Pauline am Strand

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Filmdaten
Deutscher Titel Pauline am Strand
Originaltitel Pauline à la plage
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Éric Rohmer
Drehbuch Éric Rohmer
Produktion Margaret Ménégoz
Musik Jean-Louis Valéro
Kamera Néstor Almendros
Schnitt Cécile Decugis
Besetzung

Pauline am Strand (Originaltitel Pauline à la plage) ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 1983 und der dritte Teil aus dem Zyklus Komödien und Sprichwörter von Éric Rohmer.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 15-jährige Pauline fährt mit ihrer etwa zehn Jahre älteren, frisch geschiedenen Cousine Marion in die Normandie, um im Ferienhaus der Familie den Rest der Sommerferien zu verbringen. Am Strand treffen sie Pierre, einen ehemaligen Liebhaber Marions, und lernen dessen Bekannten Henri kennen, der etwa Mitte 30 ist. Henri lädt sie zum Abendessen zu sich nach Hause ein, und Marion, auf der Suche nach einer neuen Liebe, verbringt die Nacht mit ihm.

Während Pierre Marion Unterricht im Windsurfen gibt, begegnet Pauline am Strand dem 17-jährigen Sylvain. Marion kann Pierre, der ihr schon am Vorabend seine Liebe erklärt hat, abwimmeln und trifft sich wieder mit Henri. Sie versucht, Pierre mit Pauline zu verkuppeln, erntet jedoch keinen Erfolg: Pauline findet Pierre zu alt, während er so sehr auf Marion fixiert ist, dass er sich für kein anderes Mädchen interessiert. Am nächsten Tag lädt Henri Pauline und Sylvain, die sich angefreundet haben, zu sich nach Hause ein. Marion beobachtet die beiden Jugendlichen, wie sie zusammen auf dem Bett liegen und sich küssen. Sie erzählt Henri davon, da sie sich für Pauline verantwortlich fühlt.

Marion und Pauline machen einen Ausflug zum Mont Saint-Michel, Henri und Sylvain treffen am Strand Louisette, eine Bonbonverkäuferin, und gehen wieder zu Henri. Sylvain bleibt vor dem Fernseher sitzen, während Henri mit Louisette schläft, wobei Louisette von Pierre gesehen wird, der mehr oder weniger zufällig am Haus vorbeikommt. Als Marion zurückkehrt, warnt Sylvain Henri, der ihn aber zusammen mit Louisette ins Badezimmer sperrt und so bei Marion den Eindruck erweckt, die beiden hätten sich miteinander vergnügt. Auf ihre Frage: „Verleihst du jetzt schon dein Bett?“ antwortet Henri scheinheilig, er habe nicht bemerkt, wie die beiden nach oben gegangen seien.

Pierre besucht Marion und erzählt ihr, dass er Louisette im Schlafzimmer von Henri gesehen habe. Marion kann ihn aber davon überzeugen, dass Louisette mit Sylvain geschlafen habe, was Pierre dann auch noch Pauline hinterbringt, die aus allen Wolken fällt und Sylvain nicht mehr sehen will. Später sagt Louisette Pierre die Wahrheit. Sylvain stellt Henri zur Rede und wirft ihm wutentbrannt vor, seine Romanze mit Pauline zerstört zu haben. Am nächsten Tag muss Marion nach Paris, Pierre und Henri klären Pauline über das Missverständnis auf und entschuldigen sich bei ihr und Sylvain. Paulines romantische Gefühle für Sylvain scheinen jedoch trotzdem abgekühlt zu sein.

Pauline, die im Haus von Henri übernachtet hat, wacht auf, als er sie auf das Bein küsst. Mit einem kräftigen Fußtritt weist sie den Annäherungsversuch unmissverständlich zurück, beide nehmen die Sache allerdings mit Humor. Beim Frühstück erklärt ihr Henri, dass er nach Quiberon verreisen und Marion zurücklassen werde. Enttäuscht von ihren Männerbekanntschaften beschließen Pauline und Marion, vorzeitig nach Paris zurückzukehren.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ein federleicht scheinendes, aber präzise und scharfsinnig inszeniertes Spiel um Rollenmuster, trügerische Verhaltensweisen und den alltäglichen Widerspruch zwischen Reden und Handeln – trotz seines Dialogreichtums spannend und erheiternd“, befand das Lexikon des internationalen Films.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pauline am Strand gewann 1983 bei den Berliner Filmfestspielen einen Silbernen Bären für die Beste Regie und den französischen Kritikerpreis Prix Méliès als Bester französischer Film.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Éric Rohmer: Comédies et Proverbes. Volume I, La Femme de l’aviateur, Le Beau Mariage, Pauline à la plage. Cahiers du cinéma, Paris 1999 (= Petite Bibliothèque Band 37). ISBN 2-86642-240-6.
  • Carole Desbarats: Pauline à la plage d’Éric Rohmer. Yellow Now, Crisnée 1990, ISBN 2-87340-075-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Éric Rohmer: Beitrag zum Kolloquium Peinture et Cinéma. Quimper März 1987.
  2. Pauline am Strand. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 12. März 2017.