Naumburg. Eine Beschäftigung mit der Architektur, schon während der Schulzeit, kam durch seinen älteren Bruder Richard zustande. Dieser hatte bei Carl Schäfer in Berlin Architektur studiert. Richard nahm an etlichen Architekturwettbewerben teil und benötigte dabei häufig Pauls Hilfe. Nach seinem Abitur beschloss der Familienrat, dass Paul eine Laufbahn als freier Künstler einschlagen und daher die Karlsruher Kunstschule besuchen sollte.

In seiner Studienzeit hatte Schadow Gustav-Adolf Schultze einfach den Namen der väterlichen Geburtsstadt an den Familiennamen angehängt, um eine Verwechslung mit einem gleichnamigen Mitschüler zu vermeiden. Paul Schultze griff dies wieder auf und nannte sich ab Beginn seiner Studienzeit dann Paul Schultze-Naumburg.

Ab 1886 besuchte Paul Schultze-Naumburg die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe. Nach einem Jahr wechselte er zur Badischen Landeskunstschule. Er war dort erst Schüler von Ernst Schurth und Theodor Poeckh, von 1891 bis 1893 Schüler im Meisteratelier von Ferdinand Keller. Er besuchte als Gasthörer auch zwei Semester Architektur an der Technischen Hochschule.

Wirken im Kaiserreich[Bearbeiten]

Nach dem Studium ging Paul Schultze-Naumburg zunächst nach München, wo er 1894 eine Mal- und Zeichenschule gründete. 1895 trat er der Münchner Sezession bei. 1897 zog Schultze-Naumburg gemeinsam mit seiner ersten Ehefrau Ernestine Mack nach Berlin, wo er im gleichen Jahr eine Malschule eröffnete und sich der Berliner Sezession anschloss.

In der Zeit nach dem Studium unternahm er Studienreisen nach Frankreich und Italien und ab 1894 arbeitete als Redakteur für die Zeitschrift Der Kunstwart. Dort veröffentlichte er Artikel über Malerei, Kunst und zur Lebensreform. 1901 erschien das Buch Die Kultur des weiblichen Körpers als Grundlage der Frauenkleidung, mit dem Schultze-Naumburg zur Reformierung der Frauenkleidung und zur Abschaffung des Korsetts beitrug. Gemeinsam mit Henry van de Velde und Anna Muthesius war er maßgeblich an Entwürfen für eine künstlerisch inspirierte weibliche Reformkleidung beteiligt. Von 1930 bis 1939 war Schultze-Naumburg Direktor der Staatlichen Hochschulen für Baukunst, bildende Kunst und Handwerk in Weimar.

1901 zog er nach Saaleck bei Bad Kösen um. Sein dortiges Wohnhaus entstand unter maßgeblicher Mitwirkung des Architekten Albert Gessner.[1] 1904 gründete er hier mit Fritz Koegel die Saalecker Werkstätten G.M.B.H., die bis 1930 existierte. Neben Schultze-Naumburg war der Maler Ludwig Bartning in den ersten Jahren an der künstlerischen Leitung beteiligt. Zwischen 1903 und 1904 arbeitete der Maler Georg Tappert als Assistent in den Saalecker Werkstätten. Heinrich Tessenow arbeitete hier von 1904 bis 1905, einen Teil ihrer Ausbildung erhielten Carl Weidemeyer 1904/1905 und Alfred Fischer von 1906 bis 1908 in den Werkstätten. Walter Butzek arbeitete 1909/10 hier als Architekt. Er plante und baute im Stil der Heimatschutzarchitektur. Mit Ernst Rudorff gründete er 1904 den Deutschen Bund Heimatschutz und wurde Erster Vorsitzender bis 1913.

Die "Kulturarbeiten", die Schultze-Naumburg von 1901 bis 1917 als eine Serie von Büchern veröffentlichte, waren sehr erfolgreich und haben ihn nicht nur zu einem gefragten Architekten gemacht, sondern auch die Idee des Heimatschutzes unterstützt. Bis heute sind diese Bände als eine grundlegende Definition des Traditionalismus im 20. Jahrhundert bekannt und grundlegend.[2] Mit seinen Publikationen entwickelte er sich schnell zu einem führenden Kunsttheoretiker und gehörte 1907 zu den Mitbegründern des Deutschen Werkbundes, dessen Ziel die Verbindung moderner Technik und traditioneller Formen war.

Schultze-Naumburg wurde gerne von wohlhabenden Bauherren mit der Gestaltung von Landhäusern betraut. Kaiser Wilhelm II. beauftragte ihn 1912 mit dem Bau einer Residenz für den Kronprinzen in Potsdam. Kronprinz Wilhelm wurde freie Hand für dieses Schloss gelassen, und er wünschte sich ein Schloss im Tudorstil. Schultze-Naumburg wurde daher zu Studienzwecken nach England, Wales und Schottland geschickt. Das so entstandene Schloss Cecilienhof, das im August 1945 der Potsdamer Konferenz als Verhandlungsort diente, hat 176 Zimmer und einen zweigeschossigen Festsaal sowie einen Ehrenhof. Es wurde 1917 bezogen und ist das komfortabelste aller Hohenzollernschlösser.

Wirken nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Mit seinen Reformbemühungen und seinen baukünstlerischen Leistungen wurde Schultze-Naumburg zum Initiator der Bauströmung Um 1800, die sich an dem Baustil der Goethezeit orientierte. Im Gegensatz zu zahlreichen Architekten aus der Bewegung Um 1800 suchte er nach dem Ersten Weltkrieg jedoch keine neue Formensprache. Die architektonische Stilrichtung des „Neuen Bauens“ (siehe auch: Bauhaus) hielt er für einen Irrweg, den er zu bekämpfen versuchte. Siehe dazu seine Schriften Das bürgerliche Haus (1926), Flaches oder geneigtes Dach? (1927) und Das Gesicht des deutschen Hauses (1929).

In Paul Schultze-Naumburgs Leben spielt Saaleck eine zentrale Rolle. Hier kam sein gesamter Freundeskreis zusammen. Zu den Besuchern von Saaleck zählten die Architekten Otto Bartning, Paul Bonatz, Werner March, Paul Schmitthenner, die Künstler Ludwig Bartning, Ludwig von Hofmann, Hermann Obrist und die Schriftsteller Börries Freiherr von Münchhausen, Werner Hegemann, Wilhelm von Scholz. Eduard Stucken, ein Völkerkundler, Religions- und Sprachwissenschaftler, der sich speziell mit der Geschichte Amerikas beschäftigte, verbrachte von 1917 bis 1924 zusammen mit seiner jüdischen Ehefrau die Frühlings- und Sommermonate in Saaleck. Dabei entstand sein Roman Die weißen Götter, der um 1920 erschien.

Enttäuschung über die Umweltzerstörungen und Disharmonie der Moderne führten nach dem Ersten Weltkrieg zu einer ästhetischen Radikalisierung und in den zwanziger Jahren auch zu einer zunehmenden politischen Radikalisierung von Paul Schultze-Naumburg, die schließlich in einem kulturell begründeten Rassismus endete.

Ab Mitte der zwanziger Jahre kamen auch immer mehr Nationalsozialisten zu seinem Freundeskreis dazu. Adolf Hitler, Joseph Goebbels und Heinrich Himmler waren mehrmals zu kurzen Besuchen in Saaleck. Walther Darré, der von 1933 bis 1942 Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister war, hat in Saaleck sein agrar-ideologisches Buch Neuadel aus Blut und Boden (1930) geschrieben. Ein weiterer Freund Schultze-Naumburgs war Hans F. K. Günther, der weithin als „Rassepapst“ und „Rassen-Günther“ bekannt war. Der thüringische Volksbildungsminister Wilhelm Frick besuchte über Jahre hinweg Paul Schultze-Naumburg und dessen Frau Margarethe (geb. Dörr) in regelmäßigen Abständen, was schließlich dazu führte, dass Margarethe sich 1934 scheiden ließ und noch im gleichen Jahr Wilhelm Frick heiratete. Etwa 1929 entstand auch der „Saalecker Kreis“, der bis 1933 bestand und einen Freundeskreis prominenter Nationalsozialisten um Schultze-Naumburg bildete. Wilhelm Frick, Hans F. K. Günther, Richard Walther Darré, Hans Severus Ziegler gehörten dazu, ebenso wie Alfred Ploetz, der Mitbegründer der Rassenhygiene war.

1928 erschien sein Buch Kunst und Rasse. Mit dieser Schrift versuchte Schultze-Naumburg zu zeigen, dass die Künstler der Moderne an „Kretinismus“ bzw. „Entartung“ litten, indem er Kunstwerke des Expressionismus mit Fotografien von körperlich und geistig Behinderten bzw. Kranken kombinierte, um beim Zuschauer entsprechende Assoziationen auszulösen. Diese Art der Darstellung wurde von den Nationalsozialisten übernommen und erschien dann 1937 wieder in dem millionenfach verteilten Ausstellungsführer „Entartete Kunst“ zur gleichnamigen Ausstellung.

In den zwanziger Jahren wurde der Werkbund immer stärker von Vertretern der Moderne geprägt und so verließ ihn Schultze-Naumburg 1927 mit einigen anderen Architekten. Als Gegenpart gründeten Paul Schultze-Naumburg, Albert Gessner, Paul Bonatz, Hans F. K. Günther, Heinz Stoffregen, Paul Schmitthenner u. a. 1928 in Saaleck den an traditionellen Architekturkonzepten orientierten „Block“. Dieser sollte eine Alternative zum Ring, einem Zusammenschluss der Anhänger des Neuen Bauens, darstellen. Der Block war der Vorläufer bzw. die Vorbereitung für den Kampfbund für deutsche Kultur, der durch die Mitglieder des Blocks aktiv unterstützt wurde.

1928 wurde der Kampfbund für deutsche Kultur (KfdK) gegründet, den Alfred Rosenberg dann leitete. Schultze-Naumburg trat dem Kampfbund 1929 bei und engagierte sich dort vor allem als Referent. Seine Vorträge fasste er unter dem Titel Kampf um die Kunst 1932 für die Reihe Nationalsozialistische Bibliothek als Buch zusammen. Im Jahre 1931 übernahm er den Vorsitz im Kampfbund deutscher Architekten und Ingenieure innerhalb des Bundes. Der Kampfbund für deutsche Kultur war dann 1933 Mitinitiator und Mitwirkender an den Bücherverbrennungen 1933 in Deutschland.

Schultze-Naumburg wurde Mitglied der Akademie des Bauwesens und 1930 der Preußischen Akademie der Künste, Ehrendoktor der Universität Tübingen und der TH Stuttgart.

NSDAP-Mitglied und Reichstagsabgeordneter[Bearbeiten]

1930 trat Schultze-Naumburg der NSDAP bei und wurde auf Initiative von Wilhelm Frick Direktor der Weimarer Kunsthochschule, um vor allem gegen das Bauhaus zu wirken. Auf Schultze-Naumburgs Anordnung hin wurden im Weimarer Schlossmuseum die Bilder u.a. von Ernst Barlach, Charles Crodel, Otto Dix, Erich Heckel, Oskar Kokoschka, Franz Marc, Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff entfernt. Im Werkstattgebäude des ehemaligen Staatlichen Bauhauses Weimar (dem sogenannten Van-de-Velde-Bau, der seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt) ließ Schultze-Naumburg im Oktober 1930 die gesamte malerisch-plastische Ausgestaltung, die vom Bauhausmeister Oskar Schlemmer für die Bauhausausstellung 1923 geschaffen worden war, abschlagen und übertünchen, ohne den Künstler zuvor darüber in Kenntnis gesetzt zu haben (bisher konnten im Jahr 1979/80 lediglich das Figurenfries der Wendeltreppe und die beiden roten Plastiken der Eingangstreppe rekonstruiert werden).

1932 zog Schultze-Naumburg für die NSDAP in den Reichstag ein (siehe Reichstag 1932-33 bzw. Reichstag 1933), kandidierte bei allen folgenden Wahlen und behielt das Mandat bis 1945.

Auf besonderen Wunsch von Adolf Hitler erhielt Schultze-Naumburg 1935 den Auftrag, das Nürnberger Opernhaus umzubauen. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten fiel Schultze-Naumburg aber in Ungnade und ab 1935 erhielt er keine größeren Aufträge mehr. Hinzu kam, dass sein konservativ wirkender Heimatstil nicht in das Bild einer monumentalen Herrschaftsarchitektur passte. 1940 wurde er im Alter von 71 Jahren aus dem Hochschuldienst verabschiedet, später nach einem Parteiausschlussverfahren aus der NSDAP verwarnt. Im Widerspruch dazu steht allerdings, dass er 1944 von Hitler den Adlerschild des Deutschen Reiches mit der Inschrift „Dem deutschen Baumeister“ erhielt und 1944 von Hitler in die Sonderliste der 12 wichtigsten bildenden Künstler der Gottbegnadeten-Liste aufgenommen wurde.[3]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden ihm seine Pensionsansprüche aberkannt und ein Großteil seines Besitzes enteignet. Seine letzten Lebensjahre waren durch zunehmende Erblindung gekennzeichnet. 1949 verstarb Paul Schultze-Naumburg in Jena. Seine Urne wurde in dem 1909 von ihm entworfenen Mausoleum für den Dichter Ernst von Wildenbruch auf dem Historischen Friedhof Weimar beigesetzt.

In der SBZ wurden 1946 folgende Schriften Schultze-Naumburgs in die Liste der auszusondernden Literatur aufgenommen: Kampf um die Kunst (Eher, München 1932), Kunst aus Blut und Boden (Seemann, Leipzig 1934), Rassengebundene Kunst (Brehm-Verlag, Berlin 1934), Kunst und Rasse (Lehmann, München 1938) und Nordische Schönheit. Ihr Wunschbild im Leben und in der Kunst (Lehmann, München 1943).[4] 1953 wurden in der DDR zusätzlich Die Kunst der Deutschen (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1934) und Das Glück der Landschaft (Engelhard, Berlin 1942) in den dritten Nachtrag der Liste aufgenommen.[4]

Paul Schultze-Naumburg heiratete am 5. Januar 1922 in Saaleck Margarete Karolina Berta Dörr (1. Februar 1896-13. Mai 1960). Die Ehe blieb kinderlos und wurde mit Urteil vom 7. Februar 1934 in Berlin geschieden.[5] Margarete heiratete am 12. März 1934 den Reichsminister des Inneren Wilhelm Frick.[6]

Wertung[Bearbeiten]

Der frühe Schultze-Naumburg hat als Reformer einen Beitrag zur Lebensreform und zur Reformkleidung geleistet. Als Architekt übte er großen Einfluss auf den Heimatschutz, das Bauschaffen und die Denkmalpflege in Deutschland aus. Durch seine Mitgliedschaft in der NSDAP, sein Reichstagsmandat, Teile seines schriftstellerischen Werkes (Kampf um die Kunst) und mittels seiner Kontakte zur nationalsozialistischen Prominenz war Paul Schultze-Naumburg ein aktiver Wegbereiter des Dritten Reiches. Aufgrund seiner Aktivitäten im „Block“, seiner Mitgliedschaft und seiner Funktion als Vorsitzender im Kampfbund für deutsche Kultur war er einer der Mitinitiatoren und Mitverantwortlichen für die Schließung des Dessauer Bauhauses (1932) und für die Bücherverbrennungen von 1933. Mit seinem Buch Kunst und Rasse als Vorlagenlieferer der Ausstellung „Entartete Kunst“ von 1937, sowie den entsprechenden Kontakten (Alfred Ploetz, Hans F. K. Günther), seiner Propagierung eines direkten Zusammenhanges zwischen Kunst und Rasse und seinem Verhalten als Direktor der Weimarer Kunsthochschule war Paul Schultze-Naumburg führender Wegbereiter und Mitwirkender der nationalsozialistischen Kulturideologie.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Der Studiengang des modernen Malers. Leipzig 1896.
  • Die Technik der Malerei. Leipzig 1898, zweite Auflage mit Gustav Wustmann, Leipzig 1920.
  • Häusliche Kunstpflege. Leipzig 1899.
  • Das Studium und die Ziele der Malerei. Leipzig 1900 vermehrte Auflage von Der Studiengang des modernen Malers.
  • Kunst und Kunstpflege. Leipzig 1901.
  • Die Kultur des weiblichen Körpers als Grundlage der Frauenkleidung. Leipzig 1901.
  • Die Kulturarbeiten. 9 Bände und 1 Ergänzungsband, München 1901–1917.
    • Band 1: Hausbau. 1901.
    • Band 2: Gärten. 1902.
    • Band 3: Dörfer und Kolonien. 1904.
    • Band 4: Städtebau. 1906.
    • Band 5: Das Kleinbürgerhaus. 1907.
    • Band 6: Das Schloß. 1910.
    • Band 7–9: Die Gestaltung der Landschaft durch den Menschen.
      • I.Teil (Band 7): I. Wege und Strassen. II. Die Pflanzenwelt und ihre Bedeutung im Landschaftsbilde. 1916.
      • II. Teil (Band 8): III Der geologische Aufbau der Landschaft und die Nutzbarmachung der Mineralien, IV. Wasserwirtschaft. 1916.
      • III. Teil (Band 9): V. Industrie, VI. Siedlungen. 1917.
  • Die Entstellung unseres Landes. München 1908.
  • Naumburg a. S. und Bad Kösen. 1921.
  • Die Einrichtung des Wohnhauses. 1922, Vorabdruck des 2. Bandes Der Bau des Wohnhauses.
  • Der Bau des Wohnhauses. 2 Bände, München 1917 und 1924.
  • Vom Verstehen und Genießen der Landschaft. Rudolstadt 1924.
  • Das Bürgerliche Haus. Frankfurt am Main 1926.
  • Saaleck. Bilder von meinem Haus und Garten in der Thüringer Landschaft. Berlin 1927.
  • Das ABC des Bauens. Stuttgart 1927.
  • Flaches oder geneigtes Dach? Berlin 1927.
  • Kunst und Rasse. München 1928, 4. Auflage 1942.
  • Das Gesicht des deutschen Hauses. 1929.
  • Kampf um die Kunst. Eher, München 1932 (Nationalsozialistische Bibliothek Heft 36).
  • Die Kunst der Deutschen. Ihr Wesen und ihre Werke. Stuttgart, Berlin 1934.
  • Nordische Schönheit. Ihr Wunschbild im Leben und in der Kunst. München 1937.
  • Heroisches Italien. München 1938.
  • Das Glück der Landschaft. Von ihrem Verstehen und Genießen. Berlin 1942.

Zwischen 1892 und 1944 veröffentlichte Paul Schultze-Naumburg noch etwa 220 Aufsätze, die in Zeitschriften, Broschüren, Vorträgen und anderen Büchern erschienen.

Bauten und Entwürfe[Bearbeiten]

In der Zeit von 1901 bis 1944 arbeitete Paul Schultze-Naumburg nachweislich an 85 Wohnhäusern, 34 gewerblichen Projekten, 40 Schlössern und Gutsanlagen, sowie an 6 Grabmalen und 4 Parkanlagen. Dazu existieren noch mindestens 15 Objekte bei denen die Urheberschaft noch ungeklärt ist, sowie eine Reihe von unrealisierten Entwürfen und Bebauungsplänen.

  • 1901–1933: Gebäude der Saalecker Werkstätten mit eigenen Wohnhaus unterhalb der Burg Saaleck
  • 1904–1905: Landhaus für Dr. Fritz Koegel in Saaleck
  • 1904: zwei Arztwohnhäuser mit Praxis für Dr. Grill und Dr. Hesse in Sebnitz
  • 1904: Villa für den Musikalien-Großhändler Albert Schuster in Markneukirchen, Pestalozzistraße 19[9]
Schloss Freudenberg bei Wiesbaden
Herrenhaus auf Gut Altenhof
  • 1905–1907: Herrenhaus auf Gut Altenhof für Graf Th. von Reventlow
  • 1906–1907: Villa Ithaka für den Dichter Ernst von Wildenbruch in Weimar
  • 1906–1907: Kurheim für Dr. med. Edgar Apolanth in Bad Kissingen
  • 1906–1907: Walhalla-Haus der K.St.V. Walhalla Würzburg in Würzburg, Mergentheimer Straße 32
  • 1906–1909: Herrenhaus / Schloss Peseckendorf für Rittergutsbesitzer Friedrich Schaeper
  • 1907: Schloss Hackhausen bei Solingen für August von Recklinghausen
  • 1907: Herrenhaus / Schloss Katzdangen für Carl Baron Manteuffel-Szoege (1872–1948) bei Hasenpoth, Lettland
  • zwischen 1906 und 1908: Um- und Ausbau der Casa Bartholdy für Otto von Mendelssohn Bartholdy in Potsdam, Bertinistraße 1-5
  • 1908: Wohnhaus für Dr. Neumann oder Dr. Lehmann in Guben
  • 1908–1909: Neues Schloss in Bad Kissingen für Dr. Carl Freiherr von Lochner-Hüttenbach
  • 1908–1909: Erbbegräbnis der Familien Berg und von Recklinghausen in Solingen
  • 1909–1910: Wohnhaus für den Kaufmann Wilhelm Minner in Arnstadt
  • 1909: Direktorenwohnhaus für das Elektrizitätswerk Siegerland in Siegen
  • 1909: Wohnhaus für Rechtsanwalt Dr. Victor Niemeyer in Essen (vor 1930 abgebrochen)
  • 1909–1913: Schloss Bahrendorf für Rittergutsbesitzer H. A. Schaeper
  • 1909: Forsthaus für Tilo Freiherr von Wilmowsky in Gottfriedsroda
  • 1910–1911: Gartenstadt am Rechenberge in Bad Kösen (nur teilweise ausgeführt)
  • 1910–1911: Gartenhaus (Teehaus) auf Gut Rixförde bei Celle
  • 1910: Wohnhaus für den Fabrikanten Gustav Weese in Thorn
  • 1910: Wohnhaus für den Kaufmann Rudolf Woldemar Schuster in Hamburg-Blankenese
  • 1910: Wohnhaus für Konsul Heinrich von Stein in Köln (im Zweiten Weltkrieg zerstört)
  • 1910: Ausbau des Herrenhauses auf Rittergut Helmsdorf für Baron von Krosigk
  • 1910: Umbau von Schloss Trebsen für Georg von Zimmermann
  • 1910: Schloss Leitner in Jalkovec in Kroatien
  • 1910: Landhaus Saaleck für den Fabrikanten Willy Müller in Saaleck
  • 1911: Wohnhauskolonie der Blancke-Werke in Merseburg
  • 1911: Wohnhaus für Dr. jur. Max Heimann in Köln (im Zweiten Weltkrieg zerstört)
  • 1912: jeweils ein Wohnhaus für W. Villinger und Emile Zeller in Antwerpen, Belgien
  • 1912–1914: Herrenhaus / Schloss Marienthal bei Eckartsberga für Tilo Freiherr von Wilmowsky
Gutshaus in Grabow
  • 1912–1914: Gutshaus für Forstmeister von Lindequist in Grabow bei Blumenthal
  • 1912: Herrenhaus des Hofes Elverlingsen bei Werdohl für den Industriellen Schmidt
  • 1912: Kreishaus in Malmedy
  • 1912–1914: Wohnhaus für Rittmeister August Andreae in Potsdam
Schloss Cecilienhof
  • 1913–1917: Schloss Cecilienhof in Potsdam für Kronprinz Wilhelm von Preußen
  • 1913: Verwaltungsgebäude einer Kohlegrube in Großkayna bei Merseburg
  • 1914: Wohnhaus für Heinrich Weiß in Siegen
  • 1919: Wohnhaus für Prinz Ernst von Sachsen-Meiningen bei Haubinda / Hildburghausen
  • zwischen 1915 und 1920: Gutshaus für Familie von Bernuth in Keßburg, Westpreußen
  • 1921: Wohnhaus auf der Domäne Schlanstedt bei Oschersleben
  • 1922–1923: Wohnhaus Walter Rhodius in Burgbrohl, Vitumhof 45[10]
  • 1923: Um- und Anbau Gut und Schloss Seeburg für Major Erich Wendenburg (1880–1928)
  • 1924–1925: Gut Hospelt bei Bad Münstereifel-Odesheim für den Fabrikanten Gustav Cramer
  • 1926: Wohnhaus für Nonny Scharenberg in Güstrow
  • 1926/1927: Wohnhaus für Carl Westphal in Raschwitz, heute Westphalsche Haus
  • 1926: Umbau eines Wohnhauses für den Industriellen Hans Thyssen in Mülheim an der Ruhr (1978/1980 abgebrochen)
  • 1927–1928: Reihenhaussiedlung für die Firma Gebr. Borchers in Goslar
  • 1927: Kreishaus in Merseburg
  • 1927–1936: Gutsanlage Hartmanndorf für Rudolf Zersch bei Crossen an der Elster
  • 1927: Wohnhäuser der Vorortsiedlung Raschwitz (von einer umfangreichen Planung nur drei Häuser ausgeführt)
  • 1928–1929: Wohnhaus für Dr. Hans Frister in Herten
  • 1929–1933: Villa Charlottenhof für Marie und Friedrich Flick in Kettwig
Schloss Dahmshöhe

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph Aug. Lux: Paul Schultze-Naumburg. Zu seinem 50. Geburtstag. Mit einem Porträtbildnis und sieben Abbildungen. In: Illustriertes Universum Jahrbuch 1919 (Heft 37, Leipzig: Reclam, 6. Juni 1919), S. 163-166.
  • Ludwig Bartning: Paul Schultze-Naumburg. Ein Pionier deutscher Kulturarbeit. Ein Bild seines Wirkens und seiner Bedeutung für die deutsche kulturelle Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Callwey, München 1929.
  • Rudolf Pfister: Bauten Schultze-Naumburgs aus den Jahren 1900–1930. Duncker, Weimar 1940.
  • Harald Berndt und Jörg Kirschstein: Schloss Cecilienhof. Tudorromantik und Weltpolitik. Prestel, München 2005, ISBN 3-7913-3303-8.
  • Norbert Borrmann: Paul Schultze-Naumburg 1869–1949. Maler, Publizist, Architekt. Vom Kulturreformer der Jahrhundertwende zum Kulturpolitiker im Dritten Reich. Ein Lebens- und Zeitdokument. Bacht, Essen 1989, ISBN 3-87034-047-9.
  • Ralf Peter Pinkwart: Paul Schultze-Naumburg. Ein konservativer Architekt des frühen 20. Jahrhunderts. Band 1: Textteil, Band 2: Bautenkatalog, Band 3: Abbildungen, Dissertation, Universität Halle-Wittenberg 1991.
  • Stiftung Saalecker Werkstätten: Schriftenreihe Saalecker Werkstätten. Heft 1–3, Mächler, Bad Kösen, 1999–2001, ISBN 3-9807603-0-8, ISBN 3-9807603-1-6, ISBN 3-9807603-2-4, Siehe auch: Schriftenreihe.
  • Michael Falser: Die Präsentation der deutschen Ausstellungskataloge zum Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 im Vergleich zu Schultze-Naumburgs ›Kulturarbeiten‹ (1901–1917). In: Michael Falser: Zwischen Identität und Authentizität. Zur politischen Geschichte der Denkmalpflege in Deutschland. Thelem Verlag, Dresden 2008, ISBN 978-3-939888-41-3, S. 103–105.
  •  Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im Dritten Reich. Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1.
  • Christian Welzbacher: Schultze-Naumburg, Paul Eduard. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 709–711 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Schultze-Naumburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Claudia Kromrei: Albert Gessner. auf www.historismus.net
  2. Jahrhundertwende. Traditionalismus in Paul Schultze-Naumburgs „Kulturarbeiten“, in: Roman Hillmann, Die Erste Nachkriegsmoderne. Ästhetik und Wahrnehmung der westdeutschen Architektur 1945-63, Petersberg 2011, Seiten 31-36.
  3. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 554.
  4. a b Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur. 1946, Buchstabe S, S. 347-414.
  5. Spiegel 31/1947
  6. „Familie Paul Schultze-Naumburg“, abgerufen am 15. Mai 2011
  7. Ernst Klee: Kulturlexikon ... S. 554.
  8. Klaus D. Patzwall: Das Goldene Parteiabzeichen und seine Verleihungen ehrenhalber 1934-1944, Studien der Geschichte der Auszeichnungen Band 4. Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2004, ISBN 3-931533-50-6, S. 86.
  9. Der Baumeister, Jahrgang 1906, Heft 2.
  10. Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 1927, Heft 19/20.
  11. Matthias Graf v. Schmettau: Gedenkbuch des deutschen Adels. Limburg/Lahn 1967, S. 217.