Paul Wranitzky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paul Wranitzky

Paul Wranitzky, tschechisch Pavel Vranický (* 30. Dezember 1756 in Neureisch (tschechisch Nová Říše), Markgrafschaft Mähren; † 26. September 1808 in Wien) war ein mährisch-österreichischer Komponist und Dirigent der Wiener Klassik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Wranitzky und sein Halbbruder Anton spielten im Musikleben Wiens eine prominente Rolle. Paul erhielt als Kind Unterricht in Gesang, Orgel und Violine und ging 1776 nach Wien, um auf Wunsch seiner Eltern Theologie zu studieren. Dort nahm er Kompositionsunterricht bei Joseph Martin Kraus. Seit 1785 bis zu seinem Tode war er Konzertmeister des Wiener Hofopernorchesters, dessen Leitung er gegen 1790 übernahm.

Als Sekretär der Wiener Tonkünstler-Sozietät beantragte er, Joseph Haydn die Mitgliedschaft der Gesellschaft gratis anzutragen.

Als Musikalischer Direktor des Grafen Johann Nepomuk Esterházy (ab 1785) und Direktor des neu gegründeten Orchesters der Wiener Hofoper im Theater am Kärntnertor (ab 1795) war der Komponist mit Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven befreundet. Haydn bestand darauf, dass Wranitzky, einer der angesehensten Dirigenten seiner Zeit, 1799 und 1800 Aufführungen der Schöpfung dirigierte. Wie Mozart war er Mitglied der Freimaurerloge Zur gekrönten Hoffnung, die seit 1776 der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland angehörte.

Im Jahr 1932 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Wranitzkygasse nach dem Komponisten benannt.

Forschungen von Philippe Autexier ergaben, dass Paul Wranitzky aller Wahrscheinlichkeit nach der Urheber der Melodie der österreichischen Bundeshymne war.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Text- und Notenblatt: Österreichische Bundeshymne, Satz: Viktor Keldorfer

Opern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Symphonien und Quartette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • op. 2 Symphonie C-Dur, auch 1. Grande Symphonie genannt, entstand 1790 („A Magyar Nemzet Öröme“/„Joy of the Hungarian Nation“)
  • op. 11 Symphonie
  • op. 16 Symphonie D-Dur Nr. 3
  • op. 31 Grande sinfonie caractéristique pour la paix avec la République française c-Moll
  • op. 33 Drei Symphonien
  • op. 35 Drei Symphonien
  • op. 36 Symphonie D-Dur „bey der Vermählung des Erzherzogs Joseph und der Großfürstin Alexandra Paulowna
  • op. 37 Symphonie D-Dur „bey der Vermählung des Grafen Esterhazy mit der Marquise de Roisin
  • op. 50 Symphonie G-Dur
  • op. 51 Symphonie A-Dur
  • op. 52 Symphonie D-Dur

Quartette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • op. 28 Flötenquartett Nr. 1 G-Dur
  • op. 28 Flötenquartett Nr. 2 C-Dur
  • op. 28 Flötenquartett Nr. 3 a-moll
  • op. 32 Streichquartett Nr. 1
  • op. 32 Streichquartett Nr. 2
  • op. 32 Streichquartett Nr. 3
  • op. 32 Streichquartett Nr. 4
  • op. 32 Streichquartett Nr. 5
  • op. 32 Streichquartett Nr. 6

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Joachim Diederichs: Von wem stammt die Melodie der österreichischen Bundeshymne? in: Österreichische Musikzeitschrift, Jahrgang 73, Heft 1, S. 79–82. Wien: Hollitzer Verlag, 2018. Diederichs bezieht sich in seiner Darstellung u. a. auf den Musik- und Freimaurerforscher Autexier.