Paulus Voet

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Paulus Voet (auch: Paul Voetus, Voetius; * 7. Juni 1619 in Heusden; † 1. August 1667 in Utrecht) war ein niederländischer Philosoph und Jurist.

Paulus Voet

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn von Gisbert Voetius und der Deliana Jans (1591–1679) hatte den Namen seines Großvaters erhalten. Im Sommer 1634 wurde sein Vater nach Utrecht berufen, wohin er selbst mit wechselte. Hier absolvierte Paulus Studien der Philosophie und die Rechtswissenschaften. Nach vierjährigen Studien erwarb er 7. Juni 1640 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie. Danach scheint er sich einen guten Ruf als Gelehrter erworben zu haben. Als man versuchte ihn nach Deventer zu ziehen, beschlossen die Kuratoren der Universität ihn am 19. März 1641 zum außerordentlichen Professor der Metaphysik zu berufen, welche Stelle er am 24. Mai 1641 antrat.

Hierbei etablierte er sich als Anhänger seines Vaters und war später ein Gegner der Philosophie von René Descartes. Am 17. Juni 1644 übernahm er die ordentliche Professur der Metaphysik. Daneben beschäftigte er sich mit juristischen Studien und absolvierte am 4. März 1645 seine Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften. Am 10. April 1648 übertrug man ihm die Professur der Logik und der griechischen Sprache, er wurde 1652 außerordentlicher und am 21. April 1654 ordentlicher Professor der Rechte. Zudem war er Rat im Landgericht Viane. Als Rechtsprofessor hatte er die Grundlagen eines Internationalen Privatrechts geschaffen, als er sich mit der Frage beschäftigte, wieso ein souveräner Staat in seinem Hoheitsgebiet fremdes Recht anwenden sollte. Damit tritt er aus dem alten Typus der italienisch-französischen Schule heraus, zum neueren Comitas Gentium. Voet beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Utrechter Hochschule und war 1652/53 deren Rektor.

Johannes Voet (1647–1713), ein Sohn von Paulus Voet, wurde ebenfalls Rechtswissenschaftler und lehrte ab 1674 auch in Utrecht und ab 1780 in Leiden.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De statutis eorumque concursu, 1715
  • Notae in Museaeum de amoribus Herus et Leandri. Utrecht 1645
  • Herodiani Marcum et Commodum imperatores notae. Utrecht 1645 (Online), 1665
  • De Duellis licitis et illicitis. Utrecht 1646, 1658, 1728 (Online)
  • Tribunal iniquum Maresii in causa Schookio Voetiana. Utrecht 1646
  • Pietas in parentem contra impotentiam Maresii. Utrecht 1646
  • Martinus Schookius A πςοσδιόνυσος. Utrecht 1651
  • Harmonia Evangelica. Amsterdam 1654
  • Oorspronck, voortganck en daeden der doorluchtige Heeren van Brederode, bij een gesteld door P.V., Der Rechten Professor in de Acad. tot Utrecht, en Raetspersoon van de Kaemer van Justitie s' Lants Vionen. Utrecht 1656 (Online)
  • Theologia naturalis reformata. Cui subjecta brevis de anima separata disquisition. Utrecht 1656, Amsterdam 1657
  • De usu Juris civilis et canonici in Belgio, et more promovendi Doctores. Utrecht 1656 (Online)
  • de Pactis, liber sing. Utrecht 1658
  • De statutis eorumque concursu. Amsterdam 1661 (Online), Lüttich 1700
  • Jurisprudentia sacra: institutâ Juris Caesarei cum Divino, consuetudinario, atque Canonico, in multis, collatione. Amsterdam 1662, (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  • Histor. Famil. Com. De Brederode. Amsterdam 1663
  • Disquisitio juridica de mobilibus et immobilibus. Utrecht 1666, 1714 (Online)
  • In Quatuor libros institutionum imperialium Commentarius ubi Juris Civilis tum Antiqui, tum Novi cum Divino, Forensi, Canonico & Feudali in multis collatio instituitur. Utrecht 1668 (Bd. 2 Online)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vötius, Paul. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 50, Leipzig 1746, Spalte 161.
  • Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Darinne die Gelehrten aller Stände sowohl männ- als weiblichen Geschlechts, welche vom Anfange der Welt bis auf die ietzige Zeit gelebt, und sich der gelehrten Welt bekannt gemacht, Nach ihrer Geburt, Leben, merckwürdigen Geschichten, Absterben und Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden. Verlag Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig, 1751, Bd. 4, Sp. 1689
  • Johann Friedrich Jugler: Beyträge zur juristischen Biographie. Oder genauere litterarische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben. Johann Samuel Heinsius, Leipzig, 1775, Bd. 2, St. 1, S. 340 (Online)
  • Jan Christiaan Kobus, Willem George Hendrik de Rivecourt: Beknopt biographisch Handwoordenboek van Nederland, behelzende de Levensbeschrijvingen van vele personen, die zich in Nederland hebben bekend gemaakt. Verlag A. E. C. van Someren, Zutphen, 1861, Bd. 3 (S-Z), S. 241, (Online, niederländisch)
  • Arnold Drakenborch: Plechtige redevoering over het eeufeest der Utrechtsche Hoge Schole, Op bevel der Ed. Grootachtb. Heeren gehouden, Den 27. Maart MDCCXXXVI. Verlag Willem Kroon, Utrecht, 1736, S. 68 (Online, niederländisch)
  • van Kuyk: VOET (Paulus). In: Philipp Christiaan Molhuysen, Petrus Johannes Blok: Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. (NNBW), Verlag A.W. Sijthoff’s Uitgevers-Maatschappij, Leiden, 1914, Bd. 3, 1329–1330, (Online, niederländisch)
  • Johannes van Kuyk: VOET (Paulus). In: Petrus Johannes Blok, Philipp Christiaan Molhuysen (Hrsg.): Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Teil 3. N. Israel, Amsterdam 1974, Sp. 1329–1330 (niederländisch, knaw.nl / dbnl.org – Erstausgabe: A. W. Sijthoff, Leiden 1914, Unveränderter Nachdruck).
  • Abraham Jacob van der Aa: Biographisch Woordenboek der Nederlanden. Verlag J. J. van Brederode, Haarlem, 1876, Bd. 19, S. 304–305 (Online, niederländisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]