Paul Yule

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Paul A. Yule

Paul Alan Yule (* 18. August 1947 in Minneapolis) ist ein Archäologe und Hochschullehrer in Heidelberg.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul Alan Yule studierte an der University of Minnesota, an der New York University, an der Philipps-Universität Marburg und habilitierte sich an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit 1990 lehrt er dort. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in Arabien und Südasien, unter Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden, besonders der Geoinformatik.

Yules Dissertation Early Cretan Seals (1981) klassifiziert und datiert die Siegel der frühen und mittleren Bronzezeit auf Kreta.[1]

In den 1980er Jahren katalogisierte und bewertete er mit Unterstützung von Swami Oman und Saraswati erstmals metallische Artefakte der sogenannten Kupferhortenkultur mittels europäischer Methoden und Modelle, wobei zahlreiche Funde kamen besonders in der Kanya Gurukul (Kanya Gurukul) in Narela (Narela) / Haryana zutage.[2] Diese Artefakte scheinen nicht-funktionale Objekte zu sein, die wahrscheinlich in Ritualen verwendet oder einfach in Horten deponiert werden, um aus einem Mangel an Gebrauchsspuren zu schließen. Weit weg in Orissa (Odisha), veröffentlichte Yule einen Fund von einem Metallzeitalterfriedhof in Sankarjang (Sankarjang), der das frühste Musikinstrument (Musikinstrument) in Indien sein kann. Er dokumentierte die frühe historische Festung an Sisupalgarh (Sisupalgarh) mittels Laserscanner (Laserscanner), Bodenradar (Bodenradar) und Hand-Held-Empfänger (GPS).[3][4]

Zusammen mit Corinna Borchert, entdeckte Yule illegales Bauen (illegales Bauen in Indien) Entwicklung in dieser national geschützten Maurya-zeitlichen Fundstätte[5]

Von 2001 bis 2004 in Yule dokumentierte zum ersten Mal so genannte Schlammfestungen und andere archäologische Stätten, besonders in Orissa (Odisha) entlang der Mahanadi und in Chhattisgarh. Bilder von seiner Arbeit vor allem in Odisha erscheinen in der Bilddatenbank heidICON der Universitätsbibliothek der Universität Heidelberg.[6]

Yules Studium der Vorgeschichte von Oman begann 1982–1987 als Freiwilliger beim Deutschen Bergbau-Museum in Bochum zusammen mit Gerd Weisgerber. Yule konzentrierte sich auf die Katalogisierung des Metallhortenfundes von Ibri-Selme (und andere auch), die er mit Gerd Weisgerber veröffentlichte. Diese typologische Studie katalogisiert den größten Schatz metallischer Artefakte im Nahen Osten.[7] Versteckt in einem Sippengrab der Umm an-Nar-Periode, diese datieren zur frühen Eisenzeit (Early Iron Age). 1987 begann Yule seine Habilitation über die archäologische Fundstätte von Samad al-Shan, die Licht auf die spät-vorislamische, proliterate späteisenzeitliche Bevölkerung des zentralen Oman wirft.[8] Danach sollten neue Ausgrabungen aus der frühen Eisenzeit datieren[9] Neu war die Einführung von alphanumerischen Abkürzungen für Fundstätte- und Artefaktklassen, um die Computerverarbeitung zu ermöglichen. Mitte der 1990er Jahre Yule und Weisgerber kartierten und studierten erstmals die Turmgräber nahe Jaylah im östlichen Teil des Jebel Akhdhar, die wahrscheinlich in die bronzezeitliche Umm an-Nar Period datieren, d. h. mitte bis spate 3. Jahrtausends v. Chr.[10] Yule suchte bei seiner Ausgrabung in der Oase von Izki / al-Jemen erfolglos spätantike Besiedlung. Yule hat 2014 seine Gedanken zu Oman aktualisiert.[11] Im Jahr 2012 bat das Ministerium für Erbe und Kultur ihn, eine frühesienzeitlichen Schmelzplatz für Metalle zu dokumentieren und zu veröffentlichen, die sich direkt im Leeren Viertel in Wadi Ḍank, Uqdat al-Bakrah befindet.

An der Stelle er berühmten Zafar Zafar, Jemen, Hauptstadt der himyarischen Himyarite Stammesföderation, in den jemenitischen Hochländern, setzte sich Feldoperationen von 1998 bis 2010 mit einem Budget fort, das schließlich 5.300.000 Euro belief. Dieses Projekt beleuchtet vor allem die materielle Kultur der himjarite-Periode (110 v. Chr. – 525 n. Chr.). Besonders ausgegraben wurde Yule mit einer 1,70 m hohen Reliefstatue, die eine Krone trägt, die wohl einen christlichen (aksumitische?) König darstellt.[12] Yule argumentiert, dass himyarische Kultur dem Islam nicht wirklich fremd ist, der folgt, aber tatsächlich ist ein Vater, der seine Gene weitergab. Man fragt sich, wie islamische Religion und Kultur ohne diesen Einfluss aussehen würden. Ausgehobene Funde widersprechen der Charakterisierung der himyarischen Kultur, insbesondere der bildenden Kunst als dekadent – ein Begriff, der unterschiedlich verstanden werden kann.[13] Yule hielt den späten Vorislam im Jemen für seinen wichtigsten wissenschaftlichen Beitrag, aufgrund der Möglichkeit, mehrere Jahre zu arbeiten, und der großen Anzahl von kontextuellen Funden.[14]

Im Jahr 2013 bat ihn Steffen Wenig, an einem Ausgrabungsprojekt einer Kirche bei Mifsas Bahri in der südlichen Tigray Region teilzunehmen. Diese Arbeit wurde 2014 durch einen Zuschuss der DFG ermöglicht.[15] Sie konzentriert sich auf die Ausgrabung einer spätaksumitischen Kirchenruine aus dem 7. Jahrhundert.[16]

Im Rahmen der Open Access-Bewegung betont Yule die Archivierung seiner Forschungsmaterialien und Publikationen so schnell wie möglich, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er tut dies größtenteils mit Hilfe der Bilderbank heidICON und der virtuellen Bibliothek [Propylaeum-Dok] der Universitätsbibliothek Heidelberg. Seit 2005 experimentiert Yule in 3D in Indien und Oman mit der Fachhochschule Mainz (i3mainz) und mit der Architektin Laura Pecchioli.[17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Early Cretan Seals. A Study of Chronology. (= Marburger Studien zur Vor- und Frühgeschichte. Bd. 4). P. von Zabern, Mainz 1981, ISBN 3-8053-0490-0, urn:nbn:de:bsz:16-diglit-30446.
  2. P. Yule, The Bronze Age Metalwork of India. PBF XX,8 (Munich 1985), ISBN 3-406-30440-0; P. Yule/A. Hauptmann/M. Hughes, The Copper Hoards of the Indian Subcontinent: Preliminaries for an Interpretation, Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz 36, 1989 [1992], 193-275, ISBN 1-881094-03-0, http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/savifadok/volltexte/2009/509/ Online
  3. P. Yule, Early Historic Sites in Orissa (Delhi 2006), ISBN 81-89645-44-7, 2.php?sr_id=12&la=de Online
  4. P. Yule/W. Böhler, Sisupalgarh: an Early Historic Fortress in Coastal Orissa and its Cousins, BAVA 24, 2004, 15-29 + CD ROM, ISBN 3-8053-2518-5 http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/savifadok/volltexte/2009/222/ Online
  5. P. Yule/C. Borchert, Sisupalgarh/Orissa: Illegal building operations in the North-West Area, 2005, online
  6. http://heidicon.ub.uni-heidelberg.de/Login?login_error=&easydb=fbr74r6ktj7t3gjchlarjsc674&ts=1400945812 in the pool SAI South Asian Archaeology
  7. P. Yule/G. Weisgerber, The Metal Hoard from ʿIbrī/Selme, Sultanate of Oman. Prähistorische Bronzefunde XX.7 (Stuttgart 2001), ISBN 3-515-07153-9.
  8. P. Yule, Die Gräberfelder in Samad al Shan (Sultanat Oman) Materialien zu einer Kulturgeschichte, Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung, Orient-Archäologie Bd. 4 (Rahden 2001), ISBN|3-89646-634-8, online.
  9. P. Yule (ed.), Studies in the Archaeology of the Sultanate of Oman, Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Archäologie Bd. 2 (Rahden 1999), ISBN 3-89646-632-1, online.
  10. P. Yule/G. Weisgerber, The Tower Tombs at Shir, Eastern Hajar, Sultanate of Oman, Beiträge zur allgemeinen und vergleichenden Archäologie 18, 1998, 183-241, ISBN 3-8053-2518-5, online.
  11. P. Yule, Cross-roads – Early and Late Iron Age South-eastern Arabia, Abhandlungen Deutsche Orient-Gesellschaft, vol. 30, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-447-10127-1.
  12. P. Yule Ẓafār, Capital of Ḥimyar, Rehabilitation of a ‘Decadent’ Society, Excavations of the Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1998–2010 in the Highlands of the Yemen. Abhandlungen Deutsche Orient-Gesellschaft, vol. 29, Wiesbaden 2013, 136 Fig. 7.3, ISSN 0417-2442, ISBN 978-3-447-06935-9.
  13. P. Yule, Himyar–Die Spätantike im Jemen/Late Antique Yemen, Aichwald 2007, ISBN 978-3-929290-35-6
  14. P. Yule (ed.): Ẓafār, Capital of Ḥimyar, Rehabilitation of a ‘Decadent’ Society, Excavations of the Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1998–2010 in the Highlands of the Yemen, Abhandlungen Deutsche Orient-Gesellschaft, vol. 29, Wiesbaden 2013, ISSN 0417-2442, ISBN 978-3-447-06935-9; online, SKVO Zafar / Yemen
  15. Paul A Yule. Abgerufen am 23. Januar 2018.
  16. M. Gaudiello‒P. Yule (eds.), Mifsas Baḥri, a Late Aksumite Frontier Community in the Mountains of Tigray, Survey, Excavation and Analysis 2013‒6, Oxford, BAR International Series S2839, 2017, ISBN 978-1-4073-1579-9.
  17. P. Yule, Salt Dough and a Laser Scanner, Scientific Computing and Cultural Heritage Contributions in Computational Humanities, in: H.G. BockW. JägerM. Winckler (eds.), Heidelberg, 2013, 283–90, ISBN 978-3-642-28020-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paul Alan Yule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien