Pauline Einstein

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Pauline Einstein, geb. Koch

Pauline Einstein (geboren 8. Februar 1858 in Cannstatt, Königreich Württemberg als Pauline Koch; gestorben 20. Februar 1920 in Berlin) war die Mutter Albert Einsteins.

Leben und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pauline Einstein war die jüngste Tochter des Cannstatter Getreidehändlers Julius Koch. Sie förderte die Entwicklung ihres Sohnes engagiert und erfolgreich. In Opposition zu den Eltern heiratete Albert Einstein 1903 die Serbin Mileva Marić, welche die Eltern verabscheuten. Mutter und Sohn begruben später den dadurch entstandenen Groll.

Pauline heiratete am 8. Juni 1876 in der Israelitischen Betstätte Cannstatt Hermann Einstein, der in Ulm seit um 1870 Teilhaber der Bettfedernfabrik Israel & Levi war. Von 1878 bis 1880 wohnte das Paar im Haus Bahnhofstraße 20 in Ulm, einem Gründerzeitbau, der von zwei jüdischen Eigentümern errichtet worden war. Dieses Geburtshaus von Albert Einstein wurde im Zweiten Weltkrieg am 17. Dezember 1944 durch Bombenangriffe zerstört. Mittlerweile sind sämtliche Überreste des Geburtshauses beseitigt.
Im Juni 1880 zog die Familie nach München, wo Hermann Einstein in die Firma seines jüngeren Bruders Jakob einstieg, die 1885 zur elektrotechnischen Fabrik umgewandelt wurde. Im Haus Adlzreiterstraße 14 lebten Hermann und Pauline sowie Jakob und Ida Einstein mit ihren Kindern. Unter ihnen als Sohn der letzteren Robert(o) Einstein, der Onkel von Lorenza Mazzetti, dessen Frau und Töchter 1944 von einem Kommando der SS in Italien ermordet wurden. Zu beiden Familien in München kam 1886 Paulines verwitweter Vater Julius Koch dazu. Er starb am 14. März 1895, am sechzehnten Geburtstag seines Enkels Albert Einstein, in Hechingen bei seiner Tochter Fanny und seinem Schwiegersohn Rudolf Einstein.

In München ließ Pauline Einstein ihrem Sohn Albert Privatunterricht erteilen, so dass er mit fünf Jahren in Klasse 2 der Volksschule eingeschult wurde. Sie ließ ihm mit sechs Jahren Geigenunterricht erteilen. Darüber hinaus spielte Pauline selbst Klavier und ließ sich von Ingenieuren der Firma mit der Geige begleiten, später auch von Albert. Das Geigenspiel war ihm nach eigener Aussage ein Leben lang Quelle der Inspiration, auch in Bezug auf Einfälle zur Physik. 1894 wurde die Fabrik in München aufgelöst, um einem Konkurs zuvorzukommen, und die Familie zog nach Mailand. Von 1894 bis 1895 erlaubten Pauline und Hermann Einstein ihrem Sohn, keine Schule zu besuchen und sich zu Hause autodidaktisch auf eine gesonderte Aufnahmeprüfung am Polytechnikum Zürich vorzubereiten.

In Italien betrieben die Brüder Einstein von 1894 bis 1896 zusammen mit Lorenzo Garrone eine elektrotechnische Fabrik in Pavia, die 1896 in Konkurs ging. Fortan betrieb Hermann Einstein alleine kleinere elektrotechnische Firmen in Mailand. 1902 wurde Pauline Einstein Witwe, nachdem Hermann Einstein am 10. Oktober 1902 an einem Herzleiden starb. Nach kurzem Zwischenaufenthalt bei ihrer Freundin Auguste Hochberger in Heilbronn zog Pauline Einstein nach Hechingen zu ihrer Schwester Fanny und ihrem Schwager Rudolf Einstein, einem Textilfabrikanten. Mit ihnen zog Pauline Einstein 1910 nach Berlin. Wegen finanzieller Unstimmigkeiten konnte sie aber dort 1911 nicht bleiben, woraufhin sie der Sohn Albert Einstein nach Heilbronn als Haushälterin zu dem wohlhabenden Pensionär Heinz Oppenheim schickte. 1914 reiste Pauline Einstein erneut nach Berlin, wo sie ihrem ältesten und verwitweten Bruder Jakob Koch den Haushalt führte.

1914 wurde Pauline in Berlin wegen Gebärmutterkrebs operiert; Albert Einstein zahlte die Operationskosten. Von 1915 bis 1918 war Pauline Einstein wieder Haushälterin bei Heinz Oppenheim in Heilbronn. 1919 kehrte ihre Erkrankung zurück. Pauline lebte zu dieser Zeit bei ihrer Tochter Maja Einstein und deren Ehemann Paul Winteler und dann in einem Pflegeheim in Luzern. Im Dezember 1919 wurde Pauline Einstein in einem separaten Eisenbahn-Krankenwaggon mit einer Luzerner Ärztin, einer Krankenschwester und Tochter Maja nach Berlin gebracht. In den letzten beiden Monaten ihres Lebens wurde sie im Arbeitszimmer ihres Sohnes Albert in dessen Wohnung im Haus Haberlandstraße 5 in Wilmersdorf von der aus Luzern stammenden Krankenschwester gepflegt. Sie starb am 20. Februar 1920, wenige Wochen nach Vollendung ihres 62. Lebensjahres.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Neffe: Albert Einstein. Eine Biographie. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2005, ISBN 3-498-04685-3.
  • Christof Rieber: Albert Einstein. Biografie eines Nonkonformisten. Thorbecke, Ostfildern 2018, ISBN 3-7995-1281-0.
  • Franziska Rogge: Einsteins Schwester. Maja Einstein – Ihr Leben und ihr Bruder Albert. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2005, ISBN 3-03-823138-X.
  • Frank Steiner: Von Ulm nach Princeton. In: Frank Steiner (Hg.): Albert Einstein. Genie, Visionär und Legende. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2005, ISBN 3-540-21060-1, S. 1–40.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]